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Werden die Münzbarren aussterben?

Stand: 27.11.2013

Cook Islands MünzbarrenQuelle: ESG Edelmetall-Service GmbH

Das Jahr neigt sich dem Ende, und wie wir alle wissen, auch der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent beim Kauf von Silbermünzen. Ab 1. Januar 2014 wird dieser Steuersatz nun angeglichen und für Silberbarren und Silbermünzen gilt die einheitliche Mehrwertsteuer von 19 Prozent.   

 

Der Münzbarren war bisher eine Besonderheit, ein Steuerkuriosum. Die Idee: Man nehme einen Silberbarren und kombiniere ihn mit einer Silbermünze. Durch den eingeprägten Nennwert, ist der Münzbarren offizielles Zahlungsmittel im jeweiligen Herstellerland und kann in Deutschland mit dem ermäßigten Steuersatz gehandelt werden. Doch der Steuervorteil ist im nächsten Jahr nicht mehr gegeben. Bedeutet dies nun das aus, für den Münzbarren?

 

Die beiden bekanntesten Münzbarren sind:

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Cook Islands Münzbarren:

Er gilt als Zahlungsmittel in der südpazifischen Inselgruppe (Cookinseln) und wurde von dem deutschen Münzhändler Jürgen Göbel erfunden. Geprägt zunächst von der australischen Perth Mint, wird der Münzbarren seit 2008 von der Scheideanstalt Heimerle + Meule hergestellt. Verfügbare Gewichte: 10g, 100g, 250g, 500g, 1kg, 100 Unzen, 5 kg.

 

Andorra Münzbarren:

Dieser wurde als Alternative zum Cook Islands Münzbarren auf den Markt gebracht. Seit 2011 werden im Auftrag der Castell-Mint die Andorra Münzbarren als Umicore-Münzbarren gegossen. Verfügbare Gewichte: 250g, 500g, 1kg, 5 kg, und 15kg.

 

 

Beide Hersteller dieser Münzbarren liefern derzeit nur auf Anfrage und wollen die Produktion einstellen, so ist es nachzulesen im "Ratgeber: Mehrwertsteuererhöhung bei Silbermünzen dank Differenzbesteuerung vermeidbar", von Tim Schieferstein, Geschäftsführer der Solit Edelmetall Handelsgesellschaft mbH.

 

Auch wird in diesem interessanten Ratgeber die Möglichkeit der Differenzbesteuerung erläutert, wonach Silbermünzen und Münzbarren ab 2014 nicht wesentlich teurer werden müssen. Wie das? Importe aus Nicht-EU-Ländern, wie beispielsweise Kunstgegenstände, zu denen auch Silbermünzen zählen, unterliegen nach UStG weiter der ermäßigten Einfuhrsteuer von 7 Prozent. Der Edelmetallhändler kann nun nach §25a UStG. von der Differenzbesteuerung Gebrauch machen. Im Klartext: Die 19 Prozent Mehrwertsteuer fallen nur für die Differenz zwischen Einkaufs- und dem Verkaufspreis an. Damit wird die Silbermünze bzw. der Münzbarren um weniger als 0,2 Prozent teurer.

 

Ob die Händler die Möglichkeit der Differenzbesteuerung für Silbermünzen und Münzbarren nutzen, bleibt offen und hängt sicher auch von der entsprechenden Nachfrage ab. Momentan konzentriert sich jedoch der Edelmetallmarkt auf das Weihnachtsgeschäft und den Jahresabschluss. Das Argument der Mehrwertsteuererhöhung ab 2014 bei Silbermünzen und Münzbarren, ist zu verlockend für den Handel, als das man jetzt die steuerlichen Alternativen öffentlich diskutiert.

 

Auf goldpreis.de werden wir Sie weiter informieren zur künftigen Nutzung der Differenzbesteuerung und dem Schicksal der Münzbarren.

 

Quelle: Ratgeber: Mehrwertsteuererhöhung bei Silbermünzen dank Differenzbesteuerung vermeidbar

von Tim Schieferstein, Geschäftsführer der Solit Edelmetall Handelsgesellschaft mbH

 

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