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Wirtschaftsweiser für Ende des Bargelds

Stand: 19.05.2015

1-Euro-MünzeErsetzen Kredit- und Bankkarte das Bargeld im Zahlungsverkehr bald vollständig? Für dieses Szenario spricht sich zumindest der Wirtschaftsweise Peter Bofinger aus. In einem Interview mit dem Magazin „Spiegel“ forderte der Volkswirtschaftsprofessor die Bundesregierung jüngst dazu auf, sich für die Abschaffung des Bargelds einzusetzen.  

Bofinger zufolge seien Münzen und Geldscheine bei den heutigen technischen Möglichkeiten tatsächlich ein Anachronismus. Als Beispiel nannte er die verlorene Zeit, in der Leute an der Ladenkasse nach Kleingeld suchten und die Kassierer nach dem Wechselgeld.

 

Bargeld-Abschaffung wäre gutes Thema für G-7-Gipfel

Als wichtigeren Grund nannte Bofinger aber noch,=== dass durch das Ende von Münzen und Geldscheinen die Märkte für Schwarzarbeit und Drogen ausgetrocknet werden könnten. Fast ein Drittel des Euro-Bargelds seien 500-Euro-Scheine. Für das Einkaufen brauche die niemand, damit wickelten lichtscheue Gestalten ihre Geschäfte ab, so der Wirtschaftsweise.

Ohne Bargeld hätten es die Notenbanken zudem einfacher, ihre Geldpolitik durchzusetzen. Der in Würzburg lehrende Professor vertritt die Ansicht, dass die Abschaffung des Bargelds ein gutes Thema für die Agenda des diesjährigen G-7-Gipfels in Elmau wäre.

 

Deutsche bevorzugen Geldscheine und Münzen

Mit seiner Forderung dürfte Peter Bofinger hierzulande allerdings auf wenig Gegenliebe stoßen. Auch heute noch zahlen die deutschen Bürgerinnen und Bürger ihre Einkäufe am liebsten bar. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Deutschen Bundesbank zum „Zahlungsverhalten in Deutschland 2014“.

Demnach begleichen Privatpersonen 53 Prozent der Umsätze für Waren und Dienstleistungen mit Banknoten und Münzen. Nicht mit eingerechnet sind dabei wiederkehrende Zahlungen wie z. B. die Miete. Damit ist der Anteil der Barzahlungen bezogen auf den Umsatz gegenüber 2011 konstant geblieben. 

 

Laut den Ergebnissen der Studie führen Privatpersonen durchschnittlich 103 Euro in bar mit sich, davon 5,73 Euro in Münzen. Auch dieser Wert ist im Vergleich zu 2011 gleich geblieben.

 

Die Hälfte der Bevölkerung hat feste Präferenzen

Bei der Wahl der Zahlungsmittel hat die Hälfte der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher feste Präferenzen. 33 Prozent der Befragten zahlen nach eigenen Angaben immer bar, 17 Prozent bevorzugen unbare Zahlungsinstrumente wie die Bank- oder Kreditkarte.

Nach Einschätzung der Autoren besteht in der Bevölkerung bei der Nutzung von Zahlungsinstrumenten nur wenig Bereitschaft zu Experimenten. Kurzfristige Änderungen der Zahlungsgewohnheiten seien derzeit nicht zu erwarten.

 

Bildquelle: © Bundesbank

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