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Deutsche Bank für Manipulation abgestraft

Stand: 05.12.2013

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am MainBy Thomas Wolf Wikimedia Commons

Die Europäische Kommission in Brüssel hat gestern die Strafen für die Manipulation der Referenzzinssätze, durch verschiedene Großbanken aus Europa und den USA, bekannt gegeben. Mit einer Rekordsumme von insgesamt 1,71 Milliarden setzt die europäische Behörde ein Zeichen. Der größte Anteil der Strafe entfällt auf die Deutsche Bank mit 725 Millionen Euro.

Mit der Zinsmanipulation haben die betreffenden Banken in den globalen Finanzmarkt eingegriffen und sich durch Absprachen enorme=== Handelsgewinne zuschreiben können. Die Referenzzinssätze Libor (London Interbank Offered Rate) und Euribor (Euro Interbank Offered Rate) gelten als Grundlage für diverse Finanzinstrumente. Unter anderem sind diese Zinsen für Festgeld, Kredite und Renditen für Investmentpapiere maßgebend. Doch dieses System sollte nun nach Meinung der Kartellaufsicht geändert werden.

 

Neben der Deutschen Bank traf es auch die französische Société Générale mit einer Geldstrafe von knapp 466 Millionen Euro und die  Royal Bank of Scotland  (RBS) mit 391 Millionen Euro. Derart hohe Strafen hat es bisher seitens der EU gegen Kartelle noch nicht gegeben.  Weitere Geldbußen wurden gegen die US-Banken JP Morgan und die Citigroup erlassen. Straffrei entkommen sind die britische Barclays und die Schweizer UBS. Innerhalb einer Kronzeugenregelung konnten die jeweiligen Strafen komplett erlassen werden, da beide Banken die Kartellaufseher über die Zinsmanipulation informiert hatten.

Wie das Handelsblatt mitteilt, akzeptiert die Deutsche Bank ihre Strafe unter anderem mit den Worten durch die Co-Vorstandsvorsitzenden Jürgen Fitschen und Anshu Jain: „Der heutige Vergleich ist ein wichtiger Schritt in unseren Bemühungen, Altlasten zu bereinigen“. Mit Vergleich sind hierbei die Aktionen von einzelnen Mitarbeitern gemeint, die wider der Unternehmensphilosophie der Deutschen Bank gehandelt haben. Weiter heißt es in der Stellungnahme der Bank: „Integrität ist einer der Kernwerte der Deutschen Bank und wir erwarten von jedem Mitarbeiter, dass er sich daran hält. Wir werden alles tun um sicherzustellen, dass sich diese Art von Fehlverhalten nicht wiederholt“.

 

Die Festsetzung der Strafen für die Banken durch die europäische Behörde in Brüssel,  bedeutet jedoch noch nicht das Ende des Verfahrens. Schon im nächsten Jahr wird die US-Behörde ihre Entscheidung zu diesem Fall verkünden.

Ebenfalls noch nicht abgeschlossen, sind die Untersuchungen der BaFin, bezüglich einer möglichen Preismanipulation beim Londoner Gold-Fixing. Diese Ermittlungen wurden aufgenommen im Zusammenhang mit dem oben geschilderten Zinsskandal.

 

Das Goldfixing in der britischen Hauptstadt ist ein Handelsprozess im physischen Goldhandel. Der Fixpreis für Gold wird am London Bullion Market zweimal täglich (11:30 Uhr MEZ; 16:00 Uhr MEZ) per Telefonkonferenz zwischen den Banken festgelegt. 

Hierbei sind 5 Vertreter der sogenannten Bullionbanken (Mitglieder der London Bullion Market Association; kurz: LBMA) beteiligt. Wollen Sie raten? Einige kommen Ihnen sicher bekannt vor:  Bank of Nova Scotia-Scotia Macatta, Barclays Bank, Deutsche Bank AG London, Société Générale und die HSBC Bank USA NA London Branch.

Unternehmen und Institutionen, die mit physischem Gold handeln, z.B. Zentralbanken, Rohstofflieferanten, Investmentbanken, benötigen den festgelegten Goldpreis als Richtwert für geplante Aktivitäten am Goldmarkt. Edelmetallhändler gleichen täglich ihre Preise dem Gold-Fixing an.

 

Quelle:

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/libor-skandal-eu-verhaengt-strafen-gegen-grossbanken-seite-all/9166602-all.html

 

 


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