China bald stärker auf Goldimporte angewiesen?

China Panda Gold

Die Volksrepublik China könnte in absehbarer Zeit noch stärker auf Goldimporte angewiesen sein als bisher. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, schätzen Experten des Business Monitor International (BMI), dass sich das Wachstum der chinesischen Goldproduktion in den kommenden Jahren erheblich verlangsamen könnte. Während die Minenproduktion derzeit um rund 6 Prozent steigt, erwartet die BMI-Analystin Xingying Chia 2018 nur noch ein Wachstum von 0,9 Prozent. Grund für diese Entwicklung in Chinas Goldminensektor sind sinkende Erzgehalte und eine geringere Profitabilität. Die seit 2013 gesunkenen Goldpreise und steigende Kosten ließen die Gewinnmargen der Minenunternehmen schrumpfen.

 

Verstärkter Fokus auf Auslandsinvestitionen

Im vergangenen Jahr stieg China mit einer Nachfrage von rund 2.000 Tonnen zum weltweit größten Goldkonsumenten auf. Bereits 2007 hatte das Land Südafrika als größten Produzenten des gelben Edelmetalls überholt. Seitdem war die jährliche Fördermenge Chinas stetig gestiegen und betrug zuletzt 428 Tonnen. Da der chinesische Goldkonsum laut Einschätzungen von Experten in Zukunft weiter steigen könnte, deutet das vom BMI beschriebene Szenario auf eine weiter zunehmende Abhängigkeit Chinas von Importen hin.

Laut BMI-Analystin Chia ist es wahrscheinlich, dass chinesische Bergbauunternehmen in Zukunft verstärkt auf Auslandsexpansionen setzen. So habe Chinas größter börsennotierter Goldproduzent Zijin Mining Group sein Interesse an Akquisitionen im Ausland bekundet. Auch die staatliche China National Gold Group ist bereits in diese Richtung aktiv geworden und hat Gespräche mit dem Minenunternehmen Barrick Gold über mögliche Partnerschaften geführt.