Goldanlage-Betrug: BWF-Stiftung unter Verdacht

Goldbarren 250 g

Der Betrug mit Anlageprodukten macht auch vor Sachwerten wie Gold nicht halt. Im jüngsten Fall ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft gegen den Bund Deutscher Treuhandstiftungen e. V. Dem Verein wird gewerbsmäßiger Betrug sowie Verstoß gegen das Kreditwesengesetz (KWG) vorgeworfen. Bei einer Razzia Ende Februar stellten Beamte der Berliner Polizei und Ermittler der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) neben umfangreichem Beweismaterial auch rund vier Tonnen angebliches Gold sicher. Experten prüfen derzeit die Echtheit des Edelmetalls. Die Ermittlungen richten sich gegen insgesamt zehn Personen.

Wie die BaFin in einer Pressemitteilung erklärt, hatte der Bund Deutscher Treuhandstiftungen Anlegern den Erwerb von physischem Gold angeboten. Zugleich verpflichtete sich die Organisation dazu, das Edelmetall nach Ablauf der Vertragslaufzeit zum ursprünglichen Preis zurückzukaufen. Mit dieser Zusicherung habe der Verein das Einlagengeschäft ohne die erforderliche Erlaubnis der BaFin betrieben. Laut der Aufsichtsbehörde tritt die Organisation auch unter dem Namen „Berliner Wirtschafts- und Finanzstiftung“ oder „BWF-Stiftung“ auf.

 

Abwicklung der unerlaubten Geschäfte angeordnet

Die BaFin hat nun angeordnet, das Einlagengeschäft abzuwickeln. Hierzu sollen alle Gelder vollständig zurückgezahlt werden. Eine Frankfurter Rechtsanwaltskanzlei wurde mit dieser Aufgabe betraut. Bei einem Kundenstamm von ca. 6.500 Anlegern geht die BaFin von Geldern in einer Größenordnung von rund 48 Millionen Euro aus. Nach Erkenntnissen des Landeskriminalamtes Berlin wurde ein zweistelliger Millionenbetrag dieser Anlegergelder nicht in physisches Gold investiert und somit vertragswidrig und betrügerisch verwendet.