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Globaler Platinmarkt bleibt weiterhin im Defizit

Stand: 14.09.2015

Geprägter Platinbarren 1 Unze von HeraeusDer globale Platinmarkt hat auch das zweite Quartal 2015 mit einem Defizit abgeschlossen. Im Zeitraum von April bis Juni betrug das Angebotsdefizit rund 1,6 Tonnen (ca. 55.000 Unzen). Dies geht aus dem aktuellen Vierteljahresbericht des World Platinum Investment Council (WPIC) hervor. Insgesamt betrug die Platinnachfrage im vergangenen Quartal 57,8 Tonnen (2.040.000 Unzen). Das Angebot belief sich auf 56,3 Tonnen (1.985.000 Unzen).

 

Im ersten Quartal 2015 hatte die Nachfrage nach dem Edelmetall das Angebot um 6,5 Tonnen (230.000 Unzen, revidiert) überstiegen. Von Januar bis März waren 57,4 Tonnen Platin (2.025.000 Unzen) nachgefragt worden, das Angebot hatte aber nur bei 50,9 Tonnen=== (1.795.000 Unzen) gelegen.

 

Starke Investmentnachfrage

Der gestiegene Platinbedarf im zweiten Quartal dieses Jahres ist hauptsächlich auf eine starke Investitionsnachfrage zurückzuführen. So wurden insgesamt 2,8 Tonnen Platin zu Investmentzwecken nachgefragt.

Nachdem die Platin-ETFs im ersten Quartal ihre Bestände um 1,4 Tonnen verringert hatten, waren sie im zweiten Quartal wieder Nettokäufer. Im Zeitraum von April bis Juni verzeichneten sie Zuflüsse in Höhe von knapp 1,3 Tonnen. Auch die Barren- und Münzverkäufe stiegen im vergangenen Quartal auf rund 1,7 Tonnen. Vor allem japanische Investoren hatten die niedrigeren Preise in Yen genutzt, um sich mit dem Edelmetall einzudecken.

 

Industrienachfrage leicht rückläufig

Leicht rückläufig entwickelte sich dagegen die viel wichtigere industrielle Nachfrage nach Platin. Im Automobilsektor lag der Bedarf mit 24,8 Tonnen leicht unter dem Niveau des Vorquartals. Die übrige industrielle Nachfrage belief sich im vergangenen Quartal auf 11,3 Tonnen und lag damit ebenfalls leicht unter dem Wert des ersten Quartals.

Noch stärker sank der Bedarf der Schmuckindustrie. Während im ersten Quartal noch 21,3 Tonnen Platin nachgefragt worden waren, fiel der Bedarf im zweiten Quartal auf 18,9 Tonnen. Ursache dafür waren niedrigere Verkäufe in China nach dem traditionellen chinesischen Neujahrsfest. Die starken Schmuckumsätze in Indien bremsten den Rückgang der Gesamtnachfrage.

 

Produktion in Südafrika steigt wieder

Auf der Angebotsseite sorgte eine höhere Minenproduktion dafür, dass das Defizit im Vergleich zum ersten Quartal geringer ausfiel. Das Gesamtangebot belief sich im zweiten Quartal dieses Jahres auf 56,3 Tonnen. Dabei schätzen die Autoren des Berichts, dass 43 Tonnen aus der Minenproduktion stammen. Das Recyclingangebot stieg im Quartalsvergleich von 12,3 Tonnen auf 13,2 Tonnen.

Besonders Südafrika verzeichnete von April bis Juni dieses Jahres einen höheren Minenausstoß. Dieser war das Ergebnis von verbesserter Betriebseffizienz und verstärkten Sicherheitsmaßnahmen. Auch Russland und Simbabwe förderten im vergangenen Quartal mehr Platin.

 

WPIC korrigiert seine Prognose

Angesichts der neuen Marktzahlen korrigiert der WPIC seine bisherigen Prognosen. Die Platinexperten rechnen nun für das Jahr 2015 mit einem Angebot von 224,2 Tonnen. Als Einflussfaktoren nennen sie die wiedererstarkte Förderung in Südafrika nach dem Ende der letztjährigen Streiks und das wachsende Recyclingangebot.

Die Gesamtnachfrage könnte nach Ansicht des WPIC in diesem Jahr 236,9 Tonnen betragen. Als Hauptgründe nennt der Rat die starke Nachfrage nach Barren in Japan und die Käufe von Platin-ETFs in Südafrika. Für das Jahr 2015 rechnet der WPIC nun mit einem Angebotsdefizit von 12,6 Tonnen. Im Bericht für das erste Quartal 2015 hatten die Platinexperten ein Defizit von 5,4 Tonnen prognostiziert.

 

Den vollständigen Bericht „Platinum Quarterly“ finden Sie hier (in englischer Sprache).

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