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Bargeld weiterhin bevorzugtes Zahlungsmittel

Stand: 23.06.2015

1 Euro MünzeWer in der Öffentlichkeit das Ende des Bargelds fordert, macht sich in Deutschland wenig beliebt. Dies musste kürzlich der Wirtschaftsweise Peter Bofinger erfahren, der dafür plädiert hatte, Münzen und Scheine abzuschaffen. Tatsächlich ist das Bargeld jedoch in absehbarer Zeit nicht aus dem Alltag der deutschen Bürgerinnen und Bürger wegzudenken. Dies belegt auch eine kürzlich veröffentlichte Umfrage im Auftrag des Digitalverbands BITKOM.

Wie aus dieser hervorgeht, zahlen 96 Prozent der Befragten bevorzugt mit Scheinen und Münzen. Gegenüber dem Vorjahr blieb dieser Wert fast unverändert (94 Prozent). Mittlerweile benutzt ein Großteil der Umfrageteilnehmer aber auch eine Bank- oder Sparkassenkarte (eine sogenannte Debitkarte). 2014 lag  dieser Wert noch bei 61 Prozent.

Weniger populär sind dagegen die Kreditkarte sowie mobile Bezahldienste. Diese Bargeld-Alternativen werden von 35 Prozent bzw. 10 Prozent der Befragungsteilnehmer genutzt. Unter jungen Menschen zwischen 14 und 29 Jahren gewinnt das Smartphone=== als Zahlungsmittel allerdings zunehmend an Bedeutung. In dieser Gruppe hat jeder Fünfte bereits einen mobilen Bezahldienst genutzt.

 

Kontrolle wichtigster Grund für Barzahlung

Im Einzelhandel sind der BITKOM-Umfrage zufolge Scheine und Münzen ebenfalls das bevorzugte Zahlungsmittel. 56 Prozent der Befragten zahlen am liebsten in bar. 2014 waren es noch 62 Prozent. Für 25 Prozent der Befragten ist die Debitkarte das bevorzugte Zahlungsmittel, acht Prozent favorisieren die Kreditkarte.

Wer Einkäufe und Dienstleistungen vornehmlich mit Bargeld bezahlt, verspricht sich davon zumeist eine bessere Kontrolle über die eigenen Finanzen. Dies ist bei 66 Prozent der Befragungsteilnehmer der Fall. 53 Prozent gaben an, aus Komfortgründen in bar zu zahlen.

Die Sicherheit spielt für Bargeld-Befürworter dagegen eine wesentlich geringere Rolle. Lediglich 18 Prozent der Befragten, die Münzen und Scheine bevorzugen, nannten diesen Faktor als Grund. Hier erhalten die Debitkarte (48 Prozent) und die Kreditkarte (47 Prozent) deutlich höhere Zustimmungswerte.

 

Bankenverband sieht kein Ende des Bargelds

Trotz der gestiegenen Verbreitung von Bargeld-Alternativen haben Scheine und Münzen auch aus Sicht der Banken weiterhin eine Zukunft. „Der Anteil der Bar-Transaktionen wird zurückgehen. Aber es wird auch in 50 Jahren noch Bargeld geben“, erklärte Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands, der Deutschen Presse-Agentur.

„Bargeld verursacht nicht unerhebliche Kosten für Sicherheit, Lagerung und Transport. Aber wir machen das, was unsere Kunden wünschen“, so Kemmer. Tendenzen zur Abschaffung würden in Deutschland nicht begrüßt.

Diese Zurückhaltung gegenüber alternativen Zahlungsmethoden verdeutlicht, wie wichtig den deutschen Bürgerinnen und Bürgern Wahlfreiheit und Autonomie im Zahlungsverkehr sind. „Wenn ich nur noch mit Karte zahlen könnte, hätte ich das Gefühl, jeder kann meine Ausgaben nachvollziehen“, gab Kemmer zu. „Das ist wahrscheinlich irrational, aber ich glaube, ich bin da nicht untypisch. Die Deutschen lieben ihr Bargeld, das ist sicherlich eine deutsche Eigenheit.“

 

Über die Studie

Die Angaben und Ergebnisse basieren auf einer Umfrage von Bitkom Research im Mai 2015. Dabei wurden 1.011 Personen ab 14 Jahren befragt.

 

Bildquelle: Deutsche Bundesbank

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