Gold profitiert vom schwachen US-Dollar

Marktkommentar von Markus Blaschzok, Chef-Analyst von GoldSilberShop.de

Der US-Dollar (USD) kam diese Woche unter Druck und so brach der Euro zum US-Dollar aus einer engen Handelsspanne von nur 2 US-Cent nach oben hin aus, in der sich der Wechselkurs die vergangenen zwei Monate aufhielt. Hintergrund waren schwache Wirtschaftsdaten in den USA sowie schlechter als erwartet ausgefallene Arbeitsmarktdaten, die den Dollar in die Knie drückten. Nachdem technische Marken im USD-Index sowie beim Währungspaar EUR/USD überschritten wurden, kam es zu einem technischen Ausverkauf des US-Dollars.

 

Der Dollar brach ein, wodurch der Wechselkurs zum US-Dollar anstieg

 

Aufgrund der schlechteren Wirtschaftsdaten hegten die Marktteilnehmer erste Zweifel an weiteren Zinsschritten seitens der US-Notenbank, von denen zwei weitere für dieses Jahr vorgesehen waren. Weiterhin spricht man mittlerweile offen darüber, dass man in den USA zum Ende des Jahres ein weiteres QE-Programm auf den Weg bringen könnte, was schon lange Zeit unsere Meinung ist und wir zuversichtlich sind, dass sich diese Erwartung auch erfüllen wird. Gut wäre das für den Goldpreis auch in US-Dollar, da sein Preis nachhaltig durch die Abwertung des Dollars ansteigen und dieser Anstieg wiederum neue reale Nachfrage erzeugen würde, wodurch auch die Preise in anderen Währungen zulegen dürften.

 

 

Gold konnte von dem schwachen Dollar deutlich profitieren


Auch der Baltic Dry Index, der ein Indikator für den weltwirtschaftlichen Handel und die Konjunktur ist, unterstützt die Vermutung nach einem neuen QE-Programm, da dieser nun auf ein noch nie erreichtes Tief von 300 Punkten einbrach. Dies zeigt, dass die weltwirtschaftliche Lage längst nicht mehr gut ist, was sich auch in den durch die Bank niedrigen Rohstoffpreisen widerspiegelt. Lediglich die Aktienmärkte konnten von der Liquidität aus den Druckerpressen der US-Notenbanken noch profitieren und ansteigen, was angesichts der Konjunkturdaten ganz sicher auf Sand gebaut und ungerechtfertigt ist.

Also müssen auch die USA in diesem Jahr wieder mit dem massiven Drucken von Geld beginnen, um das Bankenkartell zu finanzieren. Was am Ende des Tages auf die Menschen wegen dieser Politik wartet, sieht man aktuell gut in Venezuela, wo die Preise im vergangenen Jahr um 275 % anstiegen und im kommenden Jahr um 720 % wachsen sollen. Dies bedeutet natürlich auch, dass alle Renten- und Pensionsansprüche um 95 % an Kaufkraft verloren haben und somit nahezu wertlos wurden.

Die Geschichte zeigt, dass innerhalb zwei bis drei Generationen alle Papiergeldsysteme kollabierten und die Geldwerte der Menschen vernichteten. Nur wenige Länder, wie die USA oder das Vereinigte Königreich konnten über 250 Jahre Stabilität vorweisen, doch war das Geld damals Gold und Silber und in privater und nicht in staatlicher Hand. Das deutsche Kaiserreich war die Blütezeit des Deutschen Volkes aufgrund niedriger Steuern, einem freien Goldstandard, der dafür sorgte, dass den Menschen die Früchte ihrer Arbeit blieben und sich so jeder Wohlstand und Freiheit erarbeiten konnte. Dieses Rezept führte zum Aufstieg des deutschen Kaiserreichs, woran man sich ein Beispiel nehmen und mehr Freiheit sowie mehr Dezentralisierung fordern sollte.

 

Staat will das Bargeld verbieten

Freie Menschen in einem freien Land leisten sich eine „Regierung“, um wenige Aufgaben gemeinschaftlich zu organisieren. Freie Menschen wollen Sicherheit und Schutz für ihren Besitz und ihr Leben, weshalb es aus komparativen Gründen Sinn macht, die äußere Verteidigung sowie die innere Sicherheit zumindest regional gemeinschaftlich zu organisieren. Der Staat, den man sich leistet, soll jedoch Freiheit und Eigentum garantieren.

Der aktuelle Vorstoß der Bundesregierung, Bargeldzahlungen über 5.000 € zu verbieten, ist ein klar totalitärer Schritt. Sollte eine Regierung die Menschen wirklich bestrafen dürfen, nur weil man von seinem hart erarbeiteten Geld ein Auto, Boot oder guten Fernseher mit Bargeld bezahlen will? Bargeld ist ein Stück geprägte Freiheit! Natürlich geht es bei der Einschränkung und Abschaffung des Bargeldes offiziell um den Kampf gegen Terrorismus, Schwarzarbeit etc. In Zypern sahen wir bereits, wie sich Regierung und Banken an den Guthaben auf Konten der Bürger bedient haben, um ihre eigenen Fehler und Schulden zu begleichen.

Weiterhin erwägt die Europäische Zentralbank mit der gleichen Begründung wie bei der Einschränkung des Bargeldgebrauchs, nun alle 500-Euro-Scheine aus dem Verkehr zu ziehen. Selbst Bundesbankpräsident Weidmann zeigte sich kürzlich skeptisch darüber, ob kriminelle Handlungen deshalb unterbleiben würden, weil es keinen 500-Euro-Schein mehr gäbe. Auch der Obman der Unionsfraktion im Finanzausschuss des Bundestags, Hans Michelbach, kritisierte, eine Bargeldobergrenze sei „ein durch nichts zu rechtfertigender Eingriff in die Handlungsfreiheit der Bürger“, womit er vollkommen Recht hat. Ebenfalls kritisierte der Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele, dass jede Einschränkung der Bargeldnutzung einen Verlust an persönlicher wirtschaftlicher Freiheit bedeuten würde. Man sieht, dass sich noch einige für den Erhalt dieser Freiheit einsetzen. Es geht niemanden etwas an, wie, was, wie oft und wozu Sie etwas kaufen und man kann einem Missbrauch dieser Informationen nur vorbeugen, indem man elektronische Zahlungsmittel nicht mehr nutzt als unbedingt erforderlich. Sollten Sie Ihr hart verdientes Bargeld nutzen wollen, um anonym Edelmetalle zu erwerben, so bieten wir Ihnen übrigens auch dazu die Möglichkeit an über 35 Standorten in Deutschland.

 

Technische Analyse zu Gold

Die wöchentlich von der US-Börsenaufsicht „CFTC“ veröffentlichten Terminmarktdaten für Gold halten sich ganz im Gegensatz zu jenen von Silber bisher sehr gut. Die neuen Terminmarktdaten, die einen Teil des Anstiegs schon beinhalten, erscheinen erst in dieser Nacht, so dass wir schon sehr auf die neuen Daten gespannt sind. Vom aktuellen letzten Stand hätte der Goldpreis zumindest seitens des Terminmarktes noch Luft nach oben, weshalb nichts gegen einen weiteren Anstieg spricht.

 

Positionierung der spekulativen Anleger (Commitment of Traders)

 

Die Terminmarktdaten für Gold sind immer noch gut



Gold in US-Dollar

Die Schwäche des US-Dollars sorgte in den vergangenen Tagen für einen Anstieg des Goldpreises in US-Dollar, bei dem sogar die 200-Tagelinie überwunden werden konnte. Damit wäre charttechnisches Potenzial bis 1.190 USD vorhanden, das bei einer weiteren Schwäche des Dollars durchaus erreicht werden könnte.

 

Das Chartmuster im Silber ist bisher mustergültig. Über 15,50 USD dürfte ein Anstieg bis 17 USD erfolgen.


Gold in Euro

Auf Eurobasis konnte der Goldpreis in den letzten Handelstagen weniger profitieren und ist immer noch nahezu unverändert wie vor dem Einbruch des US-Dollars. Dies zeigt auch, dass der Anstieg des Goldes in US-Dollar primär wechselkursbedingt war. Wie auch immer – der Aufwärtstrend des Goldpreises in Euro ist seit Anfang des Jahres 2014 und damit schon seit über zwei Jahren intakt, was der Abwertung des Dollars aufgrund der billigen Geldpolitik zu verdanken ist. Gelingt es dem Goldpreis in Euro, über den Widerstand bei 1.040 € je Feinunze anzusteigen, so wäre charttechnisch ein Potenzial bis 1.140 € je Feinunze in diesem Jahr durchaus möglich. Der Bullenmarkt für Gold in Euro ist damit also intakt!

 

Gold in Euro befindet sich seit zwei Jahren bereits im Aufwärtstrend