Schulden-Deal: Simbwabe führt Renminbi ein

100-Trillionen-Simbabwe-Dollar-Schein Die Volksrepublik China stärkt ihren Einfluss auf dem afrikanischen Kontinent mit Hilfe ihrer Währung. Wie mehrere Medien berichten, hat Simbabwe den Renminbi zum offiziellen Zahlungsmittel erklärt. Das Land hatte seine eigene Währung, den Simbabwe-Dollar, 2009 vorläufig und Mitte 2015 endgültig abgeschafft. Der Grund für diese Maßnahme war eine schwere Rezession und Hyperinflation. So lag der Umtauschkurs für einen US-Dollar zeitweise bei 35 Billiarden Simbabwe-Dollar.   

Seit dem Ende der landeseigenen Währung zahlen die Menschen in Simbabwe mit US-Dollar oder dem Südafrikanischen Rand. Dass die Regierung unter Präsident Robert Mugabe nun auch auf den Renminbi setzt, ist kein Zufall, sondern Teil einer Vereinbarung. Im Gegenzug erlässt China dem afrikanischen Land Schulden in Höhe von rund 37 Millionen Euro. Diese wären noch 2016 fällig gewesen.

 

China zweitwichtigster Handelspartner Simbabwes

Für europäische Verhältnisse scheinen 37 Millionen Euro eine eher geringe Summe zu sein. Allerdings liegt das Bruttoinlandsprodukt Simbabwes bei lediglich 12 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Deutschland müsste bei gleicher Relation rund neun Milliarden Euro Schulden zurückzahlen.

Die Einführung des Renminbi verdeutlicht außerdem die engen Handelsbeziehungen zwischen Simbabwe und China. Bereits jetzt ist die Volksrepublik der zweitwichtigste Handelspartner nach Südafrika. Viele Geschäfte werden bereits in der chinesischen Währung abgewickelt. Im Alltag der Menschen spielen Yuan, Jiao und Fen aber kaum eine Rolle.

 

Simbabwes Wirtschaft leidet unter Sanktionen

Während China seine wirtschaftlichen Beziehungen zu Simbabwe in den vergangenen Jahren stetig ausgebaut hat, meiden europäische und US-amerikanische Investoren das Land. Die USA und Europa werfen der Regierung Mugabe schwere Menschenrechtsverletzungen vor und verhängten deshalb Einreisesperren und Kontensperrungen gegen Unternehmen und Politiker. Die EU lockerte einige Sanktionen im Jahr 2012 wieder, da sie das Land auf einem guten Weg sieht.