Platinchart

lade Daten lade Daten
 
 

Platinchart – Die historische Entwicklung

Die Spanier bezeichneten noch im 15. Jahrhundert das Platin als unfertiges Gold. Sie fanden es als Nebenprodukt bei der Goldförderung und warfen es zum Teil wieder zurück ins Meer. Erst nachdem das neuartige Edelmetall untersucht wurde und die einzigartigen Eigenschaften offensichtlich waren, entwickelten sich umfangreiche Platinlagerstätten zu Anfang des 19. Jahrhunderts in Russland. Hier wurde 1828 der erste Platinrubel geprägt. Diese Platinmünze war die einzige reguläre Umlaufmünze, die je ein Staat herausgegeben hat. Durch einen niedrigen Platinpreis und der Verwechslungsgefahr mit Silber, setzte sich das Zahlungsmittel aber nicht durch und die Prägung wurde 1845 wieder eingestellt. Im Platinchart kann man den weiteren Preisverfall noch nicht beobachten, da es ihn noch nicht gibt. Aber nun sind Sie vorbereitet. Denn es stieg das Gesamtangebot an der Platinfördermenge und erst durch die zunehmende Entwicklung in Industrie und Technik, wurde das Edelmetall dann häufiger nachgefragt. Und dann ging es richtig los, der Platinpreis übertraf den Goldpreis teilweise um ein Vielfaches. In Südafrika entdeckte man neue Platinvorkommen und das Land entwickelte sich als größter Platinlieferant der Welt bis heute. Die künftige Preisentwicklung, die immer noch nicht in einem historischen Platinchart abgebildet ist, war sehr volatil. In Zeiten der Kriege und der Weltwirtschaftskrise, ergaben sich extrem unterschiedliche Platinpreise vom sechsfachen des Goldpreises bis hin zu 21,67 USD. Anfang der 70er Jahre kostete Platin ca. 100 USD pro Unze. Die ersten Platin-Futures wurden ab März 1964 an der New York Mercantile Exchange (NYMEX) in US-Dollar gehandelt. Der physische Handel mit Platin begann zu Beginn des 20. Jahrhunderts in London, dort, wo bereits seit dem 17. Jahrhundert der Goldpreis festgelegt wird. Nach einigen Vorlaufmodellen, die den Platinpreis und Palladiumpreis definierten, wurde 1987 das London Platinum and Palladium Market (LPPM) gegründet. Das Platin- und Palladiumfixing findet seit 1989 bis heute zweimal täglich telefonisch statt. Den ersten historischen Platinchart bekommt man von 1992 anzeigt.

 

Der Platinchart als Spiegel der Wirtschaft

Der noch recht junge Markt von Platin, im Vergleich zu Gold und Silber betrachtet, ist in seinem Kursverlauf starken Schwankungen unterworfen. Dies wird beim Studium des jeweiligen Platinchart deutlich sichtbar. Wie auch Silber, gehört Platin zu den Industriemetallen. Politische und soziale Unruhen, sowie staatliche Einflussnahme, können die Förderung beeinträchtigen und den Platinpreis entsprechend reagieren lassen. Darauf reagiert dann wiederum die Wirtschaft mit angepasster Nachfrage. Die Automobilindustrie stellt mit ihrem Verbrauch den größten Faktor dar, der den Platinchart beeinflussen kann, denn ca. 50 Prozent der Jahresproduktion werden für die Herstellung von Fahrzeugkatalysatoren verwendet. Sinken also die Absatzzahlen in der Automobilbranche ist dies in der Kurve vom jeweiligen Platinchart zeitnah ablesbar. In den Industriezweigen Schmuckherstellung, Flug-und Raumfahrttechnik, Medizin- und Labortechnik, wird das Edelmetall ebenfalls wegen seiner speziellen Eigenschaften häufig und vielseitig verwendet und somit nachgefragt. Was die Investitionen betrifft, so ist der Platinmarkt, gemessen an anderen Märkten, z.B. Gold, relativ klein, hier macht sich eine Veränderung in der Menge von Anlagekapital sofort und deutlich am aktuellen Platinchart bemerkbar. Dennoch erkennen auch immer mehr private Anleger das Potenzial und nehmen Platin, meist neben Gold und Silber, in Form von Platinmünzen oder Platinbarren, in ihrem Portfolio auf, um vorhandenes Vermögen optimal und breit gefächert zu streuen. Die anhaltende weltweite Wirtschaftskrise fördert diese Entscheidung und beeinflusst den Platinpreis insofern, dass die Anleger immer mehr in Sachwerte, wie zum Beispiel Edelmetalle investieren.

 

Ein Blick auf die Letzten Jahre im Platinchart

Mit Beginn der Rohstoffhausse im Jahre 2005 und dem Beginn der weltweiten Finanzkrise 2007, erlebte der Platinpreis sein Allzeithoch am 4. März 2008. Im Platinchart wird er mit 2308,80 US-Dollar angegeben. Doch bereits im Herbst 2008 haben sich dann die Auswirkungen der Finanzkrise in weiten Teilen der Industrie und Wirtschaft gezeigt. An den Börsen brachen auch die Kurse für Rohstoffe und Edelmetalle ein und der Platinpreis zeigte sich im Tiefststand von 762,10 US-Dollar. Von da ab entwickelte sich der Kurs im Platinchart sprunghaft nach oben oder unten. 2011 und 2012 war der Platinpreis unter dem vom Goldpreis. Ein Grund dafür ist, dass Gold eher zur Anlage genutzt wird und nicht so sehr von der wirtschaftlichen Nachfrage abhängig ist, wie Platin. Seit Anfang 2013 ist der Platinpreis meist über den Goldpreis. Eine Prognose über die künftige Entwicklung des Kurses lässt sich nicht geben. Was aber der Platinchart eindeutig belegt, ist die Konjunkturabhängigkeit. Platin ist ein Industriemetall und ist in der KFZ-Branche sehr bedeutend, ca. 50 Prozent der Produktion werden hierfür genutzt und das wird sich die nächsten Jahre nicht so schnell ändern.