Goldmünzen Spezial in 3 Teilen III

Goldmünzen als AnlageobjekteKrugerrand Goldmünze

Gerade in Zeiten, in denen der Leitzins so niedrig ist, dass sich Bankprodukte nur selten lohnen, denken viele Anleger über alternative Anlageformen nach. Eine Möglichkeit besteht darin, Münzen zu sammeln und auf eine Wertsteigerung zu spekulieren. Gemeint sind die sogenannten Bullionmünzen.

Was sind Bullionmünzen und wie sind sie aufgebaut?

Bullionmünzen sind Münzen, die in einer hohen Auflage aus Edelmetallen geprägt werden. Sie unterscheiden sich damit von Kursmünzen für den regulären Zahlungsverkehr und Sammlermünzen, die aufgrund ihrer Seltenheit häufig deutlich über dem reinen Materialwert gehandelt werden. Der Kaufpreis für Bullionmünzen liegt meist nur leicht über dem Edelmetallwert, hinzu kommen nur Kosten für die Prägung und den Vertrieb. So können sie entweder durch steigende Edelmetallpreise oder durch die Steigerung des Sammlerwertes lukrativ werden – die perfekte Symbiose aus Barren (englisch Bullions) und Münzen.

Ein weiterer Vorteil ist der meist sehr hohe Feingehalt. Bei vielen hochwertigen Bullionmünzen liegt dieser bei 99,9 Prozent. Das Gewicht wird in Unzen angegeben. Eine Unze entspricht einem Gewicht von 31,1035 Gramm, die meisten Bullionmünzen werden mit 1/10, ¼, ½ und 1 Unze geprägt. Wichtig in diesem Zusammenhang: Je kleiner die Münze, umso höher sind tendenziell der Aufwand der Prägung sowie die damit verbundenen Kosten. Daher lohnt sich der Blick auf den Aufschlag zum Materialwert. Generell kann eine echte Bullionmünze auch als Zahlungsmittel eingesetzt werden. Der darauf geprägte Wert liegt jedoch nahezu immer unter dem Materialpreis, weshalb der Einsatz als Zahlungsmittel nicht zu empfehlen ist.

Die meistverbreitete Bullionmünze: der Krugerrand

Der Krugerrand ist eine Goldmünze aus südafrikanischer Prägung. Er wird seit dem Jahr 1967 ausgegeben und hat einen Feingehalt von 91,66 Prozent. In den Größen 1/10, ¼, ½ und 1 Unze ist er verfügbar. Er orientiert sich an den ersten südafrikanischen Kruger-Pfunden, deren Entwurf aus dem Jahr 1892 stammt. In den ersten drei Jahren gab es eine Gesamtauflage von 30.000 bis 50.000 Euro pro Jahr. Anschließend wurde er in weitaus größerer Auflage geprägt.

Der Krugerrand ist unter den Bullionmünzen das am weitesten verbreitete Exemplar. Besonders beliebt ist er, weil der Aufschlag zum Goldwert mit 5 Prozent sehr niedrig ausfällt. Allerdings gab es in der EU und den USA zwischenzeitlich ein Einfuhrverbot, was zum Einbruch der Prägung führte. Daher haben Münzen aus besonders auflageschwachen Jahren bereits einen Sammleraufpreis.

Weitere bekannte Bullionmünzen

Aus den USA sind vor allem der American (Gold) Eagle und die American Buffalo bekannt. Der American Eagle wird seit 1986 geprägt und hat einen Feingehalt von 91,67 Prozent. Er ist in den Größen 1/10, ¼, ½ und 1 Unze erhältlich. Auf der Vorderseite der Münze befindet sich die Freiheitsgöttin „Lady Liberty“  mit Fackel und Olivenzweig, auf der Rückseite eine Adlerfamilie mit Horst und Olivenzweig. Für Sammler ist sie in der Qualität Polierte Platte erhältlich, was am „W“ unter der Jahreszahl erkannt werden kann.

Mit Erstprägung im Jahr 2006 ist die American Buffalo eine noch recht junge Bullionmünze. Daher ist sie noch nicht so weit verbreitet wie andere Goldmünzen zur Geldanlage und in Deutschland nicht ganz leicht erhältlich. Sie hat einen Feingehalt von 99,99 Prozent und kann ebenfalls in den vier gängigen Größen zwischen 1/10 und 1 Unze erstanden werden.

In Europa ist vor allem die Münze Wiener Philharmoniker bekannt, die seit 1989 geprägt wird. Sie hat ebenfalls einen Feingehalt von 99,99 Prozent bei vier Prägegrößen zwischen 1/10 und 1 Unze. Je nach Prägejahr unterscheidet sich der Prägewert. Bis zum Jahr 2001 wurden die Wiener Philharmoniker als Schillingausgaben gestaltet, danach als Euroausgaben. Die hergestellte Stückzahl beider Varianten reicht jeweils in Summe in den Millionenbereich, sodass echter Seltenheitswert eher nicht erreicht wird. Es gibt jedoch zwei Sonderausgaben. Vom „Big Phil“ aus dem Jahr 2004 mit 1.000 Unzen Gewicht und einem Materialwert von ungefähr 1,25 Millionen Euro existieren weltweit nur 15 Exemplare. Mit 6.027 Exemplaren ist die im Jahr 2009 geprägte 20-Unzen-Goldmünze weiter verbreitet, bei einem Materialwert von damals „nur“ etwa 14.000 Euro jedoch auch deutlich erschwinglicher.

Lohnt sich die Anlage in Bullionmünzen?

Wie bereits eingangs erwähnt, gibt es zwei mögliche Ansätze für eine Wertsteigerung bei Bullionmünzen: Entweder steigt der Materialwert oder der Sammlerwert. Entsprechend lohnt sich für eine Spekulation im Hinblick auf den Goldwert ein Ausblick in die Zukunft. Was erwarten Experten von der künftigen Entwicklung des Goldpreises?

Im Hinblick auf den Sammlerwert ist es entscheidend, ein gutes Händchen und etwas Erfahrung bei der Auswahl der Anlageobjekte zu beweisen. Wichtige Faktoren für die Entscheidung können die Stückzahlen der Prägung, ein besonderer Hintergrund oder die abgebildeten Motive sein. Je geringer die Stückzahl, umso größer ist tendenziell das Potenzial, einen gewissen Sammlerwert zu entwickeln. Auch wenn die Motive der Münzen regelmäßig wechseln, kann das den exklusiven Charakter einer Münze erhöhen.

Allerdings dürfen Anleger nicht erwarten, eine Bullionmünze innerhalb kürzester Zeit für ein Vielfaches des Kaufpreises wieder absetzen zu können. Die Wertentwicklung geht eher moderat vonstatten. Bei guter Wahl der Münzen kann normalerweise innerhalb der ersten ein bis drei Jahre eine Wertsteigerung im zweistelligen Prozentbereich erreicht werden. Vorsicht ist auch beim Verkauf geboten. Nicht jeder Händler bietet je nach Jahrgang einer Münze unterschiedliche Preise an. Allerdings kann genau der Jahrgang einen erheblichen Unterschied für den Handelspreis ausmachen. Daher ist ein ausführlicher Preisvergleich vor dem Verkauf unbedingt zu empfehlen.