Mit Platinbarren kaufen Anleger standardisierte Produkte für ein physisches Investment in das Edelmetall Platin. Am deutschen Markt steht eine Vielzahl verschiedener Einheiten zur Auswahl, sodass die Barren für Depots praktisch jeder Größe infrage kommen. Unter den Herstellern erfreuen sich LPPM-zertifizierte Anbieter der größten Beliebtheit.
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Platinbarren von 0,5 g bis 1 kg: Welche Einheiten sind am besten geeignet?
Marktgängige Platinbarren sind in vielen verschiedenen Einheiten zwischen 0,5 g und 1 kg erhältlich. Die Stückelungen ab 1 oz haben typischerweise ein niedrigeres Aufgeld auf den aktuellen Platinpreis als kleinere Barren. Bei diesen steigt das Agio mit abnehmendem Gewicht zunehmend an.
Die beiden größten Einheiten, 1/2 kg und insbesondere 1 kg, sind weniger fungibel, da der Kreis der potenziellen Käufer kleiner ist. Eine gute Kombination aus niedrigem Aufgeld und guter Handelbarkeit bieten die mittleren Einheiten 1 oz, 50 g und 100 g. Das beliebteste Platinprodukt deutscher Kleinanleger unter allen Barren und Münzen ist der 1-oz-Barren.
Tafelbarren aus Platin: Was ist das?
Bei Tafelbarren handelt es sich um 1-g-Barren, die im Verbund geprägt werden und ein Gesamtgewicht von 5, 10, 20, 25 oder 50 g haben. Die einzelnen Kleinbarren lassen sich aus dem Verbund herauslösen, sodass Teilverkäufe möglich sind. Tafelbarren sind günstiger als mehrere einzeln gekaufte 1-g-Barren mit dem gleichen Gesamtgewicht, aber teurer als ein einzelner Barren, der das gleiche Gesamtgewicht hat.
LPPM-zertifiziert: Was bedeutet das?
In Angeboten für Platinbarren ist häufig der Hinweis „LPPM-zertifiziert“ zu lesen. Hinter der Abkürzung verbirgt sich der London Platinum and Palladium Market, der als wichtigster Handelsplatz für physisches Platin gilt. Hersteller, die ihre Barren im Londoner Großhandel anbieten dürfen, genießen einen sehr guten Ruf, der sich auf die Barren in Shops für Kleinanleger überträgt.
Im deutschen Edelmetallhandel erhältliche Platinbarren mit einer Akkreditierung durch den LPPM werden ganz überwiegend von europäischen Anbietern hergestellt, allen voran Heraeus aus Deutschland. Weitere bekannte Hersteller mit LPPM-Zertifizierung sind:
Argor-Heraeus (Schweiz, gehört zum Heraeus-Konzern)
C. Hafner (Deutschland)
PAMP (Schweiz)
Umicore (Belgien)
Valcambi (Schweiz)
Ein Sonderfall ist Degussa. Hinter dem Namen kann sich die heute nicht mehr existierende Degussa AG verbergen, die LPPM-zertifiziert war. Es handelt sich also um historische Barren. Im Handel heute verbreiteter sind moderne Barren mit dem Markennamen Degussa. Diese werden von Valcambi in der Schweiz für die deutsche Degussa Sonne/Mond Goldhandel GmbH hergestellt und sind somit ebenfalls LPPM-zertifiziert.
In der Good Delivery Platinum List des LPPM finden Sie alle aktuellen und ehemaligen akkreditierten Barrenhersteller.
Herstellung von Platinbarren
Beim Herstellungsverfahren überwiegt die Prägung, bei der die Rohlinge aus Platinblechen ausgestanzt werden. Die Beschriftung wird nachträglich mittels Prägestempeln appliziert. Es gibt unter den größeren Stückelungen auch gegossene Platinbarren, die aber weniger handelsüblich sind als gegossene Gold- oder Silberbarren.
Feinheit, Form und Markierungen von Platinbarren
Die gängige Feinheit für Platinbarren liegt bei 999,5 ‰. Somit erhalten Anleger annähernd reines Platin ohne Legierungsmetalle. Die übliche Form entspricht einem Rechteck mit abgerundeten Ecken im Hoch- oder Querformat.
Die Barrenmarkierungen bestehen in der Regel aus dem Namen und Logo und/oder Prüfzeichen des Herstellers sowie Angaben zum Gewicht, zum Edelmetall und zur Feinheit. Teilweise markieren die Hersteller ihre Barren außerdem mit Seriennummern. Die Rückseite kann abhängig vom Herstellern blank oder dekorativ gestaltet sein.
Form
Feinheit
Minimalgewicht
Maximalgewicht
Platte oder Barren
mindestens 999,5/1000
1 g
6 kg (192,904 Unzen)
Verpackung und Fälschungssicherheit von Platinbarren
Die meisten Platinbarren bis einschließlich 100 g werden in einer manipulationssicheren Blisterverpackung ausgeliefert. Diese enthält ein integriertes Echtheitszertifikat, auf dem alle relevanten Angaben wie Gewicht, Feinheit, Seriennummer und Hersteller aufgeführt sind.
Die versiegelte Verpackung dient dem Schutz vor Beschädigung und Manipulation – sie ist Teil des Sicherheitskonzepts zur Fälschungsprävention.
Größere Stückelungen ab 250 g werden in der Regel in stabilen Schutzverpackungen ausgeliefert. Bei diesen Barren sind die Echtheitsmerkmale – insbesondere Seriennummer, Feingehalt und Herstellerzeichen – direkt auf dem Barren eingeprägt. Zusätzlich wird häufig ein separates Echtheitszertifikat beigelegt. Auch hier stehen die Sicherheitmerkmale gegen Fälschung und unbefugtes Öffnen im Vordergrund.
Der Hersteller PAMP setzt zusätzlich zu Echtheitszertifikaten die VERISCAN-Technologie als Fälschungsschutz ein. Diese ermöglicht die Authentifizierung per App sowohl des Barrens selbst als auch des QR-Codes auf der Verpackung.
Bekannte Hersteller von Platinbarren
Hersteller
Land
Argor-Heraeus SA
Schweiz
Degussa (former Refiner)
Deutschland
Heraeus
Deutschland
Johnson Matthey
Großbritannien
PAMP
Schweiz
Umicore (former Refiner)
Deutschland
Valcambi S.A.
Schweiz
Platinbarren und Platinmünzen im Vergleich
Platinbarren und Anlagemünzen aus Platin sind im Prinzip als gleichwertige Produkte für ein Investment in physisches Platin anzusehen. Die Auswahl der Stückelungen ist bei Platinbarren größer. Im direkten Preisvergleich schneiden die Barren häufig ein wenig besser ab als die Platinmünzen. Der Vorteil ist jedoch nicht absolut. Es lohnt sich also, die tagesaktuellen Angebote zu vergleichen.
Platinbarren und börsengehandeltes Platin: Vergleich der Besteuerung
Physisches Platin in Form von Barren oder Münzen hat gegenüber börsengehandelten Platinprodukten wie ETCs oder Zertifikaten steuerliche Vor- und Nachteile. Der Nachteil macht sich beim Kauf von Platinbarren durch den vollen Mehrwertsteuersatz von 19 % bemerkbar, während für ETCs und Zertifikate keine Mehrwertsteuer zu zahlen ist.
Bei hohen Investitionsvolumen können Anleger in physisches Platin den Kauf in einem Zollfreilager für Edelmetalle in Erwägung ziehen und so die Mehrwertsteuer komplett sparen. Dabei entstehen jedoch laufende Kosten, die genau gegengerechnet werden müssen. Für den typischen Kleinanleger lohnt sich ein Zollfreilager in der Regel nicht.
Bei der Gewinnbesteuerung sind Platinbarren klar im Vorteil.
Für Gewinne aus den börsengehandelten Produkten werden beim Überschreiten des Sparer-Pauschalbetrags Abgeltungssteuer, der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer fällig.
Die Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften wie dem Verkauf von Platinbarren sind hingegen nach einer Haltefrist von einem Jahr steuerfrei. Je höher der Gewinn ausfällt, desto größer ist also die Steuerersparnis.
Hinweis: Diese Angaben dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellen keine steuerliche oder rechtliche Beratung dar. Für eine verbindliche Auskunft wenden Sie sich bitte an einen Steuerberater, Anlageberatung oder eine andere fachlich qualifizierte Stelle.
Das Wichtigste zu Platinbarren zusammengefasst
Kaufen Sie Platinbarren von einem der oben genannten LPPM-zertifizierten Hersteller bei einem seriösen Händler, wie den hier auf Goldpreis.de gelisteten und von uns überprüften Edelmetall-Shops. Vergleichen Sie die tagesaktuellen Angebote.
Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bei gleichzeitig guter Fungibilität bieten in der Regel Einheiten zwischen 1 oz und 100 g. Wenn Sie die Barren für mindestens zwölf Monate halten, kommen Sie in den Genuss steuerfreier Gewinne.