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Sparkassenverband: Sparer beklagen niedrige Zinsen

Stand: 03.11.2015

1-Euro-MünzeDie Folgen der gegenwärtigen Geldpolitik bereiten vielen Menschen in Deutschland große Sorgen. Dies geht aus dem Vermögensbarometer 2015 hervor, das der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) in der vergangenen Woche in Berlin vorstellte. „Die Menschen machen sich Sorgen, dass bewährte Formen der Geldanlage kaum noch etwas zum Aufbau eines eigenen Vermögens beitragen“, erklärte Georg Fahrenschon, Präsident des DSGV.

Fahrenschon wies darauf hin, dass die Auswirkungen der anhaltenden Niedrigzinsphase immer weitere Bevölkerungsgruppen erreichten. „War bisher vor allem die Niedriglohngruppe betroffen, sind mittlerweile auch die Leistungsträger in der Mitte unserer Gesellschaft immer weniger in der Lage, durch ihre Anlageformen den Niedrigstzinsen zu entgehen“, so der DSGV-Präsident.

 

Griechenland-Krise wieder präsenter

Im Rahmen der Befragung zum Vermögensbarometer 2015 gaben 41 Prozent der Teilnehmer an, die aktuelle Geldpolitik bereite ihnen die größten Sorgen im Hinblick auf das Sparen.=== Der Großteil dieser Gruppe, 32 Prozent, sieht in den anhaltend niedrigen Zinsen die größte Gefahr. Sieben Prozent der Befragten äußerten die Angst vor einer Inflation und zwei Prozent fürchten sich davor, den Zugriff auf das eigene Geld zu verlieren.

Der Euro und die Entwicklungen in Europa waren für 15 Prozent der Befragten ein Grund zur Sorge. Diese Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr verdreifacht. Davon entfallen elf Prozent auf die Griechenland-Krise, die Euro-Krise ist für drei Prozent der Befragungsteilnehmer das größte Problem. Auf die Politik in Europa entfällt ein Prozent.

Die übrigen Themenbereiche Staat, Wirtschaft und politische Lage kommen zusammen auf einen Wert von elf Prozent. Gut ein Drittel der Befragten äußerte keine Sorgen.

 

Aktien gewinnen an Attraktivität

Bei der Frage nach geeigneten Geldanlageformen in der Niedrigzinsphase stehen Aktien hoch im Kurs. 36 Prozent der Befragten trauen dieser Anlageklasse am meisten zu. 2014 hatten sich lediglich neun Prozent der Teilnehmer für Aktien und Wertpapiere ausgesprochen. Auf Platz zwei folgen Immobilien mit einer Zustimmung von 35 Prozent. Investmentfonds werden von 20 Prozent der Befragten bevorzugt, 5 Prozent der Teilnehmer würden auf Gold bzw. Edelmetalle setzen.  

Auf der anderen Seite gehört das klassische Sparbuch zu den größten Verlierern. 49 Prozent der Befragungsteilnehmer halten es derzeit für ungeeignet zum Vermögensaufbau. 9 Prozent der Befragten würden angesichts der niedrigen Zinsen nicht auf ein Tagesgeldkonto setzen und sieben Prozent nicht auf Termingeld. Sparverträge, Lebensversicherungen und Staatsanleihen werden von 15 Prozent der Befragten als ungeeignet erachtet.

 

Sicherheit steht beim Vermögensaufbau an erster Stelle

Hohe Zinsen scheinen für die Deutschen allerdings nicht der wichtigste Aspekt bei der Geldanlage zu sein. Auf die Frage nach den drei wichtigsten Faktoren beim Vermögensaufbau geben 50 Prozent der Befragten Sicherheit an, 38 Prozent Flexibilität und 31 Prozent die Verfügbarkeit des angelegten Geldes. Die Rendite folgt auf Platz vier mit 27 Prozent.

Weitere wichtige Faktoren für die Befragten sind steuerliche Aspekte (21 Prozent), die Vererbbarkeit des angesparten Vermögens (19 Prozent) und die Vereinbarkeit mit der Lebens- und Familienplanung (19 Prozent). Auch das Thema Nachhaltigkeit gewinnt im Bereich der Geldanlage zunehmend an Bedeutung. Für 17 Prozent der Befragten gehört der Ressourcenerhalt zu den drei wichtigsten Faktoren.

 

Über das Vermögensbarometer

Für das aktuelle Vermögensbarometer wurden im Juli und August 2015 insgesamt 1.900 Bundesbürgerinnen und -bürger ab 14 Jahren in ganz Deutschland befragt. Erstellt wurde die Studie durch die icon Wirtschafts- und Finanzmarktforschung im Auftrag des DSGV.

 

Bildquelle: © Bundesbank

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