Goldbarren gestern, heute und morgen

Gold selbst wird bereits seit mehreren Tausend Jahren als Zahlungsmittel und Wertanlage genutzt. Die ältesten Funde sind etwa dem Jahr 4.500 v. Chr. zuzuordnen. Nur wenig später sind bereits die ersten Barren als Anlageobjekte genutzt worden. Doch wie hat sich die Rolle von Goldbarren im Laufe der Jahre verändert und wie könnte sie sich noch entwickeln? Diese und weitere Fragen werden im Folgenden erörtert.

Geschichte der Goldbarren

Die ursprüngliche Verwendung von Gold und anderen Edelmetallen war auf den Bereich Schmuck begrenzt. Doch relativ bald kam auch die Idee der Wertspeicherung auf. Entsprechend begann die Prägung von Goldbarren. Die ältesten Funde sind etwa dem Jahr 4.000 v. Chr. zuzuordnen und wurden im bulgarischen Warna gemacht. Für den Geldverkehr sind Barren aus Edelmetall spätestens ab etwa 2.000 v. Chr. genutzt worden. Gerade bis Münzen aus Edelmetallen eingeführt wurden, hatten die Barren einen wichtigen Status als Handelsgegenstände. Die Münzen lösten diese Stück für Stück ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. ab und wurden stattdessen als Währung gültig. In dieser Rolle fanden sie sich bis nach dem Zweiten Weltkrieg wieder. Noch heute sind Goldmünzen mit aufgeprägtem Wert theoretisch als Zahlungsmittel zulässig. In vielen Fällen übersteigt jedoch der Materialwert den aufgeprägten Nennwert, sodass es keinen Sinn macht, mit diesen zu bezahlen

Goldbarren in ihrer heutigen Form

100g Goldbarren HeraeusHeutzutage gibt es Goldbarren in den unterschiedlichsten Größen und Formen. Der mindestens enthaltene Feingehalt muss per Gesetz bei 99,5 Prozent liegen. Aufgeprägt sind im Regelfall Daten wie die Feinheit, das Jahr der Prägung, die Marke des Herstellers und eine eindeutige Seriennummer, die der Hersteller vergibt. Letztere wird in ein entsprechendes Verzeichnis eingetragen. So kann jeder einzelne Goldbarren individuell identifiziert werden. Im Gegensatz zu Goldmünzen ist auf Goldbarren kein Prägewert aufgraviert. Entsprechend haben sie keinen echten Wert im Rahmen des Geldverkehrs. Als Wertanlage kann der reine Materialwert gesehen werden. Dieser wird hauptsächlich durch den gehandelten Goldkurs bestimmt. Außerdem sind Goldbarren günstiger herzustellen als Münzen. Entsprechend ist der Aufschlag beim Kauf häufig relativ gering. Dadurch bekommt man sehr viel Anlagegut für sein investiertes Geld.
Die Größe von Goldbarren kann sehr stark variieren. Ein Standardbarren hat ein Gewicht von rund 400 Feinunzen (ca. 12,5 Kilogramm). Allerdings variieren die Goldbarren hier durchaus zwischen etwa 350 und 430 Feinunzen. Dabei handelt es sich um industrielle Goldbarren. Üblich für den Anlagebereich sind Stückelungen zwischen einem Gramm und einem Kilogramm. Diese entspringen dem metrischen System. Als weiterer Maßstab ist die Feinunze möglich. Diese entspricht etwa 31,103 Gramm. Gerade im asiatischen Raum sind auch Größen wie Tola (11,664 Gramm) und Tael (37,429 Gramm) zu finden.

Goldbarren als Anlage und als Währung

Goldbarren C-Hafner 1kgDie wichtigste Rolle der Goldbarren ist heutzutage die Geldanlage. Entsprechend werden sie größtenteils von Zentralbanken aller Nationen als Absicherung der eigenen Währung genutzt. Daher sind auch die Banken die Inhaber der größten Reserven im Bereich der Goldbarren. Allerdings variiert die anteilige Höhe der Absicherung je nach Staat. Deutschland und die USA beispielsweise haben einen sehr hohen Anteil an Goldreserven zur Absicherung ihrer Finanzkraft. Dieser kann durchaus zwischen 60 und 80 Prozent liegen. Andere Staaten haben nur einen kleinen Goldreservenanteil von fünf bis 20 Prozent.
Gerade private Investoren haben einen Teil ihres Geldes häufig auch in Gold angelegt. Als besonders krisensichere Anlageform kann so das eigene Geld gut konserviert werden, auch wenn die eigene Währung aufgrund von Krisen an Wert verliert. Während zahlreiche Währungen kamen und gingen, ist Gold seit Jahrtausenden in seinem Wert konstant geblieben.
Allerdings stellt sich die Frage, wie heute und künftig Gold am besten genutzt werden kann, um tatsächlich in einer Krise gewappnet zu sein. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, Gold in der Krise zu nutzen. Entweder kann es als Anlage genutzt werden, um nach der Krise nach wie vor den Wert des Vermögens weiter nutzen zu können. In diesem Fall geht es vor allem darum, eine Wertabsicherung zu haben. Eine andere Möglichkeit ist die Nutzung von Gold als Währung in der Krise. Je nachdem, wie gerade Staaten in der Krise verfahren, kann das sinnvoll sein, muss es aber nicht unbedingt. Schließlich hat beispielsweise der US-amerikanische Präsident Roosevelt im Rahmen der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1933 den Privatbesitz von Gold verboten. Entsprechend konnte es auch nicht als Zahlungsmittel in der Krise genutzt werden. Allerdings ist ein Szenario, in dem beispielsweise kein Geld mehr verfügbar ist, nicht ausgeschlossen. Dabei könnten möglicherweise Goldbarren als Ersatzwährung genutzt werden. Das könnte zum Beispiel durch einen Ausfall sämtlicher Elektronik oder IT-Systeme der Fall sein. Innerhalb kürzester Zeit wäre es niemandem mehr möglich, Bargeld abzuheben. Gerade der geringe Bargeldbestand vieler Privatpersonen könnte dann schnell zum Problem werden.
Wer von diesem Szenario ausgeht, kann selbstverständlich vor allem in kleinere Goldbarren ab einem Gramm Gewicht investieren. Für die reine Geldanlage eignen sich tendenziell eher größere Barren. Entsprechend ist es eine Überzeugungsfrage, welche Form der Goldbarren bevorzugt wird. Unabhängig von der Größe ist es nur wichtig, darauf zu achten, auf den Goldpreis nicht zu hohe Zuschläge zu zahlen. Gerade bei Goldbarren sollte dieser tendenziell eher niedrig ausfallen,
Goldbarren eignen sich heutzutage als sichere Anlage in der Krise auf jeden Fall. Allerdings ist die Frage, wie man sein Gold für die Krise einplant. Dadurch lässt sich entscheiden, welche Maße die Goldbarren haben sollten. Für die Anlage sind nahezu alle Maße zwischen einem Gramm und einem Kilogramm möglich. Wer darauf spekuliert, im Ernstfall eine Ersatzwährung zu besitzen, sollte vor allem in kleinere Barren investieren. Für die Wertanlage nach der Krise sind tendenziell eher größere Barren geeignet. Wichtig ist bloß, den Zuschlag zum Goldpreis im Auge zu behalten. Dieser sollte nicht zu groß ausfallen.