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Platin: Nachfrage des Automobilsektors gestiegen

Stand: 15.03.2016

Platinbarren 1 KilogrammDie weltweite Nachfrage nach Platin hat im vergangenen Jahr um drei Prozent zugenommen. Wie aus dem aktuellen Marktbericht des World Platinum Investment Council (WPIC) hervorgeht, lag die Gesamtnachfrage 2015 bei 255,2 Tonnen. Im Jahr zuvor hatten die Platinmärkte eine Nachfrage von 248,7 Tonnen registriert.

Die Hauptfaktoren für diese Entwicklung waren laut WPIC der Automobilsektor und der Investmentbereich. So stieg die Platinnachfrage der Automobilindustrie im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 107,5 Tonnen. 2014 hatte der Platinbedarf dieses Industriesektors bei 102,3 Tonnen gelegen. In Europa wirkte sich die neue Euro-6-Norm positiv auf die Nachfrage aus, da diese die Platinmenge pro Fahrzeug erhöht. Außerdem stiegen der Umsatz im Kraftfahrzeughandel in Westeuropa und die Nachfrage im indischen Automobilsektor um jeweils neun Prozent.

Der globale Investmentbedarf nahm um 73 Prozent zu und erreichte 8,1 Tonnen. 2014 hatten Anleger 4,7 Tonnen Platin nachgefragt.=== Dabei sank die von ETFs gehaltene Platinmenge um 7,5 Tonnen; dieser Rückgang konnte jedoch durch die hohe Münz- und Barrennachfrage aufgefangen werden. Besonders in Japan kam es im vierten Quartal vergangenen Jahres zu Verkaufsrekorden.

 

Robuste Industrienachfrage, Schmuckhersteller schwächeln

Neben den Autobauern hatten auch die übrigen Industriebereiche im vergangenen Jahr einen höheren Platinbedarf. Die Nachfrage stieg um vier Prozent auf 50,1 Tonnen, 2014 hatte sie bei 48,4 Tonnen gelegen. Besonders deutlich nahm die Nachfrage des Erdölsektors zu – dessen Platinbedarf stieg gegenüber dem Vorjahr um mehr als das Doppelte an.

Ein leichtes Nachfrageminus verzeichneten hingegen die Schmuckhersteller. Die Platinnachfrage des Schmucksektors sank 2015 gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent auf 89,6 Tonnen. 2014 hatte sich die Nachfrage auf 93,3 Tonnen summiert. Nach Angaben des WPIC litt die Nachfrage unter den rückläufigen Schmuckverkäufen in China.

 

Platinangebot steigt deutlich – Markt trotzdem im Defizit

Auf der anderen Seite stieg das Platinangebot 2015 um acht Prozent auf 243,4 Tonnen. 2014 hatte es bei 226,1 Tonnen gelegen. Das Angebot des Industriemetalls nahm vor allem dank gestiegener Fördermengen zu.

Die Minenproduktion stieg gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent auf 189,7 Tonnen. 2014 hatten die Bergbauunternehmen weltweit 162,7 Tonnen Platin gefördert. Besonders groß war der Anstieg der südafrikanischen Fördermenge. Diese stieg 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 41 Prozent. Das Recyclingangebot nahm dagegen im Jahresvergleich um 15 Prozent ab. 2015 belief es sich auf 53,7 Tonnen, 2014 waren es 63,5 Tonnen gewesen.

Trotz der gestiegenen Fördermengen und des verbesserten Angebots beendete der Platinmarkt das vergangene Jahr mit einem Defizit von 11,8 Tonnen. Für das laufende Jahr prognostiziert der WPIC ein geringeres Defizit von 4,2 Tonnen, aufgrund eines leichten Angebotsrückgangs und eines steigenden Platinbedarfs im Bereich des Automobil- und Schmucksektors.

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