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Indischer Schmuckhersteller kauft Valcambi

Stand: 28.07.2015

Combibar Valcambi 10 x 1/10 ozSeit Jahren importiert Indien große Mengen Gold aus der Schweiz. Nun hat ein indisches Unternehmen eine der vier großen Scheideanstalten des Landes übernommen. Die im Schweizer Kanton Tessin ansässige Valcambi SA geht für 400 Millionen US-Dollar an die Rajesh Exports Ltd.

Hauptaktionär von Valcambi war bislang die US-amerikanische Bergbaugesellschaft Newmont Mining Corp. mit einem Anteil von 60,6 Prozent. Der Verkauf bringt dem Unternehmen 119 Millionen US-Dollar ein. Zudem versorgt Newmont Mining die Schweizer Scheideanstalt auch in den kommenden fünf Jahren mit Rohstoffen.

Bis zu 35 Prozent des Deals werden durch die Großbank Credit Suisse finanziert, der Rest wird nach Angaben von Rajesh Exports aus Rückstellungen bezahlt.

 

Rajesh Exports will Kapazitäten ausbauen

Der neue Besitzer von Valcambi ist der weltweit größte Hersteller von Goldschmuck. Von der Übernahme versprechen sich die Inder offenbar eine Rohstoffversorgung zu niedrigeren Preisen sowie die technologische Expertise, um das eigene Geschäft im Heimatland auszubauen.

Mithilfe der Schweizer Scheideanstalt=== will Rajesh Exports die Kapazität seiner indischen Raffinerie 2015 von 80 auf 200 Tonnen pro Jahr erhöhen. Ein Analyst äußerte sich zu diesem Vorhaben positiv. Die Raffinerietechnik von Valcambi sei Weltklasse und würde dem indischen Unternehmen bei der Einrichtung bzw. Erweiterung seiner Raffineriekapazität helfen, so Bhargava N. Vaidya von B.N. Vaidya Associates.

 

Valcambi könnte indischen Goldbedarf allein decken

Mengenmäßig bewegt sich Valcambi auf einem sehr viel höheren Niveau als sein neues Mutterunternehmen aus Indien. Zuletzt raffinierte und verkaufte die Scheideanstalt 945 Tonnen Gold und 325 Tonnen Silber pro Jahr.

Bei Bedarf könnte das Unternehmen bis zu 1.600 Tonnen Gold verarbeiten. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Goldkonsum Indiens liegt bei jährlich rund 900 Tonnen. „Valcambi könnte die gesamte indische Goldnachfrage bedienen“, so der Vorsitzende von Rajesh Exports, Rajesh Mehta.

 

Die Hälfte der Valcambi-Goldbarren geht nach Indien

Auch für die Schweizer Scheideanstalt bringt die Übernahme durch den indischen Schmuckhersteller Vorteile mit sich. Nach Angaben von Michael Mesaric, dem CEO von Valcambi, landen bereits jetzt fast 50 Prozent der eigenen Goldbarren über direkte und indirekte Kanäle, wie Banken, in Indien. Jetzt könne man deutlich mehr Kunden auf direktem Wege erreichen, erklärte Mesaric.

„Der Zusammenschluss von Rajesh Exports und Valcambi sorgt dafür, dass Valcambi seinen weltweiten Anteil am Goldgeschäft durch die Erschließung neuer Märkte in Indien, dem Nahen Osten und China verbessert“, so Mesaric in einem Statement.

 

Über Valcambi

Die Valcambi SA mit Sitz in Balerna wurde im Jahr 1961 gegründet. In Deutschland ist das Unternehmen insbesondere als Barrenhersteller bekannt. Die Gold- und Silberbarren der Raffinerie sind seit 1967 bzw. 1972 für den Handel am London Bullion Market zugelassen. 1997 wurde Valcambi in die Good Delivery Liste des London Platin & Palladium Market (LPPM) aufgenommen. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 165 Mitarbeiter.

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