Gefälschte Goldbarren sorgen weiter für Ärger

Gefälschte PAMP-Goldbarren im BlisterDer Fachhändler und Edelmetallexperte Andreas Heubach hat in einem Blogbeitrag vor gefälschten Goldbarren gewarnt. Nach eigenen Angaben boten zuletzt mehrere Kunden seinem Unternehmen Goldbarren-Fälschungen zum Kauf an. Sie hatten diese bei den Auktionsportalen eBay und Alibaba ersteigert und waren davon überzeugt, dass es sich um echte Barren handelt.

Die hohe Nachfrage nach Gold in Münz- und Barrenform lockt viele Fälscher an; deren illegale Kopien werden immer besser. In seinem Beitrag stellt Andreas Heubach mehrere gefälschte Barren näher vor und verdeutlicht die Unterschiede zum Original. Dabei handelt es sich um Produkte der Schweizer Hersteller PAMP und Argor-Heraeus.

 

PAMP-Goldbarren im Blister

Barren-Fälschungen von PAMP tauchen seit 2013 immer häufiger in Deutschland auf. Dabei handelt es sich meist um kleine 10-Gramm-Barren. Heubach zufolge machen die gefälschten Goldbarren einen nahezu perfekten Eindruck auf Käufer, die nie zuvor einen originalen Goldbarrenblister von PAMP in den Händen gehalten haben.

Die Farben sowie die Druckqualität des in der Verpackung befindlichen Echtheitszertifikates ähneln dem Original sehr. Der Farbton des Goldbarrens ist ebenfalls recht authentisch. Sogar die Seriennummern auf dem Barren stimmen mit der Angabe auf dem jeweiligen Zertifikat überein.

Laut Heubach könne man eine Fälschung am besten daran erkennen, dass der Goldbarren nicht bündig mit der Verpackung abschließe. Die Folie sei so gestaltet worden, dass der Barren etwas unter dem Zertifikat sitze.

 

Auch Kinebar-Goldbarren betroffen

Auch die beliebten Kinebar-Goldbarren sind immer öfter Opfer von Fälschungen. Als Beispiel nennt Heubach einen 2-Gramm-Kinebar von Heraeus. Hier müssen der gefälschte Barren und das Original direkt nebeneinander gestellt werden, um Unterschiede zu erkennen.

So fällt bei genauerem Hinsehen auf, dass die gefälschte Verpackung eine andere Schriftart verwendet. Die Unterschiede lassen sich besonders gut bei den Ziffern zwei, vier, sechs und acht erkennen.

Der wohl größte Unterschied zum Original ist jedoch das Gewicht: Die gefälschten Goldbarren sind deutlich leichter, sie wiegen nur etwa die Hälfte. Normalerweise muss man hierfür den Barren aus der Verpackung nehmen oder ein entsprechendes RFA-Analysegerät einsetzen.

Die Beschriftung des Barrens ist beim Original matt, bei der Fälschung glänzt die Schrift dagegen. Auch die Abmessungen des Blisters stimmen nicht überein: Die Originalverpackung hat die Maße 8,5 x 5,5 Millimeter; die Blisterkarte der Fälschung misst 9 x 6 Millimeter. Zudem haben die Blister einen unterschiedlichen Überstand.

Das Hologramm der Fälschungen verhält sich beim Schwenken im Licht ähnlich wie das Original. Allerdings ist das Hologramm des gefälschten Barrens etwas gelblicher als bei den echten Exemplaren.

 

Vorsicht bei vermeintlichen „Schnäppchen“ im Internet

Die besagten Beispiele zeigen, wie gut die professionellen Fälscher inzwischen geworden sind. Wer noch nie einen entsprechenden Originalblister in der Hand gehalten hat, wird die Unterschiede auf den ersten Blick kaum erkennen. Auch Sicherheitsmerkmale wie das Zertifikat mit Seriennummer oder das Hologramm auf Kinebar-Produkten sind offenbar keine Garantie für die Echtheit eines Produktes. Heubach empfiehlt deshalb, Edelmetalle nur bei speziellen Edelmetall- und Münzhändlern sowie bei Banken und Sparkassen zu kaufen.

 

Den vollständigen Beitrag können Sie hier nachlesen.

 

Bildquelle: © Andreas Heubach