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China plant eigenen Referenzpreis für Gold

Stand: 03.03.2015

Chinesischer Goldbarren in SchiffformDie Volksrepublik China will ihren Einfluss auf die Preisgestaltung von Gold erhöhen. Der größte Goldproduzent der Welt plant, noch in diesem Jahr einen eigenen Referenzpreis einzuführen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine anonyme, in den Prozess involvierte Quelle. Demnach soll der auf Renminbi lautende Benchmark-Preis für Gold über den Handel eines neuen 1 kg-Kontraktes an der Shanghai Gold Exchange (SGE) definiert werden.

„Wir brauchen einen Renminbi-Benchmark für chinesische Produzenten und ausländische Lieferanten“, zitiert Reuters die namentlich nicht genannte Quelle. „Dieser Renminbi-Referenzpreis kann das in US-Dollar notierte Gold-Fixing in London ergänzen.“

 

Gold-Fixing seit Jahren in der Kritik

Um den Prozess der Preisfindung transparent zu machen, soll der chinesische Benchmark für Gold auf tatsächlichen Handelsaktivitäten beruhen.=== Damit greifen die Chinesen einen der größten Kritikpunkte am bisherigen Gold-Fixing auf. Dieser basierte bislang auf mündlichen bzw. telefonischen Absprachen der vier teilnehmenden Bullion-Banken.

Experten bemängelten in den vergangenen Jahren immer wieder die fehlende Transparenz des Prozesses und dessen Anfälligkeit für Manipulationen. Derzeit ermitteln u. a. das US-Justizministerium und die US-Aufsichtsbehörde CFTC gegen mehrere Großbanken. Diese werden verdächtigt, die Londoner Referenzpreise für Gold, Silber, Platin und Palladium manipuliert zu haben.

Auch die deutsche Finanzaufsichtsbehörde BaFin und die britische FCA leiteten aufgrund der Manipulationsvorwürfe Ermittlungen ein. Nach eigenen Angaben konnte die BaFin bislang aber keine Hinweise auf Goldpreis-Manipulationen finden. Die britische Bank Barclays hingegen musste im vergangenen Jahr eine Strafe von 26 Millionen Pfund bezahlen. Ein Trader hatte das Gold-Fixing zwei Jahre zuvor auf Kosten eines Kunden beeinflusst. Die FCA warf der Bank eine unzureichende Kontrolle und Vorbeugung gegen derartige Fälle vor.        

Am 20. März wird das bisherige Gold-Fixing durch einen elektronischen und auktionsbasierten Preisfindungsprozess ersetzt. Auch die Teilnehmerzahl soll nach dem Willen der Verantwortlichen deutlich steigen; erstmals könnten chinesische Banken in den Prozess eingebunden werden.

 

Renminbi könnte Akzeptanzprobleme hervorrufen

Während das Gold-Fixing mit Imageproblemen kämpft und seinen Neustart organisieren muss, könnten die Marktteilnehmer positiv auf die Einführung des chinesischen Referenzpreises reagieren. Allerdings stellt der Renminbi eine Hürde für dessen internationale Akzeptanz dar, denn die chinesische Währung ist nicht frei handelbar. Die Notenbank des Landes sorgt mit gezielten Interventionen am Devisenmarkt dafür, dass ein vorgegebener Wechselkurs zum US-Dollar stets eingehalten wird.

Mittlerweile bemüht sich die chinesische Regierung darum, die Landeswährung zu liberalisieren und ausländische Beteiligungen an inländischen Märkten zu fördern. Im vergangenen Jahr eröffnete die SGE in der Freihandelszone von Shanghai eine internationale Börse. Diese erlaubt es Ausländern erstmals, in Renminbi lautende Kontrakte zu handeln.

 

Bildquelle: HBR via Wikimedia Commons

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