Goldmünzen Spezial in 3 Teilen II

Zweiter Teil: Die wertvollsten Goldmünzen der WeltDouble Eagle Münze

Als Zahlungsmittel tauchen Goldmünzen im heutigen Geschäftsverkehr kaum noch auf. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts löste das heutige Papiergeld Gold als Zahlungsmittel ab. Durch die geringe Verfügbarkeit des Materials ist der reine Goldwert der Münze häufig höher als der Wert der Prägung. Als entsprechend wertvoller Besitz und mögliche Geldanlage sind Goldmünzen zu sehen.

Einige Goldmünzen sind dabei wertvoller als andere. Die Ursache dafür liegt meist in der Vorgeschichte und der Stückzahl der Prägung. In den folgenden Abschnitten stellen wir die derzeit wertvollsten Goldmünzen der Welt vor.

Die wertvollste Goldmünze der Welt: die Double Eagle

Die wertvollste Goldmünze der Welt ist die Double Eagle. Derzeit existiert weltweit nur noch ein einziges Exemplar der Münze. Bei Sotheby’s in London wurde es im Jahr 2002 für 7,59 Millionen Dollar verkauft.

Ihren Wert hat die Double Eagle ihrer Vorgeschichte zu verdanken. Sie wurde seit dem Jahr 1907 nach dem Design von Augustus Saint-Gaudens geprägt und diente als offizielles Zahlungsmittel. Letztmals wurde sie im Jahr 1933 hergestellt, bis Franklin Roosevelt die Prägung aufgrund der Weltwirtschaftskrise stoppen ließ. Noch vor der Ausgabe wurden alle Exemplare aus dem Jahr 1933 wieder eingeschmolzen.

Aus unbekannten Gründen gelangten zehn Exemplare der Münzen in private Hände. Allerdings war allein der Besitz strafbar und als offizielles Zahlungsmittel konnten die Münzen nicht genutzt werden. Im Rahmen der Ermittlungen des Geheimdienstes wurden im Laufe der Zeit neun von zehn Exemplaren beschlagnahmt. Die letzte Münze war 1944 nach Ägypten in die Münzsammlung von König Farouk gelangt. Nach einem späteren Versteigerungsversuch, der durch Intervention des US-amerikanischen Schatzamtes verhindert wurde, verschwand die Münze bis 1996 im Untergrund. Im Jahr 1996 wurde die Münze schließlich Undercover-Agenten angeboten, die sie beschlagnahmten. Im Jahr 2002 konnte die Münze durch ein nachträgliches Legalisierungsverfahren endgültig versteigert werden.

Aufgrund des geschichtsträchtigen Weges, den die Münze hinter sich hat, handelt es sich um das Königsstück für Münzsammler. Man könnte die Double Eagle als „Heiligen Gral“ unter den Goldmünzen bezeichnen. Sie befindet sich derzeit in New York in der Lobby der US-Notenbank Fed hinter Panzerglas, zusätzlich per Alarm und von bewaffnetem Sicherheitspersonal geschützt.

Eng mit der Geschichte der USA verknüpft: die Brasher Doubloon

Die Goldmünzen mit dem Namen „Brasher Doubloon“ wurden im Jahre 1787 hergestellt. Entworfen und geprägt wurden die Münzen von Ephraim Brasher, einem Silber- und Goldhändler aus New York. Auf der Vorderseite befindet sich eine Landschaftsabbildung mit Bergen, der Sonne und dem Meer, auf der Rückseite ein Adler, in den Brasher seine Initialen eingravierte. Derzeit gibt es noch sechs Exemplare, bei denen sich die Gravur auf dem Flügel des Adlers befindet, und eines mit Gravur auf der Brust des Adlers. Zusätzlich existiert noch ein sogenannter „Half Doubloon“. Es handelt sich dabei um das gleiche Design, jedoch eine kleinere Münzplatte.

Im Jahr 2014 wurde eine der Flügelmünzen über Heritage Auctions in Florida zu einem Preis von 4,5 Millionen US-Dollar versteigert. Der Verkäufer hatte sie im Jahr 1979 für 430.000 US-Dollar gekauft und seitdem in seinem Privatbesitz gehabt. Als erste geprägte Goldmünze der Vereinigten Staaten von Amerika hat sie nicht nur einen ideellen, sondern auch einen historisch besonderen Wert.

100 Gold-Dukaten 1621 von Sigismund III. und die 1898 Single 9 Pond

Vom polnischen König Sigismund III. wurden als Belohnung für seine verdientesten Offiziere eigene Münzen geprägt. Unter den wertvollsten Goldmünzen der Welt ist ein 100-Dukaten-Stück aus dem Jahre 1621 zu finden. Auf der Vorderseite verewigte sich Sigismund III. mit seinem Porträt, auf der Rückseite befindet sich das zugehörige Wappen. Das Geldstück wechselte zuletzt für 1,38 Millionen US-Dollar den Besitzer.

Aus südafrikanischer Prägung stammt hingegen die 1898 Single 9 Pond. Geprägt wurde sie im Jahr 1899 während des Zweiten Burenkrieges. Die Südafrikaner leisteten damals Widerstand gegen die britische Rohstoffausbeutung und wollten mit der Single 9 Pond den Südafrikanischen Staat per eigener Währung legitimieren. Dafür wurde eigens ein 1899er Stempel bestellt, der von den Briten abgefangen und konfisziert wurde. Also wurden die Münzen mit einem 1898er Stempel und einer zusätzliche 9 auf der Vorderseite geprägt. Da die 9 in die Büste von Präsident Paul Kruger hineinragte, gibt es nur ein einziges Exemplar mit einer 9. Stattdessen wurde bei allen anderen Münzen ein kleinerer Stempel mit der Zahl 99 verwendet. Im Jahr 2001 wurde die 1898 Single 9 Pond für etwa 10 Millionen Rand – damals etwa 700.000 Euro – versteigert. Der Preis einer weiteren Auktion aus dem Jahr 2010 soll noch höher liegen, wurde aber nie bekannt.

Die teuerste deutsche Goldmünze: der goldene Jakobslöser

Eingeführt wurde die Münzreihe der Juliuslöser von Fürst Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel. Da er nicht über viel Gold verfügte, aber über ein großes Silberaufkommen im Harz, wurden die Münzen als Silbermünzen geprägt. Angelehnt an die Herstellung der Juliuslöser ließ Julius Enkel Friedrich Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel eine Goldmünze aus dem Edelmetall der Lauenthaler Grube St. Jakob prägen – daher auch der Name Jakobslöser.

Mit einem Gewicht von fast 60 Gramm und einem Durchmesser von 6,7 Zentimetern nimmt der goldene Jakobslöser stattliche Ausmaße an. Im Oktober 2015 wurde die Münze in London für 650.000 Pfund, also damals umgerechnet etwa 911.500 Euro, versteigert. Damit handelt es sich um die mit Abstand teuerste deutsche Münze, die bisher verkauft wurde – deutlich vor dem Brandenburger Portugalöser aus dem Jahre 1584, der 1999 für 375.000 DM verkauft wurde. Wer den goldenen Jakobslöser sehen möchte, hat aktuell noch bis zum 3. März 2017 Zeit. Bis dahin ist er in der Sonderausstellung „Schatzkammer Harz“ im Schlossmuseum Braunschweig ausgestellt.