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Die weltweiten Gold Reserven

Stand: 08.05.2017

Gold gehört historisch zu den wichtigsten Edelmetallen, das vor allem aufgrund seiner Seltenheit stark gehandelt wird. Die wirtschaftliche Nutzung steht dabei im Hintergrund. Vor allem als Anlage in Barren und Münzen findet es die größte Verwendung. Schmuck nutzt einen weiteren großen Teil der des produzierten Goldes. Für Banken ist es traditionell eine Wertabsicherung, die im Notfall die Liquidität absichern soll. Im Rahmen der Weltwirtschaftskrise ab dem Jahr 1929 lag ein Problem darin, dass die weitere Geldausgabe in den USA nicht möglich war, da die Goldreserven diese Maßnahme nicht gedeckt hätten. Doch wie sieht die Situation heute aus und wo lagern die größten Goldreserven der Welt? ===

Allgemeines zu den Goldreserven der Welt

Der Höchststand der Goldreserven wurde im Jahr 1965 erreicht. Damals dienten sie der angesprochenen Deckung des Bankenkapitals. 38.347 Tonnen wurden damals weltweit eingelagert. Seit der Goldpreis nicht mehr fixiert ist und das Edelmetall frei gehandelt wird, ist diese zwingende Deckungsfunktion entfallen. Nichtsdestotrotz wird ein Großteil der Goldreserven nach wie vor von Banken eingelagert. Aktuell werden die weltweiten Bestände auf insgesamt rund 30.000 Tonnen geschätzt.

Die USA: das Land mit dem größten Goldbestand

Mit 8.133,5 Tonnen (Stand März 2017) lagert die USA von diesen 30.000 Tonnen mehr als ein Viertel ein. Diese Spitzenposition haben die Vereinigten Staaten seit dem Jahr 1952 inne. Damit bestehen 72 Prozent der US-amerikanischen Währungsreserven aus Gold. Diese werden hauptsächlich an zwei verschiedenen Orten gelagert: in Fort Knox und im Keller der Federal Reserve Bank of New York.
Fort Knox enthält nur Goldreserven des US-amerikanischen Schatzamtes. Genau genommen handelt es sich dabei „nur“ um einen Stützpunkt der US-Army in Kentucky, der im Jahr 1862 noch als Fort Duffield gegründet wurde. Erst 1936 wurde das angrenzende Bullion Depository errichtet, woraufhin schrittweise große Mengen der Goldreserven der USA hierhin verfrachtet wurden. Stand Mai 2015 waren hier etwa 4.580 Tonnen Gold eingelagert, was zu diesem Zeitpunkt einem Wert von 180 Milliarden US-Dollar entsprach.
Die Federal Reserve Bank of New York in Manhattan lagert nach eigenen Angaben noch mehr Gold ein als Fort Knox. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass es sich hierbei nicht nur um Gold der USA, sondern fast ausschließlich von anderen Ländern handelt. Rund 60 Länder lagern dort Goldreserven ein. Den USA gehören nur sechs Prozent der vorhandenen Bestände. Entsprechend ist der insgesamt gelagerte Goldbestand fast so groß wie die gesamten Goldreserven der USA. Allerdings lässt sich nur ein kleiner Teil dieser Menge auf die Gesamtreserve der USA von 8.133,5 Tonnen anrechnen. Insgesamt befanden sich hier im Juli 2015 rund 8.000 Tonnen Gold mit einem Gesamtwert von umgerechnet 272 Milliarden Euro.

Platz 2: die deutschen Goldreserven

Direkt hinter den USA folgt Deutschland. Allerdings liegt zwischen beiden Ländern ein großer Abstand. Mit 3.377,9 Tonnen sind die deutschen Goldreserven weniger als halb so groß wie die der USA. Dennoch entspricht dies einem Anteil von 70 Prozent an den Währungsreserven.
Das deutsche Gold wird an unterschiedlichen Orten der Welt gelagert. Bis vor wenigen Jahren befand sich der Großteil noch in der Federal Reserve Bank of New York. Seit dem Ende des Jahres 2015 lagert mehr deutsches Gold bei der Deutschen Bundesbank in Frankfurt als in New York. Dieser Verlagerungsprozess, die deutschen Goldreserven zurück nach Deutschland zu holen, wurde und wird kontinuierlich vorangetrieben. So lagerten Ende 2016 bereits 47,9 Prozent der Reserven in Frankfurt. Der übrige Anteil verteilte sich auf New York (36,6 Prozent), London (12,8 Prozent) und Paris (2,7 Prozent). Das Bestreben ist es, die Goldlagerung in Paris im Jahr 2017 komplett nach Deutschland zu holen. Damit wären erstmals seit langer Zeit wieder mehr als 50 Prozent der deutschen Goldreserven auch tatsächlich im eigenen Land.

Weitere Länder mit hohen Goldreserven

Nach Deutschland sind Italien und Frankreich die Länder mit den größten Goldreserven. Diese haben Bestände in Höhe von 2.451,8 beziehungsweise 2.435,8 Tonnen Gold. Das entspricht 67 beziehungsweise 66 Prozent der Währungsreserven im jeweiligen Land. Die größte Goldlagerstätte Italiens befindet sich auf der römischen Via Nationale. Der Palazzo Koch beherbergt 48,9 Prozent der italienischen Reserven.
Auf den Plätzen fünf, sechs und sieben folgen China, Russland und die Schweiz, die ebenfalls Goldreserven im vierstelligen Tonnenbereich besitzen, nämlich 1.842,6, 1.583,1 und 1.040 Tonnen. China überschritt erst im Jahr 2013 die Marke von 1.000 Tonnen. Entsprechend handelt es sich derzeit um einen der größten Goldimporteure der letzten Jahre. Bezogen auf die Währungsreserven macht Gold dort jedoch nur einen kleinen Anteil aus. Gleiches gilt für Russland, das in den letzten Jahren ebenfalls seine Goldreserven kontinuierlich aufgestockt hat und das auch weiterhin beabsichtigt. Auch hier liegt der Anteil an den Währungsreserven bei geringen 8,0 Prozent. Der Bestand der Schweiz wird seit dem Jahr 2008 konstant gehalten und macht etwa 8,3 Prozent der Währungsreserven aus.
Komplettiert werden die zehn Länder mit den größten Goldreserven von Japan, den Niederlanden und Indien. Die Lagermenge liegt dort bei 765,2, 612,5 und 557,8 Tonnen Gold. Das macht im jeweiligen Land 2,6, 54,0 und 8,4 Prozent der Währungsreserven des jeweiligen Landes aus.

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