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EZB startet Staatsanleihekäufe im März

Stand: 23.01.2015

1 Euro-Münze

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag den Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren aus den Ländern der Euro-Zone angekündigt. Wie EZB-Chef Mario Draghi erklärte, werde die Notenbank von März 2015 bis September 2016 Papiere mit Top-Bonitätsnoten für monatlich 60 Milliarden Euro aufkaufen. Das Gesamtvolumen des Kaufprogramms beträgt damit rund 1,1 Billionen Euro. Marktteilnehmer und Finanzexperten hatten im Vorfeld der EZB-Entscheidung dagegen mit einem geringeren Volumen von rund 600 Milliarden Euro gerechnet.

 

DAX auf Rekordhoch – Euro unter Druck

Die Ankündigung der EZB hatte deutliche Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Der deutsche Leitindex DAX erreichte am Donnerstag ein neues Rekordhoch von 10.454 Punkten. Zum Handelsstart am Freitag gewann der DAX nochmals hinzu und übersprang erstmals in seiner Geschichte die 10.500-Punkte-Marke.

Der Euro=== hingegen verlor nach Bekanntgabe des EZB-Anleihekaufprogramms weiter an Wert. Die europäische Gemeinschaftswährung fiel am Donnerstag bis auf 1,1313 US-Dollar und markierte damit den niedrigsten Stand seit September 2003. Seit Jahresbeginn hat der Euro bereits mehr als sechs Prozent an Wert verloren.

 

Gold profitiert von EZB- Entscheidung

Für den Goldpreis war die Ankündigung der EZB, Staatsanleihen im großen Stil aufzukaufen, eine positive Nachricht. Der Preis für eine Feinunze Gold überwand am Donnerstag die 1.300-US-Dollar-Marke und notiert nach leichten Verlusten am Freitagmorgen aktuell bei rund 1.296 US-Dollar je Feinunze.

In Euro gerechnet zeigte das gelbe Edelmetall am Donnerstag einen Sprung über 1.140 Euro je Feinunze. Auch am Freitagvormittag setzt sich die positive Entwicklung fort, aktuell notiert die Feinunze Gold bei 1.150 Euro.

 

Goldpreis in Euro KW4/5


Einzeilheiten zum Anleihekaufprogramm

Im Rahmen ihres Programms, das auch als Quantitative Easing (QE) bezeichnet wird, kauft die EZB Vermögenswerte mit Investmentgrade auf. Der Begriff Investmentgrade beschreibt die Kreditwürdigkeit eines Landes bzw. seiner ausgegebenen Staatsanleihen. Demgegenüber steht der Begriff Speculative Grade für sogenannte Junk Bonds (Schrottanleihen).

80 Prozent des Anleihekaufprogramms werden für den Erwerb von Staatsanleihen aufgewendet. Daneben kauft die EZB auch ABS-Papiere (forderungsbesicherte Wertpapiere, „Asset Backed Securities“) sowie gedeckte Schuldverschreibungen. Bei ihren Anleihekäufen orientiert sich die Notenbank an ihrem eigenen Kapitalschlüssel, d. h. dem Anteil der Euroländer am EZB-Kapital. Dieser wird aus der Wirtschaftsleistung sowie der Bevölkerungszahl eines jeden Landes errechnet. Für das Programm der EZB bedeutet dies, dass vor allem deutsche, französische und italienische Papiere aufgekauft werden.  

Nach Aussagen von Mario Draghi haften die Euroländer nur für einen Teil des Anleihekaufprogramms. Für 20 Prozent der Anleihen solle die gemeinsame Risikohaftung der Eurostaaten gelten. Die restlichen 80 Prozent des Ausfallrisikos tragen die nationalen Notenbanken.

 

Griechische Staatsanleihen voerst ausgeschlossen

Ausgeschlossen vom Kaufprogramm sind griechische Staatsanleihen. Da die EZB derzeit bereits 33 Prozent der Anleihen Griechenlands hält, darf sie keine weiteren Papiere des Landes mehr erwerben. Allerdings laufen im kommenden Juli zahlreiche dieser Anleihen aus, sodass die EZB hier nachkaufen dürfte. Dazu müssten griechische Staatsanleihen aber die Ratingstufe Investment Grade erreichen.

 

Bildquelle: Bundesbank

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