Schwache Goldnachfrage im dritten Quartal

Goldbarren C.HAFNER 1 KilogrammDie hohen Goldpreise haben im dritten Quartal dieses Jahres viele Konsumenten vom Kauf abgehalten und so für eine schwache Nachfrage gesorgt. Dies geht aus dem aktuellen Quartalsbericht des World Gold Council (WGC) hervor. Demnach sank die physische Goldnachfrage gegenüber dem Vorjahresquartal um zehn Prozent auf 992,8 Tonnen. Im dritten Quartal 2015 hatte die Nachfrage bei 1.104,8 Tonnen gelegen.

Der Wert des nachgefragten Goldes erhöhte sich im quartalsvergleich um sieben Prozent auf 42,6 Milliarden US-Dollar. Im dritten Quartal 2015 hatte das gehandelte Gold laut WGC einen Wert von 39,9 Milliarden US-Dollar.

 

Rückläufige Schmucknachfrage

Ein wesentlicher Faktor für die gesunkene Goldnachfrage war der Schmucksektor. Hier sank der Bedarf an Goldschmuck gegenüber dem Vorjahresquartal um 21 Prozent auf 493,1 Tonnen. Im dritten Quartal vergangenen Jahres hatte die Nachfrage bei 621,6 Tonnen gelegen. Vor allem die beiden wichtigsten Absatzmärkte für Goldschmuck – Indien und China – schwächelten im vergangenen Quartal. Die Nachfrage in Indien sank um 28 Prozent, die Chinas um 22 Prozent.

Der Goldbedarf der Industrie blieb dagegen weitgehend stabil – er sank um ein Prozent von 82,8 auf 82,4 Tonnen. Am stärksten ging die Nachfrage im Bereich der Zahnmedizin zurück. Hier sank der Goldbedarf im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 4,4 Tonnen.

 

Starke Investmentnachfrage dank ETFs

Während die Schmucknachfrage deutlich zurückging, nahm die Investmentnachfrage im Quartalsvergleich um 44 Prozent zu auf 335,7 Tonnen. Im dritten Quartal vergangenen Jahres waren aus dem Investmentbereich 232,4 Tonnen Gold nachgefragt worden.

Das gute Ergebnis basiert vor allem auf hohen Zuflüssen in Gold-ETFs und ähnliche Produkten. Deren Nachfrage nach dem gelben Edelmetall belief sich im vergangenen Quartal auf 145,6 Tonnen. Im dritten Quartal 2015 hatten die ETFs Abflüsse in Höhe von 63,4 Tonnen verzeichnet.

 

Schwache Münz- und Barrennachfrage

Die Nachfrage nach Münzen und Barren sank jedoch um 36 Prozent auf 190,1 Tonnen. Die Barrennachfrage ging um 31 Prozent zurück auf 139,4 Tonnen, der Münzabsatz sank sogar um 53 Prozent auf 34,3 Tonnen. Das Interesse an Medaillen nahm um 23 Prozent ab auf 16,3 Tonnen.

Auch die Zentralbanken und andere Institutionen kauften weniger Gold. Die Nachfrage dieses Bereichs sank um 51 Prozent auf 81,7 Tonnen. Im dritten Quartal 2015 hatte sich die Goldnachfrage der Zentralbanken auf 168 Tonnen summiert.

 

Goldangebot leicht gestiegen

Während die Nachfrage im dritten Quartal zurückging, stieg das weltweite Goldangebot um vier Prozent auf 1.172,7 Tonnen. Dies lag vor allem am Recycling-Angebot, das im Jahresvergleich um 30 Prozent auf 340,9 Tonnen stieg.

Gleichzeitig lag die Produktion der Goldminen mit 846,8 Tonnen ein Prozent unter dem Wert des Vorjahresquartals. Im dritten Quartal 2015 hatte das Minenangebot 851,2 Tonnen betragen.