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Goldpreis fällt unter wichtige Marke von 1250 USD

Stand: 13.12.2013

Goldbarren 100g

Für eine Feinunze Gold müssen aktuell 1227,60 USD gezahlt werden. Damit hat der Goldpreis erneut die charttechnisch so wichtige Zone von 1250 USD unterschritten. In den letzten 2 Tagen hatte sich der Goldpreis nach einem drastischen Kursrutsch, zumindest seitwärts bewegt mit Tendenz zu einer moderaten Erholung und ließ somit auf eine positive Trendwende hoffen. Doch die aktuelle Entwicklung lässt nun gegenteiliges vermuten. Wenn der Goldpreis die 1200 USD Marke unterschreiten sollte, gehen Experten von noch größeren Verlusten aus.

 

Offenbar hat die Einigung im US-Haushaltsstreit viele Anleger beruhigt. Zwar muss der Deal, der durch Unterhändler ===von Demokraten und Republikanern im Kongress vereinbart wurde noch abgesegnet werden, aber man geht davon aus, dass mit Ablauf der Frist am 15. Januar 2014 der Etat steht. Mit diesem vorzeitigen Ende des Streites um den Haushalt,  verliert eine Anlage in Gold (sicherer Hafen) für viele Investoren an Bedeutung.

 

Doch der niedrige Goldpreis ist bei genauer Betrachtung des Marktes anzuzweifeln. Spiegelt er wirklich noch die reale Anfrage und Nachfrage von Gold wider? Verdachtsmomente für Manipulationen häufen sich. Auch wird der Markt diesbezüglich nun viel sensibler und aufmerksamer verfolgt. Ein Argument dafür, dass der Goldpreis in diesem Jahr so starke Verluste hinnehmen musste und aktuell so niedrig gehandelt wird, ist das Interesse der Politik und Notenbanken, den Bullenmarkt, der seit 2011 dominiert hat, zu beenden.

 

Der Grund liegt auf der Hand: Gold ist eine Krisenwährung. Mit einer Investition in Gold,  sichert sich der Anleger seit Jahrhunderten ab, mit dem Ziel das eigene Vermögen zu erhalten. Ein hoher Goldpreis wird demnach als Krisenzeichen angesehen und führt zur Verunsicherung der Bevölkerung in Bezug auf die schwindende Wertigkeit des Papiergeldes. Und genau das ist politisch betrachtet nicht gewünscht.

In einem Bericht auf Finanzen100 beleuchtet Folker Hellmeyer, Chefökonom der Landesbank Bremen, die Situation:


Untypische Handelsmuster zu untypischen Handelszeiten

Neben dem physischen Goldmarkt, wird Gold in Future-Kontrakten auch an der Warenterminbörse gehandelt. Mit einem Hebel von bis zu eins zu siebzig im Vergleich zum physischen Markt, wird hier der Goldhandel durch wenige Großbanken dominiert. In der Vergangenheit und auch heute kommt es immer wieder zu großen Kurssprüngen beim Goldpreis durch untypisch hohe Verkäufe in Zeiten, wo normalerweise nicht so viel passiert. Anderes Beispiel: Gold-Carry-Trades, eine Bank leiht sich Gold von einer Zentralbank mit einem i.d.R. niedrigen Zinssatz. Das Gold wird von der Bank weiter verkauft und der Erlös kann in besser verzinste Anlagen investiert werden, damit erwirtschaftet sich die Bank einen Gewinn. Aber, das Gold muss auch irgendwann physisch wieder an die Zentralbank zurück gegeben werden. Und genau da beginnen die Schwierigkeiten. Die Nachfrage nach physischem Gold ist seit 2002 gestiegen und das Angebot ist nun mal begrenzt, wie wir alle wissen. 

 

Gold und Goldforderungen der Notenbanken

Unter dieser Bezeichnung werden die Bestände der Notenbanken ausgewiesen. Keiner weiß, wie viel Gold tatsächlich in physischer Form vorhanden ist. Es ist auch offiziell nicht nachzuweisen, eine Überprüfung der Bestände in den USA hat es zuletzt in den 50er Jahren gegeben. Doch die Vermutung liegt nahe, dass durch die Gold-Carry-Trades, nicht alles ausgewiesene Gold auch wirklich physisch existiert. Eine weitere Bestätigung zeigt sich in der Vereinbarung der US-Notenbank mit der Bundesbank. 300 Tonnen Gold der Bundesbank, die bei der Fed gelagert sind, werden bis 2020 an die Bundesbank ausgeliefert. Der Experte Folker Hellmeyer fragt zu Recht: "Warum können die Bestände nicht sofort vollständig ausgeliefert werden?"

 

Bedenkt man nun noch, dass derzeit China massiv seine Goldbestände erweitert, auch andere Notenbanken wieder Gold kaufen und die Bestände der amerikanischen Terminbörse COMEX zurückgehen, auf Grund der gestiegenen physischen Nachfrage, stehen doch alle Zeichen für einen steigenden Goldpreis. Doch dem ist nicht so. Politik und verbündete Marktteilnehmer sorgen mit gebündelter Macht für einen niedrigen Goldpreis. Sicher wird das nicht ewig funktionieren, aber es bedeutet für so manchen Investoren momentan eine größere Herausforderung.

 

Quelle: Gerd Hübner http://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/verschwoerung-gegen-den-goldpreis_H1216560514_65037/

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