Goldchart

lade Daten lade Daten
 
 

Von der ersten Goldmünze zum Goldchart

Gold ist das edelste aller Edelmetalle, lässt sich besonders gut schmieden, besitzt eine charakteristische Farbe, einen dauerhaften Glanz und ein hohes Gewicht. Es wird nur von sehr wenigen Chemikalien angegriffen und kommt deshalb relativ häufig in gediegener Form vor. Bei solchen Eigenschaften kann es kaum verwundern, dass Gold bereits früh in der Menschheitsgeschichte eine besondere Bedeutung erlangt hat und sowohl für Schmuck und Kultgegenstände als auch als Zahlungsmittel verwendet wurde. Funde von verarbeitetem Gold konnten bis in die Anfänge der Bronzezeit, am Übergang von der Steinzeit, zurück datiert werden. Ein berühmter Goldfund aus der Zeit der ägyptischen Pharaonen ist die Totenmaske Tut-Ench-Amuns. Die ersten Goldmünzen wurden wahrscheinlich um das Jahr 610 vor unserer Zeitrechnung in Lydien geprägt, dem Reich des legendären Krösus. Obwohl die Goldgewinnung aus geologischen Lagerstätten in der Antike noch vergleichsweise einfach war, wurden schätzungsweise 75 Prozent der gesamten, jemals geförderten Goldmenge erst nach 1910 gewonnen. Der Preis, der für eine Unze Gold in US Dollar zu zahlen ist, lässt sich in Goldcharts bis ins 18. Jahrhundert zurück verfolgen. Im Vergleich zu der Entwicklung seit 1970 sind die historischen Schwankungen der Preise im Goldchart, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nur gering. Signifikante Ausbrüche gab es im Goldchart beim Beginn des Britisch-Amerikanischen Krieges und des amerikanischen Bürgerkriegs. Aber auch finanzpolitische Entscheidungen sind hier wiederzufinden. Insbesondere der sogenannte Nixon-Schock von 1971, als der damalige Präsident der USA, Richard Nixon, die Garantie für den Umtausch von US Dollar in Gold aufhob, damit den Goldstandard endgültig aufgab und das Bretton-Woods-System zu Fall brachte, steht am Anfang einer zehnjährigen Aufwärtsbewegung die im Goldchart einen Sprung auf das fünfzehnfache verursachte. Nach einer Konsolidierungsphase von 20 Jahren setzt sich dieser Trend seit der Jahrtausendwende fort. Ein Goldchart mit den aktuellen Goldpreisen ist zum Beispiel auf www.goldpreis.de zu finden. Die Phase sinkender Goldpreise, die für den Charttechniker im Goldchart sehr schön als Flagge sichtbar wird, korrespondiert mit einem erneuten Anstieg der Goldproduktion. Zwischen 1980 und 2000 wuchs die weltweit jährlich geförderte Goldmenge auf mehr als das Doppelte an und erreichte zur Jahrtausendwende ihren Höhepunkt. Bis zum Jahr 2007 war Südafrika über 100 Jahre lang der weltgrößte Goldproduzent. Durch den Anstieg der Goldförderung in China und die rückläufige Produktion am Kap der Guten Hoffnung konnten die Chinesen den Kapstaat von der ersten Position verdrängen.

 

