Goldmünzen Spezial in 3 Teilen I

Stand: 20.02.2017

Beispielbild für eine historische Münze

 

Erster Teil: Die Geschichte der Goldmünzen

Als sich der Tausch von Ware gegen Ware durch die zunehmende Komplexität der frühen Gesellschaften als nicht mehr zeitgemäß erwies, musste eine neue Art des Handels und der Bezahlung gefunden werden. Da Edelmetalle von jeher eine große Anziehungskraft auf den Menschen ausübten, durch die Seltenheit ihrer Vorkommen einen hohen Wert darstellten und einfach zu lagern und transportieren waren, wurden Sie nun zunehmend zur Bezahlung von Waren und Dienstleistungen eingesetzt.

Anfänglich mussten Goldstaub oder Granulat noch bei jeder Transaktion abgewogen werden, um ihren genauen Wert zu bestimmen. Um diesen Vorgang zu vereinfachen, ließ man ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. in Kleinasien einheitliche Goldmünzen prägen. Dies war die Geburtsstunde der Münzen als Zahlungsmittel. Anfänglich noch in Form von Barren, nahmen die Goldmünzen nach und nach ihre heute verbreitete runde Form an.

Goldmünzen als Zahlungsmittel des Altertums

Die neue Form der Währung verbreitete sich schnell im Wirtschaftssystem des Altertums. Von den Persern über Griechenland und Rom nach Ägypten. Alle großen Herrscher der alten Welt ließen jetzt Münzen mit Ihrem Bildnis prägen. Dies diente neben ihrem Zweck als Zahlungsmittel auch der Stützung ihres Herrschaftsanspruches. Der Herrscher war nun auf jeder Münze abgebildet und damit auch im täglichen Leben überall präsent. Von Land zu Land wurden jetzt Prägestätten zur Münzprägung errichtet. Der weltweite Siegeszug der Goldmünzen war nicht mehr aufzuhalten.

Doch durch große Silberfunde im 7. Jahrhundert übernahm das Silber die Führungsrolle bei der europäischen Münzprägung, da Gold weitaus seltener und teurer als Silber war. Durch die Schaffung des Pfundes läutete Karl der Große auch offiziell den Wechsel zur Silberwährung ein.

Mehr Gold durch Fernhandel

Durch den immer stärker ausgeprägten Fernhandel wurde Gold wieder verfügbarer und damit auch erneut verstärkt zur Prägung von Münzen, wie Goldgulden und Dukaten genutzt. Zusätzlich setzte durch die spanischen Eroberungen in Mittel- und Südamerika jetzt ein stetig fließender Strom des Goldes nach Europa ein. Dies führte zeitweilig sogar zu einem Goldwertverfall gegenüber Silber.

Im 19. Jahrhundert spielten dann Goldmünzen bei der schrittweisen Durchsetzung des reinen Goldstandards eine tragende Rolle und es kam zu ihrer bisher größten Verbreitung im Geldkreislauf. In dieser Zeit wurden beispielsweise Goldmark, Sovereigns und Vrenelis geprägt und in Umlauf gebracht. Der reine Goldstandard sorgte dafür das es jederzeit möglich war Banknoten gegen Goldmünzen zu tauschen. Das frühe 20. Jahrhundert allerdings brachte ein abruptes Ende der Goldmünzen als Zahlungsmittel, als unmittelbar nach Beginn des ersten Weltkriegs die meisten Zentralbanken die Einlöseverpflichtung für Banknoten aussetzten. Die Banknote hatte sich längst als Zahlungsmittel Nummer 1 etabliert. Papier war höher verfügbar und weitaus billiger als Gold. Durch die enorme Inflation zu Kriegszeiten, dem Wertverfall des Papiergeldes, weigerten sich die Zentralbanken Papiergeld gegen Gold zu tauschen. Gold war über die Jahrhunderte stabil im Wert geblieben, Papier hingegen war geduldig und konnte beliebig bedruckt werden. In der Folge verschwanden die Goldmünzen in nahezu allen europäischen Ländern aus dem Zahlungsverkehr. Der Metallwert, der Eigenwert des Goldes, übertraf den aufgeprägten Nennwert der Münzen um ein vielfaches. Die Niederlande und Österreich nutzten als letzte europäische Länder Gold im Zahlungsverkehr. 1937 war auch dort das Ende der Goldmünzen als Währung im täglichen Leben gekommen.

Glänzende Sammlerobjekte

Goldmünzen werden in der heutigen Zeit nicht mehr als Kursmünzen im täglichen Zahlungsverkehr verwendet. Vielmehr werden Sie als Sammlerobjekte in Form von Gedenkmünzen und als Anlageobjekte in Form von Anlagemünzen, auch Bullionmünzen genannt, geprägt und genutzt.

Gedenkmünzen erinnern durch ihr Motiv oder ihre Inschrift an eine bedeutende Persönlichkeit oder ein denkwürdiges Ereignis und stellen damit ein äußerst beliebtes Sammlerobjekt dar. Sie werden häufig in einer hohen Normalauflage und einer kleinen Sammlerauflage, Polierte Platte genannt, geprägt. Polierte Platte stellt ein spezielles Herstellungsverfahren für Münzen dar. Diese werden aus polierten Rohlingen mit polierten Stempeln mehrfach geprägt. Als Ergebnis dieses Verfahrens erscheint die Fläche der Münze reflektierend, das Münzmotiv hingegen erscheint matt. Die meisten internationalen Gedenkmünzen werden heute als Polierte Platten ausgegeben. Eine Ausnahme stellen die deutschen Prägungen dar. Diese werden weiterhin als Normalprägung in hoher Auflage geprägt und ausgegeben.

Goldmünzen als Form der Geldanlage

Bullionmünzen hingegen dienen als Objekt zur Geldanlage und zur Spekulation auf den Edelmetallwert. Sind die Anlagemünzen aus Gold, gelten sie als Anlagegold. Es gibt Bullionmünzen aber auch aus Silber, Platin und Palladium. Neben einem hohen Feingehalt und einem überwiegend gleichbleibenden Erscheinungsbild, ist ihr wesentliches Merkmal der nur geringe Aufschlag auf den Metallwert beim Verkauf. Dieser bildet lediglich die Kosten beim Prägen der Münze sowie die Vertriebskosten ab. Damit vereinen Anlagemünzen die Vorteile von Barren und Münzen. Ihr Name leitet sich daher auch vom englischen Bullion, was für Barren steht, ab.

In Deutschland wurde die erste Gedenkgoldmünze 2001 geprägt. Eine Deutsche Mark aus reinem Gold anlässlich des Abschieds von der DM. Seit Einführung des Euros werden auch regelmäßig Goldmünzen für Sammler und Anleger, wie die 100-Euro-Goldmünze, in der Eurozone geprägt und ausgegeben.

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