Goldpreisentwicklung: Physische Nachfrage steigt

Krügerrand 1 UnzeVerunsicherte Anleger auf der ganzen Welt haben dem Goldpreis zu einem hervorragenden Jahresstart verholfen. Seit Beginn des Jahres verteuerte sich das gelbe Edelmetall um 14 Prozent bzw. 150 Euro. Besonders stark stieg der Goldpreis am gestrigen Donnerstag. Nachdem Gold am frühen Donnerstagmorgen den höchsten Stand seit Mai 2015 erreicht hatte, kletterte der Preis für eine Feinunze am späten Nachmittag bis auf 1.249,67 US-Dollar.

Gleichzeitig hat auch die Nachfrage nach physischem Gold offenbar deutlich angezogen. Dies meldete die Deutsche Edelmetall-Gesellschaft e. V. (DEG) gestern in einer Pressemitteilung. Demnach verzeichneten die in der DEG organisierten Edelmetallhändler in den vergangenen Tagen einen sprunghaft gestiegenen Umsatz.

 

Gold als „traditionelles Geld“ wieder doppelt attraktiv

Auslöser für das vermehrte Interesse ist nach Ansicht der DEG jedoch nicht nur die Goldpreisentwicklung. Vielmehr sei eine äußerst pikante Gemengelage für den Sturm auf Gold verantwortlich, erklärte Waldemar Meyer, Vorstandsvorsitzender der DEG. „Börsen wackeln und die Deutsche Bank scheint ein ernsthaftes Problem zu haben. Gleichzeitig werden die Bürger mit der Diskussion über eine Bargeldobergrenze verunsichert, was sie zusätzlich an der Verlässlichkeit ihrer Währung zweifeln lässt“, so Meyer weiter.

In dieser Situation sei das traditionelle Geld, nämlich physisches Gold, wieder doppelt attraktiv. „Mehr und mehr Menschen beginnen zu verstehen: Gold ist nicht nachdruckbar und bei Gold habe ich keinen Kontrahenten, also keine Gegenpartei, auf die ich angewiesen bin“, betonte der DEG-Vorsitzende.

 

Bank-Aktien massiv unter Druck

Besonders die Aktien der beiden deutschen Großbanken gehörten am Donnerstag zu den Verlierern. Die Papiere der Deutschen Bank verloren rund 9,5 Prozent. Insbesondere die Angst vor Abschreibungen von 2,8 Milliarden Euro im Zuge der Postbank-Abspaltung sowie Zweifel an der strengen Sparstrategie des neuen Vorstandschefs verunsicherten die Anleger. Die Aktien der Commerzbank verloren 5,7 Prozent. Das ließ auch den Deutschen Aktienindex (DAX) nicht kalt; er brach gestern um bis zu drei Prozent ein und notierte zwischenzeitlich unterhalb von 8.800 Punkten.

Weitere positive Signale für Gold kommen aus den USA. Immer mehr Analysten und Investoren zweifeln daran, dass die US-Notenbank Fed in den kommenden Monaten neue Zinsschritte beschließt. Die US-amerikanischen Währungshüter scheinen die Gefahren erkannt zu haben, die von der Konjunkturschwäche Chinas und den jüngsten Börsenturbulenzen ausgehen. So erklärte Fed-Chefin Janet Yellen gegenüber dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses, dass die Entwicklungen, wenn sie fortbeständen, die Aussichten für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt belasten könnten. Die Fed hatte im Dezember 2015 erstmals nach fast zehn Jahren den US-Leitzins leicht angehoben.