Deutsches Kaiserreich Gold: historische Alternative zu modernen Anlagemünzen
Die Goldmünzen des Deutschen Kaiserreichs sind Handelsgoldmünzen aus der Zeit des klassischen Goldstandards, die zwischen 1871 und 1915 geprägt wurden.
Für Anleger aus Deutschland stellen sie eine sehr gut handelbare und preislich konkurrenzfähige Alternative zu modernen Bullionmünzen aus Gold dar. Die Münzen haben Nominale von 5, 10 und 20 Mark und werden heute manchmal auch als Goldmark bezeichnet. Sie dürfen nicht mit der bundesdeutschen Goldmark von 2001 verwechselt werden.
Informationen & Wissen zum Deutschen Kaiserreich Gold:
Wie im Goldstandard des 19. und 20. Jahrhunderts üblich, ist der Goldgehalt einer Goldmünze direkt aus dem Nominal ableitbar. Die Einheit Mark entsprach 0,35842 g Gold. Daraus ergeben sich folgende Feingewichte:
5 Mark = 1,7921 g Gold
10 Mark = 3,5842 g Gold
20 Mark = 7,1684 g Gold
Das Gesamt- oder Raugewicht liegt etwas höher, da die Münzen aus der damals üblichen Gold-Kupfer-Legierung im Verhältnis 9:1 bestanden (900er Münzgold).
Ausgaben unterschiedlicher Reichsgebiete
Das Deutsche Kaiserreich war in zahlreiche Einzelstaaten gegliedert. Die Münzhoheit lag zwar beim Kaiserreich. Die Prägung der Münzen wurde aber in der Praxis überwiegend an die Einzelstaaten delegiert.
Die Vielzahl ausgebenden Prägestätten sowie stark schwankende Auflagen einzelner Jahrgänge führt heute dazu, dass neben Massenprägungen auch zahlreiche aus numismatischer Sicht spannende Ausgaben erhältlich sind. Diese eignen sich aufgrund der höheren Preise jedoch nicht als pures Investment in Edelmetall.
Für Anleger am besten geeignet sind die in Berlin geprägten preußischen Ausgaben mit dem Münzzeichen „A“, auf die der Großteil der verfügbaren Münzen entfällt. Sie zeigen auf der Motivseite die Kaiser (und zugleich preußischen Könige) Wilhelm I., Friedrich III. oder Wilhelm II.
Welche Einheit eignet sich für Anleger am besten?
Wer Goldmünzen als reines Investment in Edelmetall kauft, sollte die Einheit mit dem geringsten Aufgeld auf den Goldpreis und der besten Handelbarkeit wählen.
Das sind klar die Münzen mit einem Nominal von 20 Mark. Sowohl die gute Fungibilität als auch der Preisvorteil relativ zum Goldgewicht ergeben sich direkt aus den Auflagen.
5 Mark: 2.910.000
10 Mark: 44.625.800
20 Mark: 196.066.000
Experten schätzen die Überlebensrate der 20-Mark-Goldmünze auf 10 bis 15 %.
Das heißt: Heute existieren vermutlich noch 20 bis 30 Millionen Stück – mehr als genug für einen regen Handel.
Gewicht & Abmessungen
Nominal
Feingehalt
Feingewicht
Raugewicht
Durchmesser
5 Mark
900/1000
1,79 g
1,99 g
17,00 mm
10 Mark
900/1000
3,58 g
3,98 g
19,50 mm
20 Mark
900/1000
7,17 g
7,96 g
22,50 mm
Kaiserreich Goldmünzen – ein deutscher Topseller
Wenig überraschend konzentriert sich der Handel mit Goldmünzen des Deutschen Kaiserreichs als Investment auf Deutschland, wo die Münze zu den Topsellern gehört. Der Handel erfolgt typischerweise in eher geringen Stückzahlen und stellt in diesem Bereich eine attraktive Alternative zu Bullionmünzen dar.
Das Aufgeld liegt nur geringfügig höher als bei auflagenstarken Bullionmünzen, wenn man Standardausgaben mit einem Feingewicht von 1 oz für den Vergleich heranzieht. Dem Goldgewicht der 20-Mark-Münze liegt jedoch die Einheit 1/4 oz (ca. 7,78 g) am nächsten, und hier fällt der Vergleich oft zugunsten der historischen deutschen Münze aus.
Patina nicht entfernen
Da die Mark-Goldmünzen aus Deutschland zu den historischen Handelsgoldmünzen gehören, sind erkennbare Anzeichen von Alter wie eine Patina völlig normal. Keinesfalls sollten Anleger versuchen, die Münzen durch aggressive Reinigung in einen prägefrischen Zustand zu versetzen. Für die Aufbewahrung genügen Münztaschen, die auch von den meisten Edelmetallhändlern für den Versand genutzt werden.
Auf zertifizierte Herkunft setzen
Kaiserreichs-Goldmünzen sind historische Prägungen, die nicht über moderne Sicherheitsmerkmale verfügen. Beim Erwerb über den Privatmarkt fehlt häufig die erforderliche Transparenz – entsprechend empfiehlt sich der Kauf über etablierte Fachhändler. Diese bieten geprüfte Qualität, dokumentierte Herkunft und damit ein Höchstmaß an Sicherheit und Vertrauen.
Goldmünzen ohne Mehrwertsteuer
In Deutschland gelten die Goldmünzen des Kaiserreichs als Anlagegold. Anleger zahlen deshalb beim Kauf keine Mehrwertsteuer. Nach einer zwölfmonatigen Haltefrist entfällt auch die Besteuerung von erzielten Veräußerungsgewinnen.
Innerhalb der Spekulationsfrist stellt der Gesetzgeber Gewinne bis zu einer Freigrenze von 1.000 Euro steuerfrei.
Hinweis: Diese Angaben dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellen keine steuerliche oder rechtliche Beratung dar. Für eine verbindliche Auskunft wenden Sie sich bitte an einen Steuerberater, Anlageberatung oder eine andere fachlich qualifizierte Stelle.
Deutsches Kaiserreich Goldmünzen: Das wichtigste im Überblick
historische Handelsgoldmünze aus 900er Münzgold
preußische Ausgaben mit dem Münzzeichen „A“ am weitesten verbreitet
moderates Aufgeld, meist geringer als bei Viertelunzen
Alterungserscheinungen normal, Patina nicht entfernen
sehr gute Handelbarkeit in Deutschland
empfohlene Einheit: 20 Mark (enthält 7,1684 g Gold)
Fazit zu den Goldmünzen des deutschen Kaiserreichs
Die Mark-Goldmünzen des Deutschen Kaiserreichs sind Klassiker der deutschen Münzprägung und heute auch für Anleger interessant. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet die 20-Mark-Goldmünze aus Preußen.