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Goldpreis und Tiefzinspolitik

Stand: 23.12.2013

Federal Reserve Bank of New YorkBy Federal Reserve via Wikimedia Commons

Die jüngste Entscheidung der US-Notenbank Fed ist hinlänglich bekannt. Ab Januar wird sich das Volumen der Anleihekäufe von 85 Milliarden US-Dollar auf 75 Milliarden US-Dollar verringern, der Leitzins verbleibt jedoch vorerst auf seinem niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent. Nach Monaten der Ankündigung macht die Fed nun Ernst und signalisiert mit diesem Beschluss eine Trendwende in ihrer bisher so extrem lockeren Geldpolitik. Doch ist dem wirklich so?

 

Beleuchten wir ein Detail der Fed-Mitteilung genauer: Die aktuellen Leitzinsen und deren weitere Entwicklung.

Wenn sich Banken bei der Fed frisches Geld besorgen wollen, so werden dafür aktuell zwischen null=== und 0,25 Prozent Zinsen fällig. Der Leitzins befindet sich seit Ende 2008 auf diesem Rekordtief. Der scheidende Notenbankchef Ben Bernanke stellte in der Pressekonferenz der Fed vergangene Woche, eine Erhöhung des Zinssatzes erst für das Jahr 2015 in Aussicht. Gleichzeitig entkräftet Bernanke aber seine Aussage unter Ankündigung verschiedener Faktoren, die an die mögliche Zinserhöhung gebunden sind. Da ist zunächst die Arbeitslosenquote zu nennen, diese sollte unter 6,5 Prozent fallen (aktuell 7 Prozent)  und auch über "einige Zeit" hinweg, unter dieser Marke liegen. Desweiteren betont Bernanke, dass auch andere Faktoren stimmig sein müssen, eine wirtschaftliche Gefahr wird noch in einer niedrigen Inflationsrate unterhalb 2 Prozent gesehen. Fazit: Über eine mögliche Erhöhung des Leitzinssatzes wurde gesprochen, aber der Zeitpunkt ist völlig unklar.

 

Was bedeutet eine weitere Tiefzinspolitik für die Wirtschaft und den Goldpreis?

Die im Frühsommer erfolgte Ankündigung der Fed, aus ihrer bisherigen expansiven Geldpolitik auszusteigen, belastete schon das ganze Jahr den Goldpreis. Investoren glaubten an das Ende der Finanzkrise und wandten sich voller Erwartung, rentableren Geschäften auf dem Aktienmarkt zu, und weg von dem sicheren Anlegerhafen Gold, der keine Zinsen bringt. Folglich ist die Erwartungshaltung der Investoren schon in den bisherigen Charts integriert, daher gab es auch nach dem Fed-Entscheid, zwar Einbußen für den Goldpreis, aber nur moderat und bei weitem nicht so hoch, wie man annehmen konnte. Die weiteranhaltende Tiefzinspolitik sollte nun von den Investoren wieder kritischer betrachtet werden. Die Erholung der Wirtschaftslage, wie sie jetzt propagandiert wird, ist trügerisch. Erschaffen durch billige Kredite wurde ein Scheinaufschwung in Gang gesetzt. Investoren werden gelockt und damit unvorsichtig, es kommt zu Fehlinvestitionen. Preise von Aktien und anderen Wertpapieren sind durch die künstlich niedrigen Zinsen aufgebläht worden.  Die gesamte Volkwirtschaft ist damit immer mehr von der Niedrigzinspolitik abhängig. Besteht nun die Gefahr von Kreditausfällen und kommen Banken dadurch ins straucheln, greift die Zentralbank erneut mit frischen Geld ein, diese hat de facto die gesamte Zinskontrolle übernommen und der Zinsmarkt ist längst kein freier Markt mehr, sondern wird kontrolliert. Diese Zinsmanipulation sichert zwar das Banken- und Finanzsystem, hinsichtlich ihrer Zahlungsfähigkeit, jedoch wird dadurch die nächste Krise heraufbeschworen. Nun wissen wir, dass der Zins zunächst auf dem aktuellen Rekordtief bleibt und langfristig betrachtet, reagierte der Goldpreis auf niedrige Langfristzinsen immer mit einer Steigerung.

Bei Weiterführung der Tiefzinspolitik, besteht die Gefahr, dass Festgeld- und Spareinlagen sowie Anleihen von Unternehmen, Staaten und Banken durch eine Inflation entwertet werden. Wie sichern sich  Zentralbanken eigentlich gegen Währungsschwankungen und Krisenzeiten ab? Sie halten Goldreserven und kaufen weiter Gold an.

 

 

 

Quellen:

http://www.wallstreet-online.de/nachricht/6479298-hsbc-trinkaus-bernanke-monatlich-10-milliarden-dollar-weniger

Degussa Marktreport 6. Dezember 2013 – von Chefvolkswirt Dr. Thorsten Polleit

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