Das Goldchart und die volkswirtschaftliche Bedeutung des Goldes

Gold wird nicht nur als Schmuck getragen oder als Wertanlage im Safe aufbewahrt, auch technische Prozesse sind auf Gold angewiesen. Dieser industrielle Anteil am Goldbedarf beträgt allerdings nur rund zehn Prozent der gesamten Fördermenge, ist im Goldchart also kaum zu erkennen. Rund die Hälfte des geförderten Goldes wird tatsächlich zu Schmuck verarbeitet, ein großer Teil davon in Indien. Das südasiatische Land ist der größte einzelne Goldverbraucher der Welt. Ungefähr ein Viertel des weltweit produzierten Goldes wird von Indern gekauft und elf Prozent der globalen Bestände an verarbeitetem Gold lagern in indischen Schränken, hauptsächlich als Schmuck. Der restliche Teil der Fördermenge, der nicht zu Goldketten, Ringen, Amuletten und Anhängern beziehungsweise industriell verarbeitet wird, landet als Goldbarren und Münzen in den Panzerschränken von Banken und Privatanlegern. Ein bedeutender Anteil des Anlagegoldes lagert bei den Zentralbanken, die es zur Absicherung der jeweiligen Landeswährung einsetzen, obwohl dieses Gold nicht mehr in Form eines Goldstandards mit dem Wert der Währung verknüpft ist. Der letzte Staat, der die Bindung seiner Währung an Gold aufhob, war die Schweiz im Jahr 1999. Geradezu sprichwörtlich bekannt ist in diesem Zusammenhang das Golddepot der USA bei Fort Knox, in dem etwa drei Prozent der Goldmenge lagert, die in der gesamten Menschheitsgeschichte jemals gefördert wurde. Trotzdem ist dieses Golddepot klein im Vergleich zum Depot der Federal Reserve Bank in New York, in dem auch 45 Prozent der deutschen Goldreserven lagern, die zweitgrößten eines Staates, nach den USA. Obwohl rund ein Sechstel der globalen Goldbestände im Besitz der Zentralbanken sind, hat das Gold nur noch eine geringe Bedeutung für die Sicherung der Währungen. Für den industriellen Einsatz ist Gold wegen seiner vorteilhaften Eigenschaften interessant, dem steht lediglich der hohe Preis entgegen. Trotzdem wird Gold in technischen Prozessen an vielen Stellen eingesetzt, allerdings meist nur in sehr geringen Mengen. Ein sichtbares Beispiel sind die vergoldeten Steckverbinder bei hochwertigen Audio- oder Videoverkabelungen oder im Computerbereich. Hier wird der Hohe Widerstand gegen Oxidation und der geringe elektrische Widerstand des Edelmetalls genutzt. Aber auch die gute Schmiedbarkeit des Metalls ist im Elektronikbereich von Bedeutung. Gold lässt sich so dünn ausschmieden, dass es lichtdurchlässig wird. Dieses sogenannte Blattgold wird traditionell für Vergoldungen eingesetzt. In ähnlicher Weise wird diese Eigenschaft bei der Produktion hauchdünner Drähte genutzt, die bei der Produktion Integrierter Schaltkreise den Chip elektrisch mit den Anschlussbeinchen verbinden. Die Industrie sorgt mit diesen und anderen Anwendungen für einen zwar relativ kleinen, aber stetigen Bedarf an Gold.

 

Das Goldchart als Spiegel der Wirtschaft

Wirtschaftliche Entwicklungen die den Goldpreis beeinflussen sind auch in einem langfristigen Goldchart zu erkennen, zum Beispiel die Weltwirtschaftskrise in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Nach dem Ausbruch der Krise 1929 sackte auch der Preis im Goldchart zunächst kurzfristig ab, um sich dann in den folgenden Jahren fast zu verdoppeln. da Gold einen physischen Wert besitzt, der sich nicht beliebig aufblähen lässt, wird eine Anlage in Gold insbesondere auch zur Absicherung gegen Inflationsrisiken vorgenommen. Nachlassendes Wirtschaftswachstum kann sich im Goldchart allerdings zunächst auch in einer schrumpfenden Nachfrage nach Gold zeigen. Dies lässt sich beispielsweise im Goldchart des Jahres 2011 nachvollziehen. Die abkühlende Wirtschaftskraft in China und Indien senkte die Nachfrage nach Gold in diesen Ländern und damit auch die weltweite Nachfrage, obwohl sie in einigen anderen Regionen noch anstieg. Auf den Preis im Goldchart kann sich das aber nur begrenzt auswirken, da auch die Goldförderung an ihre Grenzen stößt. Das einzige der großen Goldförderländer, in dem die Fördermenge noch steigt, ist China. Im lange Zeit größten Goldland Südafrika sind einige Minen bereits erschöpft und in anderen wird die Gewinnung des verbliebenen Goldes zusehends aufwändiger. Die wirtschaftliche Krisensituation hat aber auch dazu geführt, dass einige Zentralbanken ihre Goldreserven aufgestockt haben. An vorderster Stelle steht hier Russland, dessen Goldreserven bislang allerdings auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau lagen.