Indien: Bank friert Goldhändler-Konten ein

Stand: 13.12.2016

Goldbarren, Heraeus 100 gIn Indien beteiligt sich die Axis Bank am Kampf gegen das Schwarzgeld. Die drittgrößte private Geschäftsbank des Landes hat die Konten mehrerer Goldhändler und Juweliere gesperrt. Zuvor waren zwei leitende Angestellte einer Filiale wegen mutmaßlicher Geldwäsche verhaftet worden. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Ein Goldhändler aus Chennai erzählte, die Bank habe sein Konto ohne Angabe von Gründen eingefroren. Ein halbes Dutzend weiterer Händler aus Kalkutta, Mumbai, Ahmadabad und Neu-Delhi berichtete ebenfalls von eingefrorenen Geschäftskonten bei der Axis Bank.

 

Konten im Rahmen der Bargeldentwertung eingefroren

„Wir haben Transaktionen über einige Konten als Teil einer umfangreichen Überprüfung im Anschluss an die Demonetisierung vorübergehend ausgesetzt“, erklärte die Bank in einer E-Mail an Reuters. Nach einer verbesserten Analyse würden die Konten in den nächsten Tagen wiederhergestellt.

Anfang November hatte Premierminister Narendra Modi über Nacht die beiden größten Banknoten, den 500-Rupien- und den 1.000-Rupien-Schein, für ungültig erklärt. Parallel zur Ausgabe neuer 500-Rupien sowie 2.000-Rupien-Scheine hatte die indische Regierung den Bargeldverkehr eingeschränkt. Außerdem berichteten indische Medien in der vergangenen Woche von landesweiten Razzien der Steuerbehörden, bei denen unversteuerte Vermögenswerte konfisziert wurden.

 

Maßnahme der Axis Bank könnte Goldimporte drosseln

Laut Reuters könnte die Maßnahme der Axis Bank dazu führen, dass sich die Goldimporte Indiens im Dezember verringern. Das Kreditinstitut gehört zu den größten Goldimporteuren des Landes. Der Goldhandel ist bereits zum Stillstand gekommen, da die Juweliere befürchten, mit großen Einkäufen die Aufmerksamkeit der Regierungsbehörden auf sich zu ziehen.

Schieben die Goldhändler und Juweliere ihre Käufe auf, könnten die indischen Goldimporte in diesem Monat auf 30 Tonnen fallen, schätzt ein Händler aus Mumbai. Im Dezember 2015 seien 107 Tonnen des gelben Edelmetalls importiert worden. Im November dieses Jahres hatten die Goldeinfuhren mit rund 100 Tonnen ein Elfmonatshoch erreicht.

 

Berichten zufolge zahlen einige Menschen in Indien für Gold zurzeit einen 50-prozentigen Aufschlag auf die offiziellen Preise. Die Käufer verwenden die außer Kurs gesetzten Banknoten, um die neuen Bargeldbeschränkungen zu umgehen. Es wird geschätzt, dass ein Drittel des jährlichen Goldkonsums in Indien mit Schwarzgeld bezahlt wird.

 

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