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Österreich will 110 Tonnen Gold zurückholen

Stand: 27.05.2015

Goldbarren in einem Bundesbank-TresorNach der Deutschen Bundesbank plant nun auch die Oesterreichische Nationalbank (OeNB), einen Teil ihrer Goldreserven aus dem Ausland zurückzuholen. Wie österreichische Medien in der vergangenen Woche berichteten, sollen 110 Tonnen Gold bis 2020 in kleinen Tranchen zum OeNB-Hauptsitz nach Wien transportiert und dort eingelagert werden.

 

Die Teilrückführung der Goldreserven gehört zur neuen „Goldstrategie“ der OeNB, die in dieser Woche präsentiert werden soll. Bereits im Vorfeld dieses Termins wurden Eckpunkte des Plans aus Notenbankkreisen bestätigt. Demnach will die OeNB in Zukunft 50 Prozent des österreichischen Währungsgoldes in Tresoren im Inland lagern. Die andere Hälfte soll im Ausland verbleiben, 30 Prozent davon in Großbritannien und 20 Prozent in der Schweiz.

Insgesamt hält die OeNB derzeit 280 Tonnen Gold im Wert von ca. 9,8 Milliarden Euro (Stand: 22.05.2015). Dies entspricht rund 45 Prozent=== der gesamten Währungsreserven Österreichs.

 

Rechnungshof kritisiert Auslandslagerung

Die Entscheidung kommt nur drei Monate, nachdem der österreichische Rechnungshof die Zentralbank für deren Umgang mit den landeseigenen Goldvorräten kritisiert hatte. Damals hatten die Prüfer bemängelt, dass eine Gesamtstrategie für das Management der Goldreserven fehle.

Aktuell befindet sich ein Großteil des österreichischen Währungsgoldes in ausländischen Lagerstätten: 80 Prozent liegen bei der Bank of England, ein kleiner Teil von drei Prozent wird in der Schweiz gelagert. Die restlichen 17 Prozent werden von der OeNB im Inland verwahrt.

 

Goldrückholung auch in Österreich ein Thema

Mit der neuen „Goldstrategie“ schließen sich die österreichischen Notenbanker einem kleinen Trend im Euroraum an. Neben Deutschland holten auch die Niederlande im vergangenen Jahr eine beachtliche Menge Gold zurück: Insgesamt 122 Tonnen des Edelmetalls wurden von New York nach Amsterdam transportiert. Die niederländische Zentralbank verfügt über Goldreserven von 612,5 Tonnen.

In Österreich sind die Goldvorräte nicht erst seit der Kritik des Rechnungshofes an der Zentralbank ein Thema. So setzt sich der FPÖ-Abgeordnete Gerhard Deimek seit einigen Jahren dafür ein, das Gold komplett zurückzuholen und in Österreich zu lagern.  

 

Bildquelle: © Bundesbank

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