Geldanlage in Deutschland: Sicherheit vor Rendite

1-Euro-MünzeDeutsche Sparer wollen trotz anhaltender Niedrigzinsen kein höheres Risiko bei ihrer Geldanlage eingehen. Dies geht aus der Studie „Vermögensbarometer 2016“ hervor, die der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) am Dienstag in Berlin präsentierte. Demnach lehnen 70 Prozent der Befragten höhere Risiken ab, zehn Prozent der Teilnehmer können sich vorstellen, für eine höhere Rendite auch mehr Risiko einzugehen.

Generell steht der Faktor Sicherheit für deutsche Sparer beim Vermögensaufbau an erster Stelle. So nannten 57 Prozent der Befragten die Sicherheit als eines der drei der wichtigsten Kriterien. 2015 waren es 50 Prozent gewesen.

 

Hohe Rendite nachrangig

Auf Platz zwei folgt Flexibilität. 40 Prozent der Teilnehmer nannten dieses Kriterium, zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor. 36 Prozent der Befragten ist die Verfügbarkeit der Geldanlage wichtig. Das Kriterium konnte gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent zunehmen und landet damit auf Platz drei. Auf dem vierten Platz rangiert mit 23 Prozent der Faktor „Lebens-/Familienplanung. Dieser stieg um vier Prozent. Eine hohe Rendite wünschen sich laut aktuellem Vermögensbarometer 22 Prozent der Befragten. Damit sank der Wert im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent.

Bei der Frage, welche Form der Geldanlage sich am besten für den Vermögensaufbau eignet, steht die selbstgenutzte Immobilie ganz vorn. 59 Prozent der Befragten schenken dem Eigenheim das meiste Vertrauen, 16 Prozent mehr als 2010. Die Immobilie zum Vermieten erreicht 29 Prozent und rangiert damit auf dem zweiten Platz. Hier stieg der Wert im Vergleich zu 2010 um 12 Prozent. Die drittbeliebteste Form der Geldanlage ist laut Vermögensbarometer der Bausparvertrag mit 27 Prozent, 2010 waren es 29 Prozent gewesen.

 

Beliebtheit der Lebensversicherung sinkt

Die Lebensversicherung und Aktien belegen die Plätze vier und fünf mit 21 bzw. 12 Prozent. Dabei ist die Fallhöhe der Lebensversicherung besonders groß. 2007 hatte ihr Zustimmungswert bei 53 Prozent gelegen, 2010 bei 46 Prozent. Dagegen konnten die Aktien gegenüber 2010 sogar 3 Prozentpunkte gutmachen.

Ein weiteres Ergebnis des Vermögensbarometers zeigt, dass es beim Thema Geld und Finanzen keine einfachen Kausalzusammenhänge gibt. Laut den Autoren der Studie kurbeln die niedrigen Zinsen den Konsum in Deutschland nicht an. Nur 5 Prozent der Befragten erklärten, dass sie ihr Konsumverhalten in den vergangenen zwölf Monaten ausgeweitet hätten. 20 Prozent der Teilnehmer drosselten dagegen ihren Konsum in diesem Zeitraum. Die restlichen 75 Prozent gaben an, ihr Ausgabeverhalten habe sich nicht verändert.