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Goldpreisentwicklung 2014: Geldpolitik im Fokus

Stand: 12.01.2015

Krügerrand Goldmünze 1 oz

Die Goldpreisentwicklung im vergangenen Jahr hat nicht jeden Edelmetallanleger zufriedengestellt. Während der Goldpreis in US-Dollar bis Jahresende etwa 1,3 Prozent verlor, legte er in Euro gerechnet um rund 12 Prozent zu. Die US-amerikanische Währung, auch Greenback genannt, präsentierte sich 2014 als starker Antagonist von Gold. Die Kursgewinne des US-Dollars gegenüber dem Euro belasteten den Goldpreis und waren somit ein Faktor für die gemischte Bilanz des Edelmetalls.

 

Guter Start – schwaches zweites Halbjahr

Gestartet war Gold zu Beginn des Jahres mit einem Preis von 1.214 US-Dollar pro Feinunze. Nachdem der Goldpreis in den darauffolgenden Wochen stetig gestiegen war, erreichte er im März seinen Jahreshöhepunkt bei 1.383 US-Dollar. Mitte des Jahres begann allerdings der Absturz: Ende Mai fiel der Goldpreis bis auf 1.250 US-Dollar; im November kostete die Feinunze Gold zeitweise noch 1.172 US-Dollar. Bis zum Ende des Jahres konnte sich das Edelmetall aber wieder etwas erholen und notierte abschließend bei 1.185 US-Dollar pro Feinunze.

Auf Eurobasis kostete die Feinunze Gold=== zum Jahresende 976 Euro.

 

Diskussion um Leitzinserhöhung in den USA

Ein wesentlicher Faktor für die Goldpreisentwicklung im vergangenen Jahr war die US-Notenbank Fed. Diese beendete im November ihr Wertpapierankaufprogramm, auch bekannt unter dem Namen „QE 3“ (Quantitative Easing). Zuvor waren Ankäufe von Staatsanleihen durch die Fed auf 15 Milliarden US-Dollar pro Monat heruntergefahren worden. Die US-Notenbank hatte das Ankaufprogramm „QE 3“ im September 2012 mit einem Volumen 40 Milliarden US-Dollar monatlich gestartet.

Gleichzeitig begann 2014 unter Investoren und Analysten die Diskussion um eine Erhöhung des Leitzinses in den USA. In Bezug auf dieses Thema ging aus den veröffentlichten Protokollen der Fed hervor, dass diese auch noch „geraume Zeit“ nach dem Ende des Anleihekaufprogramms am niedrigen Zins festhalten werde. Allerdings betonten die Verantwortlichen, dass eine Zinserhöhung auch früher als erwartet kommen könnte – eine positive Entwicklung der Inflation sowie der US-Arbeitsmarktdaten vorausgesetzt.

 

Starker US-Dollar und QE der EZB

Die Spekulationen um eine frühzeitige Zinswende in den USA beflügelten im Laufe des vergangenen Jahres den Kurs des US-Dollars. Im Zuge dessen verlor der Euro gegenüber dem Greenback in 2014 rund zwölf Prozent an Wert. Zum Jahresschluss lag die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,21 US-Dollar.

Mitte Dezember verkündete die Fed in ihrer Erklärung zum Zinsentscheid, dass man bei der Straffung geduldig vorgehen wolle. Nach Aussage von US-Notenbankchefin Janet Yellen solle diese Aussage dahingehend interpretiert werden, dass es unwahrscheinlich sei, den Normalisierungsprozess auf einer der nächsten Zinssitzungen zu beginnen.

 

Neben der Fed sorgte im vergangenen Jahr auch die EZB für Aufsehen an den Finanzmärkten. Deren Chef Mario Draghi hatte in den vergangenen Monaten immer wieder mit Aussagen zur Geldpolitik der EZB auf sich aufmerksam gemacht. Umstritten ist dabei vor allem das Vorhaben der Zentralbank, mit einem Quantitative Easing-Programm die drohende Deflation in der Euro-Zone zu verhindern und die Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Bereits im September 2014 hatte die EZB überraschend den Leitzins von 0,15 auf 0,05 Prozent gesenkt. Zudem senkte die EZB den Einlagezins für Banken erstmals auf -0,10 Prozent. Damit müssen Geldhäuser nun einen Strafzins zahlen, wenn sie Geld bei der EZB deponieren.

 

EZB: Expansive Geldpolitik auch 2015

Für das Jahr 2015 hat die EZB bereits angekündigt, die expansive Geldpolitik weiterzuverfolgen. So sprach der EZB-Chef jüngst davon, dass man sich bereits in technischen Vorbereitungen befinde, um auf eine Periode niedriger Inflation zu reagieren. Am 22. Januar berät der EZB-Rat über eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Dabei ist für Experten und Analysten in erster Linie eine Entscheidung über ein mögliches Anleihekaufprogramm von Interesse. Verschiedenen Medien zufolge prüft die Zentralbank derzeit ein Kaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 500 Milliarden Euro. Ähnlich wie die Fed in den vergangenen Jahren, würde die EZB die Wirtschaft dann mit frischem Geld versorgen. Mithilfe dieser Maßnahme wollen die Währungshüter die Teuerungsrate wieder in Richtung des Zwei-Prozent-Ziels treiben und zugleich der schwächelnden Konjunktur neuen Auftrieb geben.

Kritiker dieser Maßnahme sind u. a. Bundesbankpräsident Jens Weidmann und das deutsche EZB-Direktoriumsmitglied Sabine Lautenschläger. Sie befürchten, dass weitere Maßnahmen zur Lockerung der Geldpolitik die Reformbemühungen der kriselnden Euro-Staaten bremsen könnten. Der ehemalige EZB-Chefökonom Jürgen Stark äußerte sich ebenfalls ablehnend gegenüber eines europäischen QE-Programms. Er wies darauf hin, dass dieses Instrument nur gegen eine echte Deflation wirksam sei. Es gegen die europäische Misere einzusetzen, bringe überhaupt nichts, sondern schüre nur noch die Unsicherheiten und Instabilitäten.

Ein Befürworter von Anleihekäufen ist dagegen der Notenbankchef Italiens, Ignazio Visco. Dieser erklärte, dass Staatsanleihekäufe in der aktuellen Situation das wirksamste Mittel seien und zudem zu den Standardinstrumenten der Geldpolitik gehörten.

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