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Platin als Geldanlage – was ich wissen muss

Stand: 24.04.2017

Wer Geld in Edelmetalle investieren möchte, denkt dabei vorwiegend an Gold und Silber. Diese werden bereits seit Jahrtausenden für den Zahlungsverkehr genutzt und dienen als Wertanlage. Allerdings handelt es sich dabei nicht um die einzigen Möglichkeiten, wie man sein Geld in physische Rücklagen umwandeln kann. Neben den beiden traditionellen Edelmetallen gibt es nämlich auch Palladium und Platin. Dieser Artikel soll vor allem aufzeigen, wo die Unterschiede zwischen Platin, Gold und Silber liegen und worauf bei einem Investment geachtet werden muss. ===

Wie unterscheidet sich Platin von Gold und Silber?

1oz Platin BarrenNeben der Tatsache, dass es sich um ein anderes rares Metall handelt, gibt es ein paar weitere wichtige Unterschiede, die für die Anlage und den Handel mit Platin entscheidend sind. Während Gold beispielsweise allein von seiner Rarität lebt und kaum industriell verarbeitet wird, ist bei Platin genau das Gegenteil der Fall. Rund 80 Prozent des Platinbedarfs wird nämlich industriell verarbeitet, beispielsweise für Elektronik, in der Chemieindustrie und für Katalysatoren bei Dieselmotoren. Damit wird ein noch größerer Anteil des Metalls industriell verarbeitet, als es bei Silber der Fall ist. Das bedeutet, dass die Preisentwicklung sehr stark davon abhängig ist, wie hoch der industrielle Bedarf ist.
Außerdem ist auch die regionale Abhängigkeit auf der Angebotsseite ein wichtiger Faktor für die Anlage. Drei Viertel der Platinförderung finden in Südafrika statt. Gerade die individuellen Bedingungen vor Ort können dazu beitragen, das Förderungsvolumen dramatisch zu drücken, wie es beispielsweise beim Streik der Minenarbeiter im Jahr 2014 der Fall war. Ungefähr 200 Tonnen des Metalls werden jährlich gefördert – bei Gold sind es etwa 2.500 Tonnen. Eine Prägung in Münzen findet wesentlich seltener statt, was ein unregelmäßig verfügbares Angebot zur Folge hat.

Die Kursentwicklung von Platin in den letzten Jahren

Die Mechanismen für den Kurs von Platin ähneln denen von Gold teilweise. So ist eine Korrelation zwischen dem Dollarpreis und dem Kurs für Platin ebenso vorhanden. Steigt der Dollar, fällt Platin üblicherweise. In den letzten Jahren hat sich Platin zeitweise ein Rennen mit Gold um das wertvollere Edelmetall geliefert. Zum 3. Februar 2013 hatte es seinen Höchstwert der letzten fünf Jahre mit einem Wert von 1.717,00 US-Dollar je Feinunze. Zum gleichen Zeitpunkt hatte Gold einen Wert von 1.667,65 US-Dollar je Feinunze. Entsprechend war Platin zeitweise mehr wert als Gold. Allerdings hat es seitdem mehr an Wert verloren. Während Gold zwischen Mitte 2013 und heute konstant zwischen einem Preis von 1.100 und 1.400 US-Dollar je Feinunze pendelte, sank der Platinpreis zwischen Mitte 2014 und Anfang 2016 rapide von etwa 1.500 US-Dollar auf nur noch etwa 892 US-Dollar. Derzeit liegt Platin bei 962 US-Dollar je Feinunze (Stand: 19. März 2017).

Lohnt sich ein Investment in Platin?

Das bedeutet nicht, dass Platin derzeit keine Anlage wert ist. Das Edelmetall ist unverzichtbar für Katalysatoren von Dieselfahrzeugen. Wenn man jedoch berücksichtigt, dass der Absatz von Dieselfahrzeugen in den letzten Jahren zurückgegangen ist, erklärt sich der Preiseinbruch teilweise. Außerdem ist die Wirtschaftskraft in China in den letzten Jahren zurückgegangen, weshalb das dort als Schmuck sehr beliebte Metall ebenfalls an Wert verlor.
Auf der anderen Seite ist der Abbau von Platin für Minenbetreiber weniger lukrativ geworden. In 2014 wurden die Minen in Südafrika bestreikt, was zu höheren Löhnen geführt hat. Entsprechend geht der Lagerbestand von Platin kontinuierlich zurück, da der Abbau schlicht teurer und weniger lukrativ geworden ist. Ist der Bestand aufgebraucht, ist eine Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage, die zu steigenden Preisen führt, sehr wahrscheinlich. Allerdings ist der Kursgewinn in starkem Maße davon abhängig, dass sich Dieselfahrzeuge wieder besser verkaufen.
Für die eigene Anlagestrategie kann es sehr sinnvoll sein, gerade bei einem aktuell niedrig stagnierenden Preis aktiv zu werden. Das antizyklische Kaufen von Edelmetallen bietet schließlich deutlich mehr Entwicklungspotenzial hin zu höheren Preisen. Da Platin derzeit in Preisregionen zu finden ist, die es so bisher selten durchlaufen hat, kann sich eine Spekulation durchaus lohnen. Gerade das derzeit weltweit vorherrschende Krisenpotenzial birgt hier eine große Chance auf künftige Kursgewinne. Schließlich handelt es sich nicht nur um einen Rohstoff der Industrie, sondern auch um eines der seltensten Metalle der Welt.

Die Anlage in Platin – ein Ausblick

Derzeit ist nicht genau abzusehen, wie sich die Preisentwicklung von Platin gestalten wird. Ein Hemmnis ist der genannte schlechte Absatz von Dieselfahrzeugen. Steigt dieser wieder an, dürfte automatisch der Kurs von Platin ebenso wieder in Dimensionen vordringen, die er vor wenigen Jahren noch erreicht hat. Wer günstig einkauft, hat auf jeden Fall eine hohe Chance, Spekulationsgewinne erzielen zu können. Und auch für die langfristige Absicherung ist Platin neben Palladium eine echte Alternative zur Anlage in Gold.

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