Der Krugerrand

Krugerrand GoldmünzeDer Krugerrand ist nicht nur eine der bekanntesten Goldmünzen der Welt. Er ist auch die in Deutschland beliebteste Anlagemünze.

Krugerrand oder Krügerrand?

Am 3. Juli 1967 erblickte die erste Krugerrand Münze in der Rand Refinery, gelegen in Germiston, einer Stadt nahe Johannesburg im Nord-Osten Südafrikas, das Licht der Welt. Schon von Anfang an war der Krugerrand als Anlagemünze vorgesehen. Durch einen Impuls der Südafrikanischen Minenvereinigung „Chamber of Mines of South Africa“ und mit Einwilligung der Südafrikanischen Reserve Bank wurde er jedoch auch offiziell anerkanntes Zahlungsmittel, wie heute immer noch. Der Wert für Zahlungen ergibt sich, werktäglich neu, aus dem aktuellen Goldwert. Krugerrand Münzen besitzen im Gegensatz zu anderen Anlagemünzen, wie zum Beispiel dem Maple Leaf, keinen Nennwert.

Die Münze selbst stellt mit ihren Motiven von Beginn an einen Verweis auf die Geschichte dar. Die Vorderseite, also die Kopfseite, welche Paul Kruger darstellt, ein südafrikanischer Politiker und zwischen 1982 und 1902 Präsident der Südafrikanischen Republik, lässt sich auch auf den ersten südafrikanischen Kruger-Pfunden wiederfinden. Diese Münzen sind wiederum ein Produkt deutschen Designs und deutscher Produktion. Entworfen wurden sie von dem Münzmeister Otto Schulz und geprägt wurden sie an der Kaiserlichen Münze, eine Prägestätte in Berlin, welche heute unter dem neuen Namen Staatliche Münze für die Prägung des Euro verantwortlich ist.

Auf der Rückseite, der Zahlseite, ist eine Springbock-Antilope zu sehen. Sie ist das Wappentier Südafrikas, unter anderem Namensgeber für die südafrikanische Rugby Mannschaft und auch auf den eigentlichen Randmünzen, welche ab 1961 produziert wurden, wiederzufinden.

Auf der Vorderseite steht um das Portrait von Paul Kruger in großen Lettern der Name Südafrikas in zwei seiner Amtssprachen, Afrikaans und Englisch, geschrieben: „SUID-AFRIKA“ und „SOUTH AFRICA“.
Auf der Rückseite teilt das Bild der Springbock-Antilope das Prägejahr in zwei Hälften. Über ihr steht wieder in großen Lettern „KRUGERRAND“ geschrieben und unter ihr jeweils „FYNGOUD 1 OZ FINE GOLD“, „FYNSILWER 1 OZ FINE SILVER R1“ oder „1 OZ PLATINUM R10“.

Nun ergibt auch der Name des Krugerrands einen Sinn. „Kruger“ steht für das Motiv Paul Krugers und „Rand“ ist der Name der seit 1961 in Südafrika geltenden Währung, nach welcher der Krugerrand benannt ist.
In der deutschen Sprache hat sich über die Zeit ein Umlaut in den Namen „Krügerrand“ eingeschlichen. Eigentlich ist dieser Name nicht korrekt, realistisch gesehen versteht aber jeder was damit gemeint ist.

Der Krugerrand – eine Münze mit Geschichte

In den ersten drei Jahren wurden zwischen 20 000 und 50 000 Münzen jährlich produziert. Die Goldanlagenmünze wurde dankbar angenommen und die Produktion konnte in den Folgejahren durch die wachsende Nachfrage gesteigert werden. Sie erreichte in 1978 ihr Hoch mit über sechs Millionen produzierten Münzen im Jahr.

Dieser Erfolg hielt aber nur bis in die achtziger Jahre an. 1986 wurden von der Europäischen Gemeinschaft und den Vereinigten Staaten Sanktionen gegen das von Apartheit beherrschte Südafrika erhoben. Diese hatten ein Einfuhrverbot des Krugerrands und damit einen massiven Einbruch der Nachfrage zur Folge und die Auflagen wurden in den nächsten Jahren deutlich reduziert. Nicht mehr von Millionen und Hunderttausenden war nun die Rede, sondern nur von Tausenden. 1998 wurden im gesamten Jahr nur ein wenig über 23 000 Münzen produziert.

Das Einfuhrverbot konnte 1999 wieder aufgehoben werden und seitdem befindet sich der Krugerrand wieder auf dem Weg nach oben. Auch wenn das allzeit-Hoch von 1978 noch unerreicht ist, hat der Krugerrand aktuell den Status der Gold-Bullionmünze mit dem größten Marktanteil inne.

Was macht den Krugerrand aus und woraus besteht er überhaupt?

Wie bereits erwähnt handelt es sich bei dem ursprünglichen Krugerrand um eine Goldmünze. Diese besitzt einen Feingoldanteil von 916,6/1000. Das heißt, dass von 1000 Teilen in einer Münze, 916,6 aus Gold bestehen. Das Feingoldgewicht einer Krugerrandmünze beträgt genau eine Feinunze (Engl. „troy ounce“). Dies entspricht 31,1034768 Gramm. Hergestellt wird die Münze in einer 22K Rotgoldlegierung mit zusätzlichen 8,34% Kupfer.

Noch in der Hochzeit des Krugerrands gesellte sich zu dem insgesamt 33,91 Gramm schweren 1 oz Krugerrand der ½ oz, ¼ oz und der 1/10 oz Krugerrand. Anlässlich des 40. jährigen Jubiläums kam 2007 noch eine 1kg Ausgabe und dieses Jahr, zehn Jahre später, zum 50. Jubiläum eine 50 oz, 5 oz, 1/20 oz und 1/50 oz Ausgabe sowie eine Variante aus Silber und eine aus Platin hinzu. Diese beiden Varianten unterscheiden sich nicht nur durch ihr Material, sondern auch dadurch, dass sie einen Nennwert besitzen. 1 Rand für die Silbermünze und 10 Rand für die Platinmünze.

Verkauf und Wert des Krugerrands

Seinen Hauptabsatzmarkt hat der Krugerrand in Europa und den Vereinigten Staaten. Inlands wird die Münze, aufgrund ihrer zum Teil kolonialistischen Referenzen, teilweise kritisiert.

Die Verkaufspreise, im Folgenden alle in Euro umgerechnet, sind 2016 mit 1.165,27 € als durchschnittlicher Verkaufspreis pro Unze Krugerrand so hoch wie noch nie gewesen. In den ersten fünf Jahren überschritt der jährliche durchschnittliche Verkaufspreis pro Unze nicht einmal 40€. Danach machte der Preis allerdings einen Sprung nach oben und konnte sich über die Jahre hinweg in den niedrigen bis mittleren Hunderten halten. Seit 2006 konnte sich der jährliche durchschnittliche Verkaufspreis mehr als verdoppeln.

Der Krugerrand ist die beliebteste Anlagemünze der Deutschen und daran wird sich in absehbarer Zeit wohl auch nichts ändern.