www.goldpreis.de

Platinmarkt: Angebotsdefizit im ersten Quartal

Stand: 20.05.2015

Platinbarren, 500 g Der globale Platinmarkt hat das erste Quartal 2015 mit einem deutlichen Angebotsdefizit beendet. Dies geht aus dem aktuellen Report „Platinum Quarterly“ des World Platinum Investment Council (WPIC) hervor. Demnach überstieg die weltweite Platinnachfrage das Angebot um rund fünf Tonnen (160.000 Unzen).

Insgesamt wurden von Januar bis März dieses Jahres 62,5 Tonnen Platin nachgefragt (knapp 2 Millionen Unzen). Damit stieg die Nachfrage gegenüber dem vierten Quartal 2014 um 3,9 Prozent. In den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres hatte sich die Nachfrage auf 59,7 Tonnen (1,92 Millionen Unzen) belaufen.

 

Angebotsdefizit hat verschiedene Ursachen

Nach Angaben des WPIC=== waren verschiedene Faktoren für das Defizit auf dem Platinmarkt verantwortlich. So kam es in China zu einer erhöhten Nachfrage nach Platinschmuck, da die Hersteller ihre Bestände nach dem chinesischen Neujahrsfest wieder aufstockten.

Das Platinangebot aus dem Bergbau verharrte weitgehend auf dem Niveau des vergangenen Quartals. Ein erhöhter Minenausstoß in Südafrika und Simbabwe wurde durch Produktionsrückgänge in anderen Regionen ausgeglichen. Gleichzeitig nahm das Recycling-Angebot ab, da der Rückgang beim Recycling von Schmuck den leichten Anstieg recycelter Katalysatoren übertraf.

 

Erhöhte Schmucknachfrage und steigende Autoverkäufe

Auf der Nachfrageseite machte sich im ersten Quartal 2015 ein erhöhter Bedarf an Katalysatoren bemerkbar. Dieser wurde durch steigende Autoverkäufe in Europa und die Einführung von Euro-6-konformen Katalysatoren begünstigt. Insgesamt stieg die Nachfrage in diesem Bereich um fünf Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2014 auf 25,7 Tonnen (825.000 Unzen).

Die Nachfrage nach Platinschmuck wird von den Experten auf 23,3 Tonnen geschätzt (750.000 Unzen). Neben China ist auch Indien nach wie vor ein Markt mit signifikantem Wachstum. Die indischen Einzelhandelsverkäufe stiegen im ersten Quartal dieses Jahres weiter.

 

Dagegen übertrafen Laut WPIC die ETF-Verkäufe die Käufe in allen wichtigen Investmentregionen. Die ETF-Bestände sanken im vergangenen Quartal um 1,6 Tonnen (50.000 Unzen). In den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres hatten die Platin-ETFs Abflüsse in Höhe von rund 0,9 Tonnen verzeichnet (30.000 Unzen). Die Verkäufe von Münzen und Barren summierten sich auf ca. 1 Tonne (35.000 Unzen) und blieben damit auf dem Niveau des vorangegangenen Quartals.

 

Recyclingangebot gesunken

Während die Platinnachfrage in den ersten drei Monaten dieses Jahr stieg, ließ sich auf der Angebotsseite kein vergleichbarer Trend feststellen. Das weltweite Angebot an Platin betrug 57,7 Tonnen (1,84 Millionen Unzen).

 

Der Ausstoß der Platinminen belief sich im ersten Quartal 2015 auf 43,8 Tonnen (1,39 Millionen Unzen). Der weltweit wichtigste Platinproduzent Südafrika konnte seine Produktion nach dem monatelangen Streik im vergangenen Jahr wieder steigern. Der Ausstoß südafrikanischer Minen verbesserte sich gegenüber dem letzten Quartal 2014 um zwei Prozent auf knapp 31 Tonnen (995.000 Unzen).

Das Platinangebot aus Simbabwe erhöhte sich um 16 Prozent auf 3,4 Tonnen (110.000 Unzen). Dagegen sank das Angebot aus Regionen außerhalb des südlichen Afrikas um zehn Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2014 auf 9,6 Tonnen (310.000 Unzen).

 

Das Recyclingangebot sank im Quartalsvergleich um sechs Prozent auf 14 Tonnen (450.000 Unzen). Ein Grund für diese Entwicklung war laut WPIC ein 23-prozentiger Rückgang des Schmuck-Recyclings nach niedrigeren Einzelhandelsverkäufen in China.

 

Prognose zu Platindefizit korrigiert

Der WPIC belässt seine Prognose für das Gesamtangebot unverändert bei 247,7 Tonnen (knapp 8 Millionen Unzen). Dem Verband zufolge werde ein höher prognostiziertes Minenangebot durch ein reduziertes Sekundärangebot ausgeglichen.

Die gesunkene Nachfrageprognose sei in erster Linie auf eine Korrektur der industriellen Nachfrage in China zurückzuführen. Diese basiere auf der Einschätzung eines geringeren Wirtschaftswachstums in diesem Jahr.

Vor diesem Hintergrund korrigierte der WPIC seine Prognose für das weltweite Platinmarktdefizit in diesem Jahr auf 5,9 Tonnen (190.000 Unzen). Ende 2014 hatte der Verband das diesjährige Platindefizit noch auf 7,3 Tonnen (235.000 Unzen) geschätzt.

 

Bildquelle: Johnson Matthey

Goldpreis Heute

1.067,67 EUR
-0,05 EUR
-0,01 %
1.259,05 USD
+4,75 USD
+0,38 %

Goldpreis Rechner