Venezuelas Gold-Swap Vorbild für andere Staaten?

Goldbarren 100 g C.HAFNERAm vergangenen Montag hat Venezuela mit einem sogenannten Gold-Swap für Aufsehen gesorgt. Das krisengeschüttelte Land erhält von der US-amerikanischen Citibank 1 Milliarde US-Dollar und hinterlegt als Sicherheit 43 Tonnen Gold. Gerüchten zufolge beträgt die Laufzeit des Geschäfts vier Jahre. Im Anschluss erhält Venezuela sein Gold gegen Rückzahlung des Kreditbetrags zurück.

Trotz des vergleichsweise geringen Volumens von 1 Milliarde US-Dollar könnte der Finanzdeal weitreichende Folgen für die Edelmetallmärkte haben. Zu dieser Einschätzung kommen die Branchenexperten des deutschen Edelmetall- und Technologie-Unternehmens C.HAFNER in ihrem aktuellen Marktbericht.

 

Edelmetallverkauf könnte Goldkurs belasten

Den Autoren zufolge stellt sich die Frage, was die Bank mit dem Gold Venezuelas macht. So könnten selbst die 43 Tonnen Edelmetall den Goldkurs belasten, wenn die Citibank es ad hoc auf den Markt brächte.

Außerdem könnte der Gold-Swap Venezuelas anderen Ländern als Vorbild dienen. Derzeit halten die Zentralbanken weltweit Goldreserven in Höhe von knapp 30.000 Tonnen, wobei nicht nur Venezuela unter Liquiditätsproblemen leidet.

 

Gerade Länder wie Russland oder die Golfstaaten haben in Zeiten hoher Öl- und Gaspreise ihre Sozialausgaben deutlich erhöht, um Unruhen in der Bevölkerung zu verhindern. Nach Ansicht der Autoren entsteht hier ein attraktives Geschäftsmodell für Banken.

Weitere Gold-Swaps in dieser Größenordnung würden für den Goldpreis jedoch höhere Volatilitäten bedeuten. Die Banken müssten das Gold nicht nur auf den Markt bringen, sondern es zum Ablauf des Geschäfts auch wiederbeschaffen.

 

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Den vollständigen Marktbericht „Fokus Edelmetall“ von C.HAFNER finden Sie hier.