Goldbarren im Königssee: Schülerin erhält Fund

500-Gramm-Goldbarren aus dem KönigsseeDie 16-jährige Finderin des Goldbarrens aus dem Königssee bei Berchtesgaden ist für ihre Ehrlichkeit belohnt worden. In der vergangenen Woche übergab die bayerische Gemeinde Schönau den 500 Gramm schweren Barren der Schülerin aus Nordrhein-Westfalen. Die Jugendliche hatte das Gold im August vergangenen Jahres beim Baden entdeckt und sofort zur Polizei gebracht.

Ein halbes Jahr lang musste die Schülerin daraufhin warten, ob sich der rechtmäßige Eigentümer des Goldbarrens meldet. Am 7. Februar 2016 endete diese gesetzlich vorgeschriebene Frist, ohne dass jemand einen berechtigten Anspruch auf den Fund anmelden konnte. Damit durfte die 16-Jährige den Goldbarren behalten.

 

Kein Nazi-Gold im Königssee

Der Barren aus dem Königssee hatte im vergangenen Sommer bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Zeitweise machten sogar Gerüchte um verstecktes Nazi-Gold die Runde, die aber von der Polizei entkräftet wurden. Stattdessen handelt es sich um ein Produkt der früheren Degussa AG, die heute zum Evonik-Konzern gehört. Das Unternehmen produzierte diese Gussbarren bis Ende 2004.

Der Fundbarren aus dem Königssee weist eine Besonderheit auf, mit der sich die Polizei intensiv beschäftigte: Die standardmäßige Seriennummer des Barrens auf der Oberseite wurde mit einer Flex herausgeschliffen. Spezialisten des Landeskriminalamtes gelang es zwar, die Nummer zu rekonstruieren, diese lieferte jedoch keinen Hinweis auf den Besitzer des Edelmetalls.

Normalerweise werden die Seriennummern von Barren beim Verkauf durch Fachhändler und Banken nirgendwo gespeichert. So hätte lediglich der Besitzer durch die korrekte Angabe der Nummer seinen Anspruch auf den Barren bekräftigen können.

 

Bildquelle: Polizeiinspektion Berchtesgaden/Goldbarren-Wiki