Gewinne aus Xetra-Gold nach einem Jahr steuerfrei

Goldbarren Heraeus, 100 GrammDas in Deutschland und der Schweiz angebotene Xetra-Gold ist steuerlich wie physisches Gold zu behandeln. Dies geht aus zwei Urteilen des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 12. Mai 2015 hervor. Die Richter entschieden demnach, dass Xetra-Gold-Inhaberschuldverschreibungen nicht steuerpflichtig sind, wenn zwischen dem Erwerb und Verkauf der Wertpapiere mindestens ein Jahr liegt.

 

Zwei Anleger hatten gegen die Besteuerung des erzielten Gewinns aus dem Verkauf bzw. der Einlösung von Xetra-Gold erfolgreich geklagt. Ein Kläger veräußerte seine Inhaberschuldverschreibungen mit Gewinn, nachdem er diese über ein Jahr lang gehalten hatte. Der zweite Kläger ließ sich das verbriefte Gold dagegen physisch ausliefern. Die Finanzämter besteuerten den Gewinn jeweils als Einkünfte aus Kapitalvermögen.

 

Xetra-Gold führt nicht zu steuerbaren Einkünften

Der BFH wies die Revisionen der Finanzämter als unbegründet ab. Der von den Klägern erzielte Gewinn aus den Xetra-Gold-Wertpapieren führe nicht zu steuerbaren Einkünften aus Kapitalvermögen, so die Richter in ihrer Begründung. Die Inhaberschuldverschreibungen verbrieften keine Kapitalforderung, sondern einen Anspruch auf eine Sachleistung – die Lieferung physischen Goldes.

Der Anspruch auf Auslieferung des Edelmetalls werde auch nicht dadurch zu einer Kapitalforderung, dass eine Vielzahl von Anlegern Xetra-Gold auf dem sogenannten Sekundärmarkt handle. Der BFH stellte den Erwerb sowie die Einlösung oder den Verkauf der Inhaberschuldverschreibungen dem Kauf oder Verkauf von physischem Gold gleich.

 

Über Xetra-Gold

Xetra-Gold-Inhaberschuldverschreibungen sind börsenfähige Wertpapiere. Sie gewähren dem Besitzer das Recht auf Auslieferung von einem Gramm Gold, das jederzeit unter Beachtung einer Lieferfrist von zehn Tagen gegenüber der Bank geltend gemacht werden kann. Zudem können die Wertpapiere an der Börse gehandelt werden.

Xetra-Gold ist stets zu 100 Prozent durch Gold gedeckt. 95 Prozent des Edelmetalls werden in physischer Form in den Tresoren des deutschen Zentralverwahrers für Wertpapiere eingelagert. Die restlichen fünf Prozent sind Lieferansprüche auf Gold gegenüber der Umicore AG & Co. KG aus Hanau.