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Bargeld in Schweden auf dem Rückzug

Stand: 19.04.2016

Frisch produzierte 5-Kronen-MünzenIn Deutschland ist der Plan der Bundesregierung, eine Bargeldobergrenze einzuführen, auf breite Kritik gestoßen. Die meisten Deutschen wollen nicht auf Scheine und Münzen verzichten, jeder zweite Einkauf wird hierzulande bar gezahlt. Anders in Schweden. Dort befindet sich das Bargeld seit Jahren auf dem Rückzug, nur noch jeder fünfte Einkauf wird in bar bezahlt.

In Zahlen ausgedrückt: Vor sechs Jahren befanden sich 106 Milliarden Schwedische Kronen im Umlauf, heute sind es noch 80 Milliarden. Zudem wird es in Schweden immer schwieriger, überhaupt an Bargeld zu gelangen. So besagt eine Statistik des schwedischen Bankenverbands, dass von knapp 1.800 aufgeführten Filialen rund 900 bargeldlos sind. Auch die Zahl der Geldautomaten sinkt seit 2011 stetig.

 

Bezahl-Apps auf dem Vormarsch

„Vielleicht wird Schweden im Jahr 2030 noch nicht ganz ohne Bargeld sein, aber fast“, schätzt der Ökonom Niklas Arvidsson von der Königlich-Technischen Hochschule in Stockholm. Für die schwedische Volkswirtschaft spiele Bargeld kaum eine Rolle und im Alltag auch nicht. Da seien die Schweden ganz anders als die Deutschen, die meisten fänden das einfach nur praktisch.

Mittlerweile kann in dem skandinavischen Land selbst die Spende für die Kollekte mit der Karte gezahlt werden. In fast jeder Kirche steht dafür ein sogenannter „Kollektomat“ bereit. Immer mehr Schwedinnen und Schweden setzen zudem auf „Swish“, eine von schwedischen Banken entwickelte Smartphone-App. Damit schickt der Zahlende einen Geldbetrag per Handy an die Mobilfunknummer des Empfängers. Auf diese Weise schicken sich die Menschen untereinander Geld, bezahlen Bustickets oder den Einkauf im Supermarkt.

 

Kaum Sorge um Datensicherheit

Nach eigenen Angaben sind mehr als vier der 9,5 Millionen Schwedinnen und Schweden bei Swish registriert – mit steigender Tendenz. Sorgen um den Datenschutz gebe es in der Bevölkerung nicht ansatzweise so wie in Deutschland, so Arvidsson. Nur einige Ältere kämen mit Swish nicht zurecht und Menschen ohne Konto könnten gar nicht daran teilhaben.

In Deutschland dagegen hat selbst die Bundesbank Partei für das Bargeld ergriffen. So erklärte Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele jüngst auf einer Veranstaltung des Sparkassen und Giroverbands, jeder Bürger habe das Recht, mit seinem Geld so zu verfahren, wie er möchte. Thiele warnte davor, der Bevölkerung das Bargeld in kleinen Schritten zu nehmen: „Man muss sich hierbei vor Augen halten: Die Freiheit stirbt häufig scheibchenweise.“

Die Bundesbank verzeichnete zuletzt wieder einen Ansturm auf ein Stück geprägte Freiheit. Die neue 5-Euro-Münze mit blauem Polymerring sorgte für lange Schlangen vor den Filialen der Bundesbank.

 

 

Bildquelle: © Riksbank

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