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Indien startet neues Gold-Anleihe-Programm

Stand: 16.09.2015

Goldbarren von Heraeus, 250 GrammDie indische Regierung unternimmt einen neuen Versuch, die Goldimporte des Landes zu verringern. Wie die Zeitung Times of India berichtet, beschloss das Kabinett von Premierminister Narendra Modi in der vergangenen Woche die Ausgabe von Gold Bonds sowie ein Gold-Monetisierungsprogramm.  

 

Die Gold-Anleihen werden von der Zentralbank Indiens ausgegeben und sollen in Stückelungen zu 5, 10, 50 und 100 Gramm erhältlich sein. Jeder indische Bürger kann jährlich Bonds im Wert von maximal 500 Gramm Gold zeichnen. Die verzinsten Anleihen haben eine Mindestlaufzeit von fünf bis sieben Jahren.

 

Gehortetes Gold soll in Wirtschaft zurückfließen

Laut der indischen Regierung sind die Gold Bonds=== eine Alternative zum Kauf von physischem Edelmetall. Einer offiziellen Erklärung zufolge können die Gold-Anleihen als Sicherheit für Kredite verwendet und an den Börsen gehandelt werden. Alle Risiken in Verbindung mit dem Goldpreis und der Währung würden von der Regierung durch den Goldreservefonds getragen.

Während die Gold-Anleihen auf den Neuerwerb zielen, soll das Monetisierungsprogramm die horrenden Goldmengen in indischen Haushalten und Tempeln wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückführen. Experten schätzen, dass private Haushalte und Tempelgemeinden in Indien mehr als 20.000 Tonnen Gold horten.

 

Gold soll bei Banken gegen Zinsen hinterlegt werden

Das Programm soll Goldbesitzer dazu ermutigen, ihr Edelmetall als Einlage zur Bank zur bringen. Dieses wird auf ein Goldsparkonto eingezahlt und mit 1,5 bis 2 Prozent verzinst. Die Mindesteinlage beträgt 30 Gramm. Die Reinheit des Goldes muss von einer anerkannten Scheideanstalt zertifiziert sein. Das Goldsparkonto wird mit verschiedenen Laufzeitmodellen zwischen einem und 15 Jahren angeboten.

Das bei den Banken eingelieferte Gold soll eingeschmolzen und an indische Schmuckhersteller verliehen oder verkauft werden. Diese können daraus neuen Schmuck produzieren und so das in Indien lagernde Gold wieder zu Geld machen.

 

Goldimporte für Außenhandelsdefizit verantwortlich

Zusammen mit China gehört Indien zu den größten Goldkonsumenten der Welt. Da das Land über keine nennenswerte Goldproduktion verfügt, werden jährlich hunderte Tonnen Gold aus dem Ausland importiert. Im letzten Finanzjahr betrug die Goldeinfuhr 915 Tonnen. Damit ist das gelbe Edelmetall nach Mineralöl das zweitwichtigste Importgut und ein wesentlicher Grund für das indische Außenhandelsdefizit und die schwache Rupie.

In den vergangenen Jahren hatte die Regierung versucht, die Goldeinfuhr durch hohe Importsteuern und Einfuhrbeschränkungen zu verringern. Dies förderte jedoch den Schmuggel, sodass weiterhin große Mengen an Gold ins Land gelangten.

 

Pläne zur Gold-Monetisierung wurden in Indien bereits mehrere Male mehr oder weniger erfolgreich durchgeführt. 1993 konnte ein Programm rund 41 Tonnen Gold einwerben. Allerdings mussten die Besitzer im Gegensatz zu früheren Programmen nicht angeben, woher das Gold stammte. Das letzte Programm im Jahr 1999 floppte, da die Herkunft des Edelmetalls wieder nachgewiesen werden musste. Das aktuelle Programm fordert ebenfalls einen Herkunftsnachweis.

 

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