Goldmarkt: WGC veröffentlicht Marktausblick 2017

Stand: 17.01.2017

Standard-Goldbarren 12 KilogrammDer World Gold Council (WGC) hat in einem kürzlich veröffentlichten Marktausblick die Aussichten für Gold in diesem Jahr näher beleuchtet. 2016 lieferte das gelbe Edelmetall eine starke Performance ab – der Goldpreis stieg in US-Dollar um knapp zehn Prozent. In vielen anderen Währungen konnte Gold noch mehr zulegen. Die Gold-ETFs verzeichneten im vergangenen Jahr so hohe Zuflüsse wie seit Jahren nicht mehr. Das machte Gold zu einem der erfolgreichsten Assets 2016 – trotz des Preiseinbruchs nach der US-Wahl im November.

Seit der Zinserhöhung der US-Notenbank Fed Mitte Dezember 2016 konnte der Goldpreis um mehr als fünf Prozent zulegen. Für den weiteren Verlauf des Jahres hat der WGC sechs Haupteinflussfaktoren identifiziert, welche die Goldnachfrage unterstützen und die Performance von Gold beeinflussen könnten.

 

Erhöhte politische und geopolitische Risiken

Mit Blick auf Europa nennen die Autoren an dieser Stelle die wichtigen Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland. Zudem müssen die Briten in diesem Jahr ihren Ausstieg aus der Europäischen Union verhandeln. Hier besteht Gefahr für das britische Pfund, das seit dem Referendum an Wert verloren hat und angesichts steigender Chancen auf einen „harten“ Brexit weiter unter Druck gerät.

In den USA steht der designierte US-Präsident Donald Trump im Fokus des Marktberichts. Dessen Wirtschaftsprogramm erhielt Vorschusslorbeeren von den Finanzmärkten, allerdings gibt es auch Bedenken.

 

Währungsabwertungen

Hier verweisen die Experten des WGC darauf, dass die Geldpolitik der USA und die der übrigen Länder der Welt immer stärker auseinanderdriften. Während die Fed seit Dezember 2015 die Geldpolitik langsam strafft, ist bei weitem nicht sicher, dass andere Zentralbanken bereit bzw. in der Lage sind, dies ebenfalls zu tun.

 

Erwarteter Anstieg der Inflation

Ökonomen rechnen in diesem Jahr mit einer steigenden Inflation. Dies könnte sich aus mehreren Gründen auf die Goldnachfrage auswirken: Gold gilt als natürlicher Inflationsschutz. Eine höhere Inflation hält die realen Zinssätze niedrig, was Gold attraktiver macht. Außerdem verlieren Anleihen und andere festverzinsliche Vermögenswerte an Attraktivität.

 

Aufgeblasene Aktienmärkte

Die Aktienmärkte haben Ende 2016 einen deutlichen Aufschwung erlebt. Während sich einige Börsen gerade von einer glanzlosen mehrjährigen Performance erholen, haben Aktienkurse in den USA historische Höchststände erreicht.

Auf der Suche nach Renditen in einem Umfeld mit niedriger Ausbeute haben viele Investoren ihre Risikobereitschaft erhöht. In einem solchen Umfeld spielt Gold eine wichtige Rolle bei der Diversifizierung des Portfolios sowie der Risikoabsicherung.

 

Langfristiges Wachstum in Asien

Laut des WGC werden die makroökonomischen Trends in Asien das Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahren unterstützen. Dies könnte die ohnehin schon hohe Goldnachfrage in Asien weiter nach oben treiben.

In asiatischen Ökonomien korreliert die Goldnachfrage generell stark mit einem steigenden Wohlstand. Und mit dem steigenden Reichtum asiatischer Länder hat auch deren Goldnachfrage zugenommen.

 

Erschließung neuer Märkte

Zuletzt geht der WGC davon aus, dass Gold in Zukunft für immer mehr Anleger verfügbar sein wird. Als Beispiel nennen die Autoren den Shariah-Standard für Gold, der es muslimischen Anlegern ermöglichen soll, in Goldanlageprodukte zu investieren. Dies könnte die Nachfrage in vielen muslimischen Märkten antreiben.

In den westlichen Märkten erwartet der WGC den Trend, dass Pensionsfonds ihre Strategien angesichts niedriger bzw. negativer Zinsen überdenken und beginnen, in Gold zu investieren. Dies könnte zu einer höheren strukturellen Nachfrage führen.

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