Chinas Goldimporte aus Hongkong in 2014 gesunken

Standard-Goldbarren 12 kg

Die Goldeinfuhren Chinas aus der Sonderverwaltungszone Hongkong sind 2014 um 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg und bezieht sich dabei auf Daten des Hong Kong Census and Statistics Department. Diesen zufolge exportierte Hongkong im vergangenen Jahr 750 Tonnen Gold auf das chinesische Festland. Im Jahr 2013 hatten sich die Goldlieferungen der Sonderverwaltungszone auf eine Rekordmenge von 1.108,8 Tonnen summiert.

Im Dezember vergangenen Jahres waren die Nettoimporte Festlandchinas aus Hongkong im Vergleich zum Vormonat um 36 Prozent gefallen. Während im November 2014 noch 87,2 Tonnen Gold aus Hongkong abflossen, waren es im Monat darauf nur noch 58,8 Tonnen. Die gesamte Importmenge auf das chinesische Festland lag im Dezember bei 128,4 Tonnen, während 69,6 Tonnen Gold aus China nach Honkong gelangten. Im November hatten diese Werte noch 149,3 bzw. 62,1 Tonnen betragen.

 

Schwächt Anti-Korruptionskampagne die Goldnachfrage?

Wie Bloomberg weiter berichtet, sei die Nachfrage nach Luxusgütern und Goldbarren infolge der Anti-Korruptionskampagne der chinesischen Zentralregierung zurückgegangen. Die Behörden des Landes kämpfen derzeit besonders hart gegen die in der Beamtenschaft weit verbreitete Korruption und Vetternwirtschaft. Auch die Rallye an den Aktienmärkten hätte das chinesische Interesse an Gold als Investment gedämpft.

 

Daten aus Hongkong verlieren an Aussagekraft

In einem Beitrag auf Mineweb bezweifelt Lawrence Williams, dass die rückläufigen Importzahlen Hongkongs auf eine gesunkene Goldnachfrage Chinas schließen lassen. In früheren Jahren seien Einfuhren aus Hongkong ein großer Indikator für die chinesische Gesamtnachfrage gewesen. Seit 2014 aber haben die Behörden die Importbedingungen für Gold gelockert. Seitdem ist es nun leichter, Gold über andere Einfuhrhäfen wie Shanghai oder Peking zu importieren. Diese Städte gewinnen eine zunehmende Bedeutung für das chinesische Goldangebot. Williams zufolge blieben die Zahlen aus Honkong zwar wichtig für das Gesamtbild, aber sie seien bei weitem nicht mehr so relevant für die Beurteilung der Goldnachfrage wie in der Vergangenheit.

Nach Williams' Meinung vermittelten die Auszahlungen der Shanghai Gold Exchange (SGE) ein besseres Bild der chinesischen Gesamtnachfrage als Statistiken eines einzelnen Einfuhrhafens. Während die Nettoexporte Honkongs nach China 2014 um 32 Prozent zurückgingen, sanken die Goldauszahlungen an der SGE um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahresrekord auf 2.100 Tonnen.