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Gold-Fixing: IBA verantwortet neuen Referenzpreis

Stand: 11.11.2014

Standard-Goldbarren nach LBMA-Standard

Die Nachfolgeregelung für das traditionsreiche Londoner Gold-Fixing steht fest. Wie aus einer Pressemitteilung der London Bullion Market Association (LBMA) hervorgeht, übernimmt die ICE Benchmark Administration (IBA) als unabhängiger Dienstleister zukünftig die Verantwortung für den „LBMA Gold Price“. Die IBA stellt die Preisplattform sowie die Methodik bereit und kümmert sich um die Verwaltung des neuen Referenzpreises für Gold. Laut der LBMA erfüllt der Vorschlag des Unternehmens die definierten Prozesskriterien eines elektronischen, auktionsbasierten, handelbaren und überprüfbaren Preismechanismus.

Erwartet wird, dass der neue „LBMA Gold Price“ für eine steigende Anzahl von Teilnehmern sorgt. Für diese will die LBMA nun ein Akkreditierungsverfahren entwickeln und zusammen mit der IBA die Live-Tests vorbereiten.=== Diese sollen im ersten Quartal 2015 starten.

 

Fixing-Kurse wichtige Orientierungsgröße für den Goldmarkt

Mit der Erneuerung des Londoner Referenzpreises für Gold wird der Fixing-Prozess endgültig durch ein elektronisches und somit zeitgemäßes Verfahren ersetzt. Bereits Mitte August dieses Jahres hatten die CME Group und Thomson Reuters einen neuen Referenzpreis für Silber am London Bullion Market eingeführt. Auch für die Edelmetalle Platin und Palladium gilt ab dem 1. Dezember 2014 am London Platinum and Palladium Market ein neuer Preisbildungsmechanismus auf elektronischer Basis.

Im Gegensatz zu den neuen Verfahren basiert der klassische Fixing-Prozess auf den Konferenzen von exklusiven Gremien. Im Fall des Goldpreises  kommen vier sogenannte Bullionbanken zweimal täglich zu einer Telefonkonferenz zusammen, um möglichst viele Transaktionen zu einem Fixpreis abzuwickeln. Die ermittelten Referenzpreise werden von Raffinieren und Bergbauunternehmen genutzt. Auch Zentralbanken wie die deutsche Bundesbank bewerten ihre Goldreserven anhand des aktuellen Fixing-Kurses.

 

Anhaltende Manipulationsvorwürfe

Zuletzt war das Fixing-Verfahren sowohl für Gold als auch für Silber vermehrt in die Kritik geraten. Bemängelt wurde vor allem die Transparenz des Prozesses, auch Manipulationsvorwürfe stehen im Raum. Im Fokus stehen dabei vor allem die für das Fixing verantwortlichen Bullionbanken. Zu diesen gehörte bis August dieses Jahres auch die Deutsche Bank. Das Kreditinstitut verkündete Anfang 2014 seinen Rückzug aus den Fixing-Boards für Gold und Silber und leitete somit den Reformprozess ein, der mit dem Silber-Fixing startete. Zu Beginn des kommenden Jahres übergeben nun die vier für das Gold-Fixing verantwortlichen Großbanken das Zepter an die IBA. Das Unternehmen wurde 2013 gegründet und gilt als Spezialist für die Administration von Referenzkursen. Die IBA stellt seit Juli 2013 den Interbankenzins London Interbank Offered Rate (LIBOR) bereit.

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