Palladiumbarren – seltenes Metall für die Geldanlage
Palladiumbarren – seltenes Metall für die Geldanlage
Neben Gold, Silber und Platin ist Palladium das vierte Edelmetall, das in Form von Barren für Privatanleger erhältlich ist. Das Spektrum der verfügbaren Stückelungen reicht von 1 g bis 1 kg, sodass für jedes Budget passende Einheiten zur Auswahl stehen. Die größte Akzeptanz haben Barren von Herstellern mit einer Akkreditierung durch den LPPM.
Welche Stückelung eignet sich bei Palladiumbarren für ein Investment?
Palladiumbarren in den Einheiten 1 oz, 50 g oder 100 g sind am besten für die Geldanlage geeignet. Kleinere Stückelungen sind zwar in absoluten Geldbeträgen günstiger. Prozentual wird mit abnehmendem Gewicht jedoch ein immer höheres Aufgeld auf den Palladiumpreis fällig.
Die beiden großen Einheiten mit Gewichten von 500 g und 1.000 g können zwar beim Aufgeld punkten. Dafür gestaltet sich der zeitnahe Verkauf zu fairen Preisen mitunter weniger einfach. Palladiumbarren sind im Vergleich zu Goldbarren und Silberbarren ohnehin eher Nischenprodukte, die weniger rege gehandelt werden. Das trifft besonders auf die großen und entsprechend teuren Barren zu.
Tafelbarren: die teilbaren Anlageprodukte aus Palladium
Tafelbarren sind im Verbund geprägte Kleinbarren mit einem Einzelgewicht von 1 g und einem Gesamtgewicht von 5, 10, 20 oder 50 g. Die einzelnen Barren sind über Stege miteinander verbunden, ähnlich wie Schokoladenstücke in einer Tafel Schokolade.
Sie lassen sich durch Abknicken einzeln oder in Streifen problemlos aus dem Verbund lösen. Somit ist die Möglichkeit von Teilverkäufen gegeben. Auch als werthaltige Geschenke eignen sich herausgelöste Tafelbarren sehr gut und sind deutlich günstiger als separat gekaufte 1-g-Barren mit identischem Gesamtgewicht. Ein einzelner Barren, der zum Beispiel 50 g wiegt, ist wiederum günstiger als die entsprechende Tafelbarren-Variante.
LPPM-zertifizierte Palladiumbarren
Viele Hersteller von Palladiumbarren für Privatanleger produzieren zugleich Barren für den Großhandel am London Platinum and Palladium Market oder LPPM. Diese Hersteller genießen dank der Akkreditierung am LPPM einen sehr guten Ruf.
Bekannte und im deutschen Edelmetallhandel häufig anzutreffende LPPM-zertifizierte Hersteller von Palladiumbarren sind
Heraeus aus Deutschland,
Umicore aus Belgien
sowie PAMP
und Valcambi aus der Schweiz.
Argor-Heraeus sitzt ebenfalls in der Schweiz, gehört aber zu 100 % zum deutschen Heraeus-Konzern.
Die deutsche Degussa AG ist ein historisches deutsches Unternehmen mit LPPM-Akkreditierung. Es existiert heute nicht mehr, doch die Barren sind gelegentlich noch im Handel anzutreffen.
Die Markenrechte gehören heute der deutschen Degussa Sonne/Mond Goldhandel GmbH. Für die Produktion dieser neueren Barren ist die Schweizer Scheideanstalt Valcambi verantwortlich.
Palladiumbarren – meist geprägt, selten gegossen
Bei Palladiumbarren handelt es sich überwiegend um geprägte Produkte für die Geldanlage, die sich dank des Stanz- und Prägeverfahrens durch sehr große Exaktheit und Regelmäßigkeit auszeichnen. Gegossene Barren sind deutlich seltener und kommen fast ausschließlich in den beiden größten Stückelungen 500 g und 1 kg vor.
Weitere Eigenschaften von Palladiumbarren
Der als Feinheit bezeichnete Palladiumanteil der Barren beträgt 999,5 ‰. Die Form ist in der Regel flach und rechteckig mit abgerundeten Ecken. Die Beschriftung auf der Vorderseite weist das Feingewicht, die Feinheit und das Edelmetall Palladium aus.
Weitere Gestaltungselemente sind das Herstellerlogo und das Prüfzeichen (Melter-Assayer-Zeichen). Eine Seriennummer kann vorhanden sein, doch es gibt auch Hersteller, die keine Seriennummern verwenden oder die Praxis im Laufe der Zeit geändert haben.
Form
Feinheit
Minimalgewicht
Maximalgewicht
Platte oder Barren
mindestens 999,5/1000
1 g
6 kg (192,904 Unzen)
Das Design der Rückseite kann stark variieren. PAMP verwendet zum Beispiel ein sehr dekoratives Bild der römischen Glücksgöttin Fortuna, während die Rückseite der Palladiumbarren von Umicore vollständig blank ist.
Verpackung und Sicherheitsmerkmale von Palladiumbarren
Die vorherrschende Form der Verpackung von Palladiumbarren ist die Blisterverpackung. Der Blister (wörtlich: Blase) besteht aus transparentem Kunststoff. In die Verpackung ist eine Karte eingeschweißt, die in der Regel ein Echtheitszertifikat mit der Unterschrift des verantwortlichen Edelmetallprüfers zeigt. Barren mit 500 g oder 1 kg Gewicht werden teilweise auch in Folie eingeschweißt verschickt.
Besonders fälschungssicher sind die Palladiumbarren von PAMP. Dank der VERISCAN-Technologie lassen sich die Barren und Verpackungen per App authentifizieren.
Palladiumbarren oder Palladiummünzen: Was ist besser?
Barren aus Palladium bieten eine größere Auswahl an Einheiten als Palladiummünzen. Die Münzen sind fast ausschließlich in der Stückelung 1 oz erhältlich. Bei gleichem Gewicht ist das Aufgeld auf den aktuellen Palladiumpreis für Barren meist etwas geringer. Dennoch ist es sinnvoll, die konkreten Angebote der Händler am Kauftag zu vergleichen.
Besteuerung von Palladiumbarren
Palladiumbarren unterliegen beim Kauf der vollen Mehrwertsteuer. Besondere Besteuerungsmodelle wie die Differenzbesteuerung von Silbermünzen sind nicht üblich. Es gibt die Möglichkeit, die Mehrwertsteuer durch den Kauf in einem Zollfreilager zu umgehen.
Diese Option ist allerdings in der Regel an bestimmte Mindestvolumen gebunden. Des Weiteren fallen laufende Lagerkosten an. Für einen durchschnittlichen Kleinanleger sind Zollfreilager deshalb weniger geeignet.Ist es also grundsätzlich sinnvoller, auf börsengehandelte Palladium-ETCs oder Zertifikate auf Palladium zu setzen? Nicht unbedingt. Barren bieten die beruhigende Sicherheit des realen Besitzes.
Außerdem haben die börsengehandelten Produkte andere steuerliche Nachteile, denn der Fiskus greift bei Gewinnen oberhalb des steuerfreien Pauschalbetrags mit Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls noch mit der Kirchensteuer zu.
Gewinne aus Palladiumbarren gelten hingegen als private Veräußerungsgewinne. Diese werden nach Ablauf einer einjährigen Haltefrist nicht besteuert.
Die wichtigsten Fakten zu Palladiumbarren zusammengefasst
Palladiumbarren LPPM-zertifizierter Hersteller sind geeignete Produkte für die Geldanlage, insbesondere in den Einheiten von 1 oz bis 100 g. Sie werden meist im Pägeverfahren hergestellt. Der Kauf bei einem seriösen Händler bietet effektiven Schutz vor Fälschungen. Beim Kauf fällt zwar Mehrwertsteuer an, doch alle Gewinne verbleiben bei Einhaltung der einjährigen Haltefrist beim Anleger.