Deutsche Bank gibt ihre Goldtresore in London ab

Goldbarren in einem Bundesbank-TresorDie Deutsche Bank trennt sich von den Resten ihres Edelmetallgeschäfts. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, übernimmt die chinesische ICBC Standard Bank die Gold- und Silbertresore des deutschen Kreditinstituts in London. Reuters beruft sich dabei auf vier Quellen aus dem Umfeld der Bank.

Die Deutsche Bank hatte die Londoner Edelmetalltresore erst im Juni 2014 in Betrieb genommen. Sie verfügen über eine Lagerkapazität von 1.500 Tonnen und werden von dem britischen Unternehmen G4S betrieben. Dieses hatte auch den Bau der Wertschutzräume übernommen. Nach Informationen von Reuters schließen beide Großbanken einen Leasingvertrag ab, der vor allem für die ICBC von Vorteil ist. Ursprünglich hatte die Deutsche Bank vier Millionen US-Dollar verlangt, allerdings geben die Quellen der Nachrichtenagentur an, dass der ausgehandelte Preis deutlich niedriger liegt.

 

ICBC will Clearing Member werden

Die Übernahme der Gold- und Silbertresore gehört offenbar zur Expansionsstrategie der chinesischen Bank. Reuters zufolge will die ICBC die Lücke füllen, die westliche Banken bei ihrem Rückzug aus dem Edelmetallhandel hinterlassen haben. Das chinesische Kreditinstitut übernahm im vergangenen Jahr die Mehrheit an der südafrikanischen Standard Bank und bewarb sich zudem bei der London Precious Metal Clearing Limited (LPMCL) als Clearing Member des London Bullion Market.

Die LPMCL besteht aus den fünf Großbanken JP Morgan, HSBC, Bank of Nova Scotia, Barclays und der UBS. Diese wickeln täglich die physischen Gold- und Silbertransaktionen zwischen den Händlern ab, die sich auf mehr als fünf Billionen US-Dollar jährlich belaufen. Die fünf Mitgliedsbanken der LPMCL entscheiden in den kommenden Monaten über die Aufnahme der ICBC Standard Bank.

Die Deutsche Bank war im vergangenen Jahr aus der LPMCL ausgeschieden. Bereits im Mai 2014 hatte sich das Kreditinstitut aus dem Londoner Gold- und Silber-Fixing zurückgezogen. Mittlerweile wurde die Abteilung für den Handel mit Edelmetallen aufgelöst.

 

Bildquelle: © Bundesbank