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Bankschließfächer: Nachfrage boomt

Stand: 13.04.2016

Goldbarren in einem BankschließfachDie Bürgerinnen und Bürger in Deutschland verwahren ihre Wertgegenstände immer öfter in Bankschließfächern. Das Interesse soll in manchen Regionen so hoch sein, dass Kunden sich dort inzwischen gedulden müssen.

Vor allem in Städten sei die Nachfrage größer als das Angebot, erklärte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) der Deutschen Presse-Agentur. Der Bankenverband BdB bestätigte dies. Schließfächer seien seit geraumer Zeit gefragt. Bei einigen Instituten gebe es Wartelisten.

 

Angst vor Wohnungseinbrüchen und Wirtschaftskrisen

Ein Grund für das gestiegene Interesse an Bankschließfächern ist die berechtigte Angst vor einem Einbruch. Laut der bundesweiten Polizeilichen Kriminalstatistik registrierten die Behörden im vergangenen Jahr 167.136 Fälle von Wohnungseinbruchsdiebstahl. Das ist eine Zunahme von 9,9 Prozent im Vergleich zu 2014.

Eine zweite Ursache ist laut eines Berichts der Zeitung „Die Welt“ das Geldsystem selbst. „Unsere Kunden kaufen seit der Finanzkrise mehr Gold aus Furcht vor einem Wirtschaftsabschwung und lagern das Edelmetall bei uns ein“, so ein Sprecher der Stadtsparkasse München gegenüber der „Welt“.=== Einige Kunden sorgten sich außerdem darum, dass die Banken den negativen Einlagezins der Europäischen Zentralbank an sie weiterreichen könnten.

 

Bankgeheimnis gilt auch für Schließfächer

Vor diesem Hintergrund rechnen die Banken damit, dass immer mehr Deutsche auf das Bankschließfach ausweichen. Diese unterliegen grundsätzlich dem Bankgeheimnis; nur der Mieter kennt den Inhalt seines Fachs. Darin darf er fast alles aufbewahren: Schmuck, Bargeld, Edelmetalle oder wichtige Dokumente.

Eine kleine Hürde gibt es dennoch, denn viele Banken vermieten ihre Schließfächer nur an Personen mit einem Konto im eigenen Haus. Darüber hinaus ist ein persönliches Beratungsgespräch obligatorisch. Im Rahmen dieses Termins unterschreibt der Kunde den Vertrag und erhält den Schlüssel zum Schließfach. Dafür muss er seinen Personalausweis vorlegen, um sich zu identifizieren.

 

Zugang zum Schließfach an Öffnungszeiten gebunden

Bislang gibt es nur wenige Alternativen zum Bankschließfach. Seit ein paar Jahren vermieten einige Edelmetallhändler Schließfächer in ihren Geschäftsräumen, z. B. Degussa oder Geiger Edelmetalle. Der Vorteil ist hier, dass der persönliche Safe unabhängig vom eigenen Girokonto gemietet werden kann. Beim Kauf oder Verkauf von Edelmetallen ist zudem der Weg vom Schließfach zum Händler nicht weit.

Egal ob Banken oder alternative Anbieter – meistens erhalten Kunden nur während der Öffnungszeiten Zugang zu ihrem Schließfach. Hierzu muss sich der Mieter am Empfang oder am Schalter anmelden und entsprechend ausweisen. Nachdem ein Mitarbeiter den Tresorraum geöffnet hat, kann der Kunde dann alleine sein Fach befüllen oder Gegenstände herausnehmen. Der Inhalt bleibt somit geheim, der geschränkte Zugriff hingegen ein Wermutstropfen.

 

Bildquelle: © Erste Bank/Daniel Hinterramskogler

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