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Silbermarkt: GFMS erwartet Angebotsdefizit

Stand: 19.11.2015

Standard-Silberbarren, 1000 ozDer Silbermarkt könnte in diesem Jahr das dritte Angebotsdefizit in Folge verzeichnen. Dies geht aus einem vorläufigen Marktbericht hervor, den der Branchendienst Thomson Reuters GFMS kürzlich auf einer Veranstaltung des Silver Institute präsentierte. Demnach rechnen die Analysten von GFMS für 2015 mit einem physischen Defizit von 42,7 Millionen Unzen (ca. 1.328 Tonnen).

Für das Gesamtjahr 2015 erwartet der Marktforscher eine Silbernachfrage von 1.057 Millionen Unzen (ca. 32.879 Tonnen). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Minus von 2,5 Prozent. GFMS erklärt die geringere Nachfrage hauptsächlich mit dem zurückgehenden Silberbedarf des Elektroniksektors. Die schwache Konjunktur in China und anderen Schwellenländern verstärke den seit 2011 bestehenden Trend in diesem Jahr zusätzlich.

 

Hohe Nachfrage nach Silbermünzen

Die Nachfrage nach Silbermünzen erreichte im dritten Quartal dieses Jahres mit 32,9 Millionen Unzen (ca. 1.023 Tonnen) einen neuen Rekordwert. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg die Nachfrage um 95 Prozent. Der unerwartete Ansturm auf Silbermünzen=== führte in den vergangenen Monaten zu einem beispiellosen Mangel; die weltweit größten Münzprägeanstalten haben ihre Liefermengen mittlerweile stark limitiert.

Für 2015 prognostizieren die Analysten von GFMS einen Nachfrageanstieg von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 129,9 Millionen Unzen (ca. 4.040 Tonnen). Der Anteil von Silbermünzen an der physischen Gesamtnachfrage beträgt in diesem Jahr 12 Prozent. 2014 lag dieser Wert noch bei 10 Prozent.

 

Silberbedarf der Photovoltaik-Industrie steigt

Auch die Photovoltaik-Branche hat einen steigenden Bedarf an Silber. Im laufenden Jahr erhöht sich die Nachfrage aus diesem Industriebereich voraussichtlich um 17 Prozent auf 74,2 Millionen Unzen (ca. 2.308 Tonnen). 2015 entfallen auf die Photovoltaik-Branche 13 Prozent der gesamten Silbernachfrage.

Der Edelmetallbedarf der Ethylenoxid-Produzenten steigt in diesem Jahr um 49 Prozent auf 8 Millionen Unzen Silber (ca. 249 Tonnen). Dies ist der höchste Wert seit 2010. Trotz der gestiegenen Nachfrage aus diesen Branchen sinkt der Silberbedarf der Industrie 2015 voraussichtlich um 4 Prozent auf 570,7 Millionen Unzen (ca. 17.751 Tonnen). Dies entspricht einem Anteil von 54 Prozent an der Gesamtnachfrage.

 

Schmucknachfrage leicht rückläufig

Die Schmuckproduktion verbraucht in diesem Jahr voraussichtlich 218,9 Millionen Unzen Silber (ca. 6.809 Tonnen). Dies sind 2,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. In Thailand, den USA und Italien stieg die Produktion in einem gesunden Tempo, in China brach sie um 25 Prozent ein. GFMS erklärt diesen starken Rückgang mit der sich verlagernden Produktion nach Südostasien und dem schwächeren Konsum von Silberschmuck in China selbst.

 

Recyclingangebot geht weiter zurück

Das Silberangebot beläuft sich in diesem Jahr auf 1.014,4 Tonnen. Damit sinkt das Gesamtangebot im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent. Das Minenangebot liegt mit 867,2 Millionen Unzen (ca. 26.973 Tonnen) um 0,3 Prozent unter dem Wert des Vorjahres.

Auch das sonstige Angebot, u. a. aus dem Silberrecycling, geht in diesem Jahr zurück auf 147,2 Millionen Unzen (ca. 4.578 Tonnen). Das Angebot an Altsilber fällt bereits das vierte Jahr in Folge, nachdem es 2011 seinen Höhepunkt erreicht hatte.  

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