Platinmarkt: Angebot und Nachfrage gesunken

Platinbarren 1 KilogrammDie Nachfrage und das Angebot an Platin sind im dritten Quartal dieses Jahres leicht zurückgegangen. Wie der World Platinum Investment Council (WPIC) in seinem aktuellen Marktbericht schreibt, sank die Platinnachfrage zwischen Juli und September um 5,4 Prozent auf 60,3 Tonnen. Für das zweite Quartal hatte der WPIC eine Nachfrage von 63,8 Tonnen vermeldet.

Gleichzeitig sank das weltweite Platinangebot um 9,3 Prozent auf 62,2 Tonnen. Im zweiten Quartal hatte sich das Angebot auf 68,6 Tonnen summiert. Hauptursache dafür war die ruckläufige Minenproduktion. Diese sank im Quartalsvergleich um 13,6 Prozent auf 46,3 Tonnen. Im zweiten Quartal waren 53,7 Tonnen Platin gefördert worden.

 

Automobilsektor braucht weniger Platin

Auf der Angebotsseite verzeichnete vor allem die Automobilindustrie einen niedrigeren Platinbedarf. Hier sank die Nachfrage um 10,7 Prozent auf 24,7 Tonnen. Im zweiten Quartal waren es 27,7 Tonnen gewesen. Die übrige industrielle Nachfrage nach Platin ging um 2,2 Prozent zurück – von knapp 14 auf 13,7 Tonnen.             

Ähnlich erging es auch dem Investmentbereich. Die Nachfrage nach Platin zu Anlagezwecken fiel gegenüber dem Vorquartal um 55,6 Prozent auf 1,2 Tonnen. Im zweiten Quartal hatte die Investmentnachfrage bei 2,8 Tonnen gelegen. Die Schmucknachfrage stieg dagegen um 7,3 Prozent auf 20,7 Tonnen. Im zweiten Quartal hatte dieser Wert 19,3 Tonnen betragen.

 

Defizitprognose gesenkt

Angesichts der jüngsten Quartalszahlen senkten die Autoren des Berichts ihre Defizitprognose von 10,9 auf 5,3 Tonnen. Die Experten schätzen, dass die weltweite Platinnachfrage 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent auf 250,1 Tonnen sinkt.

Das Angebot fällt der Prognose zufolge mit 244,8 Tonnen etwas niedriger aus als im Jahr zuvor. Durch die niedrigeren Verkaufszahlen in China kann der Anstieg im Schmuckrecycling die schwächere Produktion in Südafrika nicht auffangen. Laut den Autoren wird das für 2016 prognostizierte Defizit die geschätzten oberirdischen Vorräte auf 66,8 Tonnen reduzieren.

 

Hinweis: Der Marktbericht des WPIC verwendet die Einheit Feinunzen (koz = tausend Feinunzen). Wir haben die Zahlen für unseren Bericht in Tonnen umgerechnet.