Island: Gold in Geothermalsystemen entdeckt

Gunnuhver, Zentralvulkan der Halbinsel ReykjanesWissenschaftler haben auf Island beachtliche Goldvorkommen an einem ungewöhnlichen Ort entdeckt. Die Mitarbeiter des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel maßen in heißen Quellen auf der isländischen Halbinsel Reykjanes extrem hohe Goldgehalte. Dies berichtet u. a. das Wissensmagazin scinexx.de. Demnach ist das Gold in dem Tiefenwasser gelöst, das die zahlreichen an der Erdoberfläche austretenden Quellen der Halbinsel speist.

Die Analysen von Wasser aus zwei Kilometern Tiefe ergaben Goldgehalte von 14 Mikrogramm pro Kilogramm Flüssigkeit. Damit ist die Konzentration 500.000-mal höher als in normalem Meerwasser und mindestens 100-mal so hoch wie an typischen Schwarzen Rauchern. Ausgehend von diesen Zahlen könnte das geothermale Reykjanes-Reservoir mindestens 10 Tonnen Gold enthalten.

 

Goldkonzentration an Schwarzen Rauchern höher

Schon bevor Wissenschaftler die Goldvorkommen von Reykjanes entdeckten, galten die sogenannten „Schwarzen Raucher“ als potenzielle Ziele für einen künftigen Tiefsee-Bergbau. Das Wasser, das aus diesen hydrothermalen Schloten austritt, ist bis zu 300 Grad heiß. Da es Mineralien und Edelmetalle aus dem Gestein auslaugt, kann es tausendfach höhere Spurenmetall-Konzentrationen enthalten als normales Meereswasser. Das gelöste Metall lagert sich am Meeresboden ab, sobald das heiße Wasser abkühlt.

Doch mit Ausnahme dieses Phänomens werden die Ozeane wohl nie zu wahren Goldgruben. Deren tatsächliche Goldkonzentration ist dafür zu gering: Ein Liter Meerwasser enthält nur einige Milliardstel Gramm des gelben Edelmetalls. Noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatten Chemiker davon geträumt, Gold aus den Ozeanen zu gewinnen.

 

Ursache des Goldreichtums noch unklar

Warum das Gestein unter der Halbinsel Reykjanes so viel Gold enthält und weshalb das Wasser so stark angereichert ist bleibt rätselhaft. An typischen Tiefsee-Hydrothermalsystemen der mittelozeanischen Rücken könnten so hohe Goldkonzentrationen wie in Reykjanes nicht entstehen, so die Forscher des GEOMAR Helmholtz-Zentrums.

Sie schließen daraus, dass sich das Gold im Meerwasser in einem Geothermal-Reservoir erst über längere Zeit angereichert haben muss, bevor es das Reservoir wieder verlässt und dann mit sehr hohen Goldkonzentrationen in den Bohrlöchern austritt.

 

